Der Blog für Deine Entwicklung

Kategorie: Persönlichkeitsentwicklung (Seite 2 von 6)

Was kann Energiearbeit?

Ich habe einen wunderbaren Beruf. Mit meiner Energiearbeit unterstütze ich meine Klient*innen dabei ihr Leben aktiv zu gestalten. Wir beseitigen gemeinsam Blockaden und erarbeiten Möglichkeiten, wie sie auf ihrem individuellen Weg wirklich weiterkommen.

Für viele meiner Klient*innen löst sich durch die gemeinsame Arbeit ein Knoten. Sie bekommen so Freiraum für neue Entscheidungen. Ich gebe ihnen Ideen mit, was sie konkret tun können, um ihre Situation zu verbessern.

Die Grenze der Energiearbeit ist das Tun

Das, was die Grenzen meiner Arbeit bestimmt, ist das Handeln. Das kann ich meinen Klient*innen nicht abnehmen. Das kann keiner. Ich kann unterstützen und den Weg ebnen – mit Wissen, Erkenntnissen und Ratschlägen. Mehr nicht.

Wenn du mit mir zusammenarbeitest, bekommt du Energie von außen. Das bewirkt eine Änderung in deinem System. Das erleichtert Veränderung.

Zum Beispiel kann eine Klientin nach der Energiearbeit drei Nächte lang wunderbar schlafen. Danach liegt sie wieder wach. Das Hamsterrad dreht sich erneut. Sie fragt sich, warum das so ist.

Ich erkläre das so: Du gestaltest ständig deine Realität. Durch dein Handeln, Denken und deine Überzeugungen. Mit Energiearbeit durchbrichst du die gewohnten Abläufe. Das kann eine Veränderung bewirken. Die hält aber nicht lange an, wenn du wieder in alte Gewohnheiten zurückfällst.

Das machst du nicht, weil du doof bist, sondern weil du ein Gewohnheitstier bist. Das sind wir alle. Viele dieser Gewohnheiten dienen uns und erleichtern unser Leben.

Durch den gewohnten Trott stellst du aber deinen alten Seins-Zustand wieder her. Den, den du eigentlich verändern willst. Das Hamsterrad , das aufhören soll, sich zu drehen aus dem Beispiel oben, fängt wieder an.

Veränderungen brauchen Aktivitäten

Um nachhaltige Veränderung zu erreichen, brauchst du ein Update deines Systems. Auf dem Sofa zu sitzen bringt nichts. Du musst den Wandel anstoßen. Eine kleine Veränderung genügt dafür.

Nur denken, dass du etwas verändern willst hilft nicht.

Es sind keine riesengroßen Anstrengungen notwendig. Im Gegenteil. Die kleinen Schritte machen oft den großen Unterschied. Sie sind leichter zu tun und damit effektiver.

Einen Großteil deines Lebens  bist du im Autopilotenmodus unterwegs. Das ist sinnvoll, weil es Energie spart: Das Autofahren geht zum Beispiel bei vielen von uns automatisch. Jeder Handgriff sitzt.

Wenn du im Autopilotenmodus unterwegs bist, denkst du die gleichen Gedanken und machst dieselben Dinge wie immer. Du läufst wie auf Schienen. Da ist kein Platz für Veränderung.

Kleinigkeiten verändern ist auch Arbeit

Unterschätze die Kleinigkeiten nicht. Ich habe monatelang gebraucht, um mir den einen Löffel Zucker in meinem Kaffee abzugewöhnen. Das ist kein großes Ding, dachte ich, bis mein Autopilot zu Hochform auflief. Ich musste mich bei jeder Tasse bewusst gegen den einen Löffel Zucker entscheiden.

Mit einer Kleinigkeit programmierst du dich auf Veränderung.

Sei nicht frustriert, wenn es nicht sofort klappt. Das ist normal. Der Autopilot hasst es, ausgestellt zu werden und wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen. Wenn du das weißt, kannst du ihn viel leichter ignorieren.

Du brauchst Übung, um bewusst aus deinen Automatismen auszusteigen. Auch, wenn du Veränderungsbedarf in einem größeren Bereich deines Lebens hast, reichen kleine Aktivitäten, um etwas zu erreichen. Die kleine Veränderung, die du dir aussuchst, muss nicht einmal direkt etwas mit deinem Problem zu tun haben.

Beispiel für eine kleine Veränderung: Gestalte deine Morgenroutine anders

  • Setze dich zum Frühstücken auf einen anderen Stuhl
  • Variiere den Zeitablauf
  • Nimm einen anderen Bus

Das bringt doch nichts, denkst du jetzt vielleicht. Im Gegenteil: Du richtest deine Aufmerksamkeit so auf Veränderung. Das verändert dein System.

Am besten suchst du dir etwas aus, was Spaß dir macht. Ziehe zum Beispiel bunte Socken an, wenn du sonst eher einfarbig bestrumpft das Haus verlässt.

Bewusstsein ist der Schlüssel für nachhaltige Veränderung. Du wandelst mit kleinen Handlungen deine Routine und damit veränderst du deine Wirklichkeit.

Vormachen bringt viel. Folgende Begebenheit zeigte mir mal wieder, wie wichtig Handeln ist:

Auf Impulse hören

Als ich für meine Tasche für eine energetische Hausreinigung packte, hatte ich den Impuls, ein Kinesio-Tape mitzunehmen. Das brauchte ich noch nie und so tat ich diesen Impuls erst einmal ab. Er war aber hartnäckig und kam wieder. Also habe ich das Tape doch mitgenommen.

Nach der Hausreinigung saßen wir beim Abschlussgespräch als das Thema auf die muskulären Verspannungen des Hausherrn kam. Wir hatten vorher über Impulse gesprochen: Sie geben uns zusätzliche Informationen, wenn wir sie wahrnehmen, hatte ich erklärt.

Das Gelächter war groß, als ich erzählte, dass und warum ich ein Kinesio-Tape in der Tasche hatte. Ich gab zu, dass ich es fast nicht mitgenommen hätte. Die beiden werden sich dadurch bestimmt noch lange an dieses Erlebnis und an die Macht der Impulse erinnern.

Hast du im Freundes- und Bekanntenkreis Menschen, die dir als Vorbild dienen könnten? Die ihr Leben gerade zum Besseren verändern?

Schaue dir genau an, was sie tun. Frage sie nach ihren Erfahrungen.

Du startest nicht bei Null

Viele meiner Klienten haben so viel Vorarbeit geleistet, dass sie nur ein wenig Rückenwind brauchen, um weiterzukommen.

Oft bist du dir nicht bewusst, was du schon alles geleistet hast. Wie weit du bereits gekommen bist. Es ist deswegen sehr hilfreich, Rückmeldungen über den eigenen Weg zu bekommen.

Wenn du die Ergebnisse deiner inneren Arbeit nicht im Außen siehst, dann stellen sich oft Selbstzweifel ein. Du fragst dich dann: Bringt das, was ich hier tue überhaupt etwas?

Ich schaue mit meinen Klient*innen gemeinsam ihren Weg an. Viele staunen darüber, was sie schon geleistet haben. Und sind dadurch motiviert, die nächsten kleinen Schritte zu gehen.

Die Grenzen meiner Energiearbeit

haben bewirkt, dass ich zur Expertin für Persönlichkeitsentwicklung wurde. Mit meiner Energiearbeit gebe ich den Anstoß und mache das Losgehen leichter. Mit Methoden der persönlichen Entwicklung unterstütze ich meine Klient*innen bei ihrer nachhaltigen Veränderung.

Es ist wunderbar, die Rückmeldungen über die Fortschritte meiner Klient*innen zu bekommen. Die Welt wird so ein bisschen freundlicher und heller. Das können wir im Moment alle gut gebrauchen .

Um mehr Menschen zu helfen ins Handeln zu kommen, habe ich ein Buch geschrieben. Es ist gerade im Lektorat. Der Titel meines Ratgebers lautet: Jammern kannst du später. Wie du mit mehr Selbstvertrauen dein Leben aktiv gestaltest.

Dort geht es auf 250 Seiten um die kleinen pragmatischen Schritte, die den großen Unterschied auf dem Weg zu mehr Zufriedenheit machen. Er enthält viele Geschichten aus der Praxis und passende Übungen.

Was ist mir dir?

  • Geht es dir gerade gut?
  • Weißt du, wo du hinwillst und warum?
  • Brauchst du eine Standortbestimmung deiner inneren Arbeit?

Nimm mein kostenloses halbstündiges Erstgespräch in Anspruch.

Beitragsbild: Mirjam Kelter und privat

© Inge Schumacher

Alles zu viel? Einfache Übungen für Hochsensible und Menschen mit ADHS

Wenn du leicht von Informationen überwältigt wirst, könntest du mit Hochsensibilität und/oder einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) gesegnet sein.

  • Bist du sehr offen für die Informationen, die auf dich einprasseln?
  • Sind große Gruppen anstrengend für dich?
  • Gehörst du zu den Menschen, die ständig neue Ideen haben?

Wenn dir die Informationen, die auf dich einströmen, schnell zu viel werden hast du vielleicht auch nur eine dünne Haut. Davon sind mehr Menschen betroffen als du meinst,

In diesem Artikel findest du Übungen, die dich dabei unterstützen, für dich zu sorgen, wenn es hoch hergeht.

Hochsensible nehmen sehr viel wahr

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal. 20 Prozent aller Menschen haben dieses Merkmal.

Wenn du hochsensibel bist, leidest du in einer sehr unruhigen Umgebung. Vor lauten Geräusche, starken Gerüchen und chaotische Situationen würdest du am liebsten davonlaufen. Das sind zu viele Eindrücke, die du verarbeiten musst.

Du brauchst dazu viel Verarbeitungs-Zeit; spätestens abends. Deswegen dauert es für dich lange, um zur Ruhe zu kommen.

Je früher du lernst, die Informationsflut zu regulieren, die auf dich einprasselt desto besser. Die ständige Überforderung durch zu viel Input kann dich müde und krank machen.

Versuche, deinen Wahrnehmungsfilter anzupassen. Du grenzt dich bewusst ab, wenn zu viel Informationen bei dir ankommen.

Dabei helfen kann dir folgende Abgrenzungsübung:

Mache einige tiefe Atemzüge und fühle deinen Körper. Achte besonders darauf, wo er aufhört. Stell dir dann eine Blase vor, die dich schützt. Sie geht einmal um dich herum. Suche dir ein passendes Bild für diese Blase. Hier ein paar Beispiele:

  • Ein Kind stellt sich die Blase als roten Luftballon vor
  • Ein Klient braucht etliche Meter Beton als Schutz zwischen sich und der Außenwelt
  • Ein anderer entwickelt ein Bild mit weichen Wattewolken
  • Eine Klientin findet ein Wort, das für sie als Schutz passt

Alles ist erlaubt. Du wirst feststellen, dass deine Schutzblase ganz unterschiedliche Qualitäten haben kann, je nachdem in welcher Situation du dich befindest.

Menschen mit ADHS sind immer auf Empfang

Besonders schwierig ist es für Menschen mit ADHS aus dem stetigen Strom wichtige Informationen von unwichtigen zu unterscheiden. Sie sind stets auf Empfang und deswegen sehr offen.

Was ist ADHS?

Es wird geschätzt, dass zwei bis sechs Prozent aller Kinder und Jugendlichen betroffen sind.

Charakteristisch für ADHS sind drei Hauptsymptome:

  • Hyperaktivität (übersteigerter Bewegungsdrang)
  • Unaufmerksamkeit (gestörte Konzentrationsfähigkeit)
  • Impulsivität (unüberlegtes Handeln)

Die einzelnen Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und müssen nicht alle gleichzeitig auftreten. ADHS ist nicht auf Kinder und Jugendliche beschränkt. Einige meiner erwachsenen Klienten leiden auch darunter.

Woher kommen die Ausprägungen von ADHS?

Der Stand der Forschung zu ADHS ist, dass das Gehirn der Betroffenen in der kindlichen Entdecker-Phase steckengeblieben ist. Diese Phase beginnt, wenn Kinder mobil werden.

Sie nehmen viel auf und ihr Gehirn kann sich dadurch schnell entwickeln. Sie sind dann ganz offen und alles ist spannend für sie. Deswegen sind Kinder in diesem Entwicklungsstadium so leicht ablenkbar.

Normalerweise lernen wir im Laufe der Zeit, uns zu konzentrieren. Wir sind dann in der Lage Störendes auszublenden. Menschen mit ADHS fällt das unendlich schwer. Sie sind ständig offen für neue Sinneseindrücke. Sie nehmen alles wahr, was um sie herum vorgeht.

Zum Beispiel ist es fast unmöglich mit ihnen ein Gespräch zu führen, wenn in der Umgebung große Unruhe herrscht.

Ständig zu viel Energie im System

Konzentration ist für die Betroffenen Schwerstarbeit. Typisch ist, dass sie es kaum schaffen, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und diese zu Ende zu bringen.

Zeitweilige Ruhe im Kopf und damit auch im Körper herzustellen ist eine große Herausforderung für sie. Dabei brauchen sie dringend Erholung.

Meiner Meinung nach hilft diesem Personenkreis mehr zu wissen, um besser zurechtzukommen. Sie sollten sich selbst gut kennen und über den ADHS-Komplex Bescheid wissen. Dann wird es leichter damit umzugehen.

Ich empfehle deswegen das Buch „Unruhe im Kopf. Über die Entstehung und Heilung der Aufmerksamkeitsdefizitstörung ADHS“ von Gabor Maté.

Der Autor hat drei Kinder, bei denen ADHS festgestellt wurde. Als Arzt hat er sich mit der Thematik beschäftigt und festgestellt, dass er selbst davon betroffen ist. Seine Erkenntnisse und viele Beispiele hat er in diesem gut verständlichen Buch verarbeitet.

Von Midjourney erstelltes Bild, das eine Frau mit Kopfhörern darstellt, die sich die Ohren zuhält ADHS

Drei Übungen, die dünnhäutigen Menschen helfen für sich zu sorgen:

1. Gehe ins Hier und Jetzt

Im Hier und Jetzt kannst du feststellen, was du gerade brauchst.

Stelle den Autopiloten aus. Dann bist du aufmerksam. Jetzt kannst du deine Situation verändern. Das geht am besten, wenn du den Körper mitnimmst.

  • Mache eine kleine Atemübung
  • Checke bei dir ein und frage dich: Wie geht es dir?
  • Prüfe, ob dein Körper verspannt ist und mache eine kurze Lockerungsübung
  • Frage dich: Welche konkrete Kleinigkeit hilft dir, damit es dir besser geht?
  • Brauchst du eine Pause?         

Danach kannst du feststellen, ob dir das Außen zu viel ist und dich überfordert.

2. Abgrenzung

Oft übernehmen sensible Menschen Energien aus ihrer Umgebung. Sie fühlen sich zum Beispiel plötzlich unwohl, obwohl es ihnen eben noch gut ging. Das herauszubekommen braucht Übung. Hier hilft bewusste Abgrenzung.

Wenn du merkst, dass du dich überfordert bist, zieh dich zurück.

  • Suche Ruhe im Außen, um sie auf dein Inneres zu übertragen
  • Gehe aus der Situation
  • Mache eine Atemübung und beruhige dich

Du hast bestimmt eigene Strategien entwickelt, mit herausforderndem Input umzugehen.

Was machst du genau? Dient dir diese Herangehensweise noch? Folgende Fragen können dir dabei helfen:

  • Welches sind Situationen, die dir über den Kopf wachsen?
  • Was tust du automatisch? Schaffst du Abstand, indem du dich zurückziehst?
  • Welche anderen Strategien kannst du identifizieren?

3. Schaffe dir Ruhe-Oasen

Das ständige Plappern deines Inneren Monologs kommt zu der Unruhe von außen hinzu. Um deine Bedürfnisse besser wahrzunehmen, hilft dir Ruhe in deinem Kopf. Die bekommst du durch:

  • Meditation
  • Musik hören
  • In die Natur gehen
  • Sport machen

Du musst selbst herausfinden, was dir hilft zur Ruhe zu kommen. Wenn du nicht weißt, wie sich innere Ruhe anfühlt, überprüfe deinen Blutdruck und deine Herzfrequenz vor und nach den Übungen. So bekommst du zuverlässige Information über ihre Wirksamkeit.

Schreibe mir doch bitte in die Kommentare, ob dir auch oft alles zu viel, zu laut und zu bunt ist. Wie reagierst du darauf und was hilft dir?

Du brauchst mehr Informationen?

Ruf mich gerne unverbindlich an. Ich schenke dir eine halbstündiges Erstgespräch.

Anhang

Hilfreiche Links:

Bücher:

Elaine N. Aron Sind Sie hochsensibel? Ein praktisches Handbuch für hochsensible Menschen. Das Arbeitsbuch (2022)

Gabor Maté (2021) Unruhe im Kopf. Über die Entstehung und Heilung der Aufmerksamkeitsdefizitstörung ADHS

Bilder: selbst erstellt mit Midjourney

© Inge Schumacher

Experimente

Warum benutze ich das Wort Experiment im Zusammenhang mit deiner persönlichen Entwicklung?

Experimente und Persönlichkeitsentwicklung passen wunderbar zusammen. Wenn du Neues ausprobieren als Experiment siehst, gehst du automatisch auf Distanz dazu. Diese Distanz erleichtert es dir, den Autopiloten auszustellen und im Hier und Jetzt zu agieren.

Alleine durch das Benutzen des Wortes „Experiment“, verändert sich deine Perspektive. Daran siehst du, wie wichtig Wörter sind. Durch deine Wortwahl  steuerst du nicht nur die Wirkung deiner Sprache, sondern auch deines Handelns: Dir selbst und deiner Umwelt gegenüber.

Definition Experiment

Ein Experiment ist ein Untersuchung, bei der du eine Annahme prüfst und diese entweder beweist oder widerlegst.

Du prüfst zum Beispiel im Experiment, ob du dich traust, in der 15 Grad kalten Ostsee zu baden. Das hast du noch nie ausprobiert. Du schätzt dich so ein, dass du das schaffen kannst. Das ist die Annahme, die du in diesem Experiment prüfst. Nach dem Selbstversuch weißt du mehr als vorher. Du hast wieder etwas über dich gelernt.

Warum ich Experimente liebe

Experimente machen es leichter, Neuland zu betreten. Im Experiment beobachtest mit Neugier und Entdeckergeist, was passiert und lernst daraus. Ein Experiment dient in erster Linie der Erkenntnisgewinnung.

  • Das Experiment bringt dich auf eine sachliche Ebene
  • Du bekommst Abstand zu deinen Erwartungen
  • Der Ausgang ist offen – Fehlversuche gehören dazu

Experimente motivieren

Dein Selbstwert steht nicht infrage, wenn ein Experiment schiefgeht. Du hast nichts verloren, sondern, im Gegenteil, Erkenntnisse hinzugewonnen. Du wirst dann nicht so leicht frustriert und demotiviert. Experimente nehmen den Erfolgszwang und sorgen alleine dadurch für Entspannung.

Deinen Anspruch auf Perfektion kannst du damit wunderbar aushebeln und der Erkenntnisgewinnung mehr Raum geben. Dein Forschergeist wird geweckt und hilft dir beim Dranbleiben. Das ist ein Grund, warum ich Experimente so liebe.

Es gibt viele Situationen, in denen dich eine experimentierfreudige Grundhaltung unterstützt.

Osterhasen, aus Papier gefaltet

Das Bastel-Beispiel:

Du kannst nicht wissen, welches deiner Bastel-Angebote angenommen wird und welches nicht. Objektiv nachvollziehbare Gründe kann ich dafür oft nicht finden. Für mich ist es deswegen deutlich entspannter, ein Bastelangebot als ergebnisoffenes Experiment zu sehen.

Dann beobachte ich staunend, was passiert:

  • Manchmal wird aus den bereitgestellten Materialien etwas ganz anderes
  • Manchmal wird das Angebot total abgelehnt
  • Oder alle sind begeistert von der Idee

Das als Experiment zu verstehen, macht viel mehr Spaß, als mit meinen eigenen enttäuschten Erwartungen umzugehen.

Beispiel Kultur:

Ich nutze zum Beispiel mein Kultur-Abo dazu, unbekannte Musikrichtungen auszuprobieren. Meine Freundin und ich entscheiden spontan, was wir testen. Wir haben schon mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen experimentiert und uns sind vom Ergebnis überrascht. Das Schöne ist: Wenn die Musik uns nicht gefällt, sind wir nicht enttäuscht.

Zwischenmenschliche Experimente

Auch in schwierigen menschlichen Situationen traue ich mich mittlerweile zu experimentieren. Besonders dann, wenn ich merke, dass die üblichen Strategien nichts bringen. Das braucht Mut und es geht natürlich nicht immer gut. Diese Versuche als Experimente zu sehen, erleichtert es mir aktiv zu werden.

Ich gehe zum Beispiel folgendermaßen vor: Ich versuche eine akzeptierende Atmosphäre herzustellen. Dann spreche ich ganz offen mit meinem Gegenüber über die Situation und frage, wie wir die Kuh gemeinsam vom Eis bekommen können. Das klappt so oft, dass ich das inzwischen als Strategie, zwischenmenschliche Situationen zu entschärfen, in meinen Werkzeugkasten aufgenommen habe.

Viele meiner Klienten kommen durch das Experimentieren ins Handeln. Sie stellen fest, dass sich experimentieren lohnt und Spaß macht. Das Agieren befreit sie. Sie erleben sich aktiv und können ihren natürlichen Forscherdrang ausleben. Außerdem fühlen sie sich dann viel weniger als Opfer.

Experimente und Persönlichkeitsentwicklung

Wenn du etwas experimentell ausprobierst, weißt du viel besser, ob eine Tätigkeit, eine Theorie oder ein Werkzeug zur Persönlichkeitsentwicklung wirklich zu dir passen oder nicht. Dadurch kannst du viel einfacher bessere Entscheidungen treffen.

Je öfter du experimentierst, umso mehr Erfahrungen sammelst du. Du erweiterst deinen Horizont und lernst dich immer besser kennen:

  • Was sind deine besonderen Herausforderungen?
  • Wie begegnest du ihnen am effektivsten?
  • Was stärkt dich?

Durchs Ausprobieren und Experimentieren wirst du immer mehr Strategien erarbeiten, die dir in Krisensituation helfen können. Du erarbeitest dir damit eine innere Grundsicherheit, die vieles für dich einfacher macht.

Bleib locker

Experimentiere am besten nur dann, wenn du in einer guten Verfassung bist. Dann ist es leichter, offen dafür zu sein.

Wenn das Leben sich schwer anfühlt, ist es vernünftiger, dich deiner bewährten Strategien zu bedienen und nichts Neues auszuprobieren. Such dir dann Werkzeuge aus, von denen du sicher weißt, dass sie dir helfen. Gelegenheiten zum Experimentieren gibt es täglich. Die laufen dir nicht weg.

Experimentiere!

Experimentieren macht Spaß und hält beweglich: Im Kopf und im Körper. Auch das Denken und Handeln außerhalb festgelegter Grenzen will geübt und trainiert werden. Das geht mit Experimenten besonders gut.

Ohne Experimente hätte ich vieles nicht in meinem Leben: Mein Schreibbuddy Lisa, meinen Job im Hort, meine Workshopgruppe. Mein Leben wäre deutlich langweiliger und weniger bunt.

Jetzt verstehst du sicher besser, warum ich dir Experimente nahelege. Es ist wertvoll, öfter einmal die Perspektive zu wechseln und dein Leben auch einmal als Abenteuer zu sehen. So sammelst du wertvolle Erfahrungen und entwickelst mehr Vertrauen in dich selbst.

Was könnte dein nächstes Experiment sein?

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

Bist du Stress-abhängig?

Die Notwendigkeit, Stress zu generieren und damit den Körper zu Höchstleistungen zu motivieren, kommt aus grauer Vorzeit. Damals mussten wir in der Lage sein, in kurzer Zeit unsere gesamten körperlichen Reserven zu mobilisieren.

Die brauchten wir, um erfolgreich vor einem Säbelzahntiger davonzulaufen und nicht gefressen zu werden. Herz, Lunge und Beine bekamen dann unsere gesamte Energie.

Diese Stressreaktion ist unsere Antwort auf akute Gefahr: Sie besteht aus Rennen, Kämpfen oder sich Tot stellen. Unser Körper wird dabei unter Strom gesetzt.

Ist die gefährliche Situation vorüber, werden die Stresshormone abgebaut und wir entspannen uns. Dann reguliert sich unser System und findet wieder zurück in Balance.

Sehr gut beobachten lässt sich dieser Prozess bei Tierdokumentationen, in denen gezeigt wird, wie Löwen auf die Jagd gehen. Die verfolgten Tiere beruhigen sich nach einem Raubtierangriff schnell und grasen friedlich weiter.

Der Löwe wird in unserer modernen Welt durch andere Stressoren ersetzt: Den Job, den Verkehr, den Zeitdruck. Das Problem ist, dass der Stress bei vielen von uns zum Dauerzustand wird.

Das ist so, als ob der Löwe die ganze Zeit hinter uns her rennt und wir nur noch durchs Leben sprinten. Es gibt zu wenig Erholungsphasen, in denen sich unser System regenerieren und ausbalancieren kann. So leben wir ständig mit einer Überversorgung an Stresshormonen.

Gedanken-Stress

Leider reicht alleine schon der Gedanke an einen Stressor, einen Löwen, um uns in Alarmbereitschaft zu versetzen. Es stresst uns schon, wenn wir uns zum Beispiel „nur“ Sorgen machen, dass irgendetwas etwas schiefgehen könnte.

Stress kann krank machen

Kein natürlicher Organismus, der sich laufend im Stress befindet, kann auf Dauer problemlos funktionieren. Zu viel Stress kann deswegen Folgen, wie Entzündungen oder chronische Krankheiten haben. Klassische Stressfolgen sind zum Beispiel Herz- und Kreislaufkrankheiten.

Unter Stress schüttet der Körper vermehrt die Hormone Adrenalin und Kortisol aus. Beide erhöhen den Blutdruck. Außerdem steigt die Produktion körpereigener Fette, die sich mit der Zeit an den Wänden der Blutgefäße absetzen. Das führt zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Das Stresshormon Kortisol reduziert außerdem die Wirkung des Insulins. Insulin ist aber wichtig für die Regulierung des Blutzuckerspiegels. Die Bauchspeicheldrüse reagiert darauf mit vermehrter Insulin-Produktion. Bleibt dieser Zustand über längere Zeit bestehen, droht eine Insulinresistenz, die Diabetes 2 genannt wird.

Stress bringt auch unsere Immunabwehr durcheinander. Erkältungsviren gelangen so nicht nur leichter in den Körper, sondern halten sich dort auch länger auf. Krankheiten werden verschleppt. Die Folge: Sobald der Stress vorbei ist, bricht eine Krankheit aus. Das ist ein Grund dafür, warum so viele Menschen im Urlaub krank werden.

In einer Stresssituation spannen sich unsere Muskeln automatisch an. Hält der Stress an, kann es zu chronischen Verspannungen kommen. Das ist die Ursache für viele Rücken- und Nackenschmerzen.

Die Liste der problematischen Stressfolgen lässt sich noch weiter fortsetzen. Auf die psychischen Folgen bin ich hier erst gar nicht eingegangen.

Wir alle wissen, dass andauernder Stress schädlich ist. Warum befinden sich dann so viele von uns ständig im Hamsterrad?

Ist Stress eine Droge?

Zum ersten Mal habe ich von Joe Dispensa gehört, dass wir vom Stress abhängig werden können. Emotionen wie

  • Angst
  • Schuld
  • Wertlosigkeit
  • Unsicherheit
  • Traurigkeit

werden von Stresshormonen hervorgerufen. Weil wir uns durch das so ausgeschüttete Adrenalin lebendig fühlen, suchen wir diese Gefühle immer wieder. Deswegen ist es so schwer, von ihnen loszukommen.

Die 1200 chemischen Stoffe, die mit einer Stressreaktion verbunden sind, wirken nur bis zu zwei Minuten lang. Wir müssten uns also schnell wieder beruhigen können, wenn wir uns zum Beispiel geärgert haben.

Wenn uns das nicht gelingt, bedeutet das, dass wir das Gefühl des Ärgers immer wieder aktivieren, weil wir abhängig davon sind.

Jetzt verstehst du bestimmt besser, warum manche Menschen so oft, so lange und so viel jammern. Sie baden im Selbstmitleid und in den dadurch erzeugten Gefühlen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ihr Leben fühlt sich für sie so lebendiger an, auch wenn das nicht angenehm ist.

Durch Stress ist unsere Aufmerksamkeit ständig auf das Außen gerichtet. Von daher kommt die vermeintliche Gefahr und dahin fließt unsere Energie.

Deswegen sind wir nicht in der Lage in unser Inneres zu blicken, um festzustellen, was los ist und warum. Geschweige denn, mitzubekommen, was in anderen vorgeht. Wir drehen uns ausschließlich um uns selbst.

Stress hält uns damit genauso auf den alten Wegen unserer Vergangenheit fest wie der Autopilot.

Ein bunter Pfeil mit dem Wort Problem darauf geschrieben.

Könntest du Stress-abhängig sein?

Beantworte bitte folgende Fragen:

  • Fällt es dir schwer, zur Ruhe zu kommen?
  • Drehen sich deine Gedanken oft im Hamsterrad immer und immer wieder um dasselbe Problem?
  • Sind deine Gedanken immer schon bei deiner nächsten Aufgabe?
  • Bist du oft angespannt?
  • Hast du nie genug Zeit für die Dinge, die du liebst?
  • Leiden deine Hobbys und deine Freunde?
  • Fällt es dir in deiner Freizeit schwer, dich zu entspannen?
  • Hast du körperliche oder seelische Probleme?

Falls du einige Fragen mit Ja beantwortest, könnte ich mir vorstellen, dass Stress in deinem Leben eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Du bist dir immer noch nicht sicher, ob du Stress-abhängig sein könntest? Dann empfehle ich dir, einen der vielen Stress-Tests im Internet zu machen.

Bei mir war das auf jeden Fall so. Ich war Stress-abhängig. Für mich persönlich bedeutete Stress Anspannung: In meinem Inneren, in meinem Kopf und in meinem Körper. Weil das so normal für mich war, habe ich das lange Zeit nicht gemerkt.

Auch heute noch liebe ich es manchmal unter Hochspannung durch die Gegend zu rennen und tausend verschiedene Sachen zu erledigen. Was anders ist: Ich versuche für Ausgleich zu sorgen. Hilfreich ist, dass ich jetzt eher in der Lage bin zu merken, wenn ich mich verspanne. Dann wird es höchste Zeit gegenzusteuern.

Entspannung zu lernen, war schwer für mich. Wie sollte ich etwas  lernen, von dem ich keine Ahnung hatte, wie es sich anfühlt? Ich habe als alles Mögliche ausprobiert.

Erst als ich mühsam gelernt habe, mich zu entspannen, habe ich den Unterschied zu meinem Normalzustand überhaupt feststellen können. Ich konnte dann auch erkennen, wie anstrengend das war und wie unnötig.

Für mich passt der Satz von Gabor Maté „When there is tension you need to pay attention“. Frei übersetzt bedeutet das: Da, wo Anspannung ist, solltest Du aufmerksam hinsehen. Wenn mir meine Anspannung bewusst wird, stoppe ich meinen Autopiloten und starte ein kleines Lockerungsprogramm.

Wichtig ist es, dabei den Körper mitzunehmen. Alleine das Denken: „Ich bin gerade gestresst und entspanne mich jetzt“, funktioniert nicht.

Was du tun kannst, um raus aus dem Stress zu kommen ist zum Beispiel:

  • Einige bewusste Atemzüge tun
  • Aufstehen
  • Hüpfen
  • Kleine Pause machen und raus gehen

Es gibt leider keinen optimalen Weg in die Entspannung. Es gibt nur deinen eigenen Weg. Nur du kennst dich gut genug, um ihn zu finden. Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren.

Schreib mir, wie du herausfindest, dass du gestresst bist und wie du damit umgehst!

Ich habe gerade ein Buch geschrieben, in dem die hier angerissenen Themen vertieft werden. Der Titel ist: Jammern kannst du später

Es ist ein Mut- und Mitmachbuch mit vielen praktischen Beispielen.

Links

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Pixabay

© Inge Schumacher

Familien- und Vätercoach Oliver Panzau

Heute stelle ich Dir Oliver Panzau vor. Oliver ist Familien- und Vätercoach. Er gehört zum Self-Coaching Team, mit dem ich seit letztem Jahr wunderbare Workshops organisiere. Ich habe ihn über seinen spannenden Beruf befragt.

Oliver lebt in einer Patchworkfamilie mit insgesamt fünf Kindern, vier Hunden und vier Katzen. Er lebt worüber er spricht und das auf eine sehr wertschätzende Weise.

Du warst früher als Ingenieur tätig. Wie bist Du Familien- und Vätercoach geworden?

Mit der Trennung von meiner Frau, vor fast 7 Jahren, hat sich mein Leben komplett verändert. Unter anderem mussten wir die Betreuung unserer Kinder neu organisieren. Eine hälftige Aufteilung der Betreuung empfanden wir fair für uns und unsere Kinder und haben uns für ein wöchentliches Wechselmodell entschieden, bei dem unsere Kinder im Wechsel zwischen dem Zuhause der Mama und meinem Zuhause pendeln.

Damit habe ich eine viel größere Verantwortung in der Care-Arbeit übernommen als zuvor. Meine eigenen Erwartungen an meine Vaterrolle in der fast 50-prozentigen Betreuung meiner Kinder und die Erwartungen an mich als Führungskraft passten allerdings nicht mehr zusammen. Ich habe mir jahrelang die Zähne daran ausgebissen, beides unter einen Hut zu bekommen.

Die persönliche Erfahrung der Trennung und meine Weiterentwicklung in der Patchworkfamilie haben dazu geführt, dass ich bewusst die menschlichen Beziehungen in allen Lebensbereichen in den Mittelpunkt gestellt habe.

Das passte nicht mehr zu meinem damaligen Jobprofil – schon gar nicht in der Baubranche. Also habe ich mich, gemeinsam mit meiner Frau, für einen radikalen Umbruch entschieden. Ich wollte ausschließlich den Menschen und ihrer persönlichen Weiterentwicklung in all ihren Beziehungen dienen; sie in einer Art und Weise zu unterstützen, von der ich selbst überzeugt bin und die ich vorlebe. Das war eine sehr emotionale und wirklich gute Entscheidung!

Für mich ist die Kommunikation in meiner 5-köpfigen Familie schon schwierig. Was kommt an Herausforderungen dazu, wenn man in einer Patchworkfamilie lebt?

Die grundsätzlichen Herausforderungen sind ähnlich, da auch in der Patchworkfamilie die Basis das sich liebende Paar bildet. Kompliziert wird es mit den vielen zusätzlichen Beziehungssträngen, den damit verbundenen Rollen und Verantwortungen. Das kann schnell unübersichtlich werden und bedarf der Sortierung, da hier ein großes Potential für Verstrickungen liegt.

Wir müssen uns z.B. darüber einig werden, wie wir die Stief- oder wie ich sie nenne, Bonuskinder, mit erziehen. Schließlich haben die Kinder noch einen leiblichen anderen Elternteil. Aus der ursprünglichen Familie gibt es schon Werte, die weitergelebt werden wollen, die aber im neuen Zusammenleben zu Konflikten führen können.

Wenn aus der neuen Beziehung, wie bei uns, ein gemeinsames Kind dazukommt, ergeben sich daraus eigene gemeinsam gelebte Werte, die anders aussehen können als in der ersten Familie. Nicht zuletzt spielt die Kommunikation zu und vor allem über die leiblichen anderen Elternteile eine wesentliche Rolle im Leben einer Patchworkfamilie. Das führt sehr häufig zu Konflikten zwischen allen Beteiligten.

Du arbeitest in einem Bereich, der mit schwierigen Gefühlen wie Schuld, Scham und Scheitern verbunden ist.

Ich stelle vor allem die Eltern in den Vordergrund meiner Arbeit, da vom Frieden in der Familie alle, vor allem aber die Kinder, profitieren. Die meisten meiner Klienten haben ihre eigene Trennung nicht richtig verarbeitet und bleiben lange mit den von Dir genannten Gefühlen bewusst oder unbewusst verbunden.

Häufig begeben sie sich in eine neue Partnerschaft, gründen also eine Patchworkfamilie, in der Hoffnung, dass so die heile Familienwelt wieder hergestellt wird. Würde das so einfach funktionieren, hätte ich keine Klienten.

Die Komplexität der vielen vorher beschriebenen Beziehungsebenen wird dabei leider unterschätzt. Das ist oft der Grund dafür, dass es mehr Probleme als vorher gibt. Deswegen sind, laut Statistik, Trennungen in Patchworkfamilien noch häufiger als in herkömmlichen Familien.

Außerdem geht die Rechnung „Neue Liebe, Neues Glück“ nur dann auf, wenn ich mir der eigenen Anteile an den Problemen, die zur Trennung führten, bewusst werde. Diese gilt es zu beleuchten.

Mit Hilfe von ausführlichen wertschätzenden Gesprächen und Aufstellungsarbeit erarbeite ich mit den Klienten ein Verständnis für ihre Situation und den Ursprung für ihre Probleme.

Mit neuem Blick auf die festgefahrene Situation finden wir gemeinsam Lösungen, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Diese Ziele können z.B. die Verbesserung der Beziehung zu den eigenen Kindern oder der Ex-Frau bis hin zu einem Leben raus dem Hamsterrad umfassen.

Letztendlich wünschen sich meine Klienten ein glückliches Leben in allen Lebensbereichen. So arbeiten wir daran, alte Familienwerte loszulassen und neue Familienmodelle kennenzulernen. Es geht in erster Linie darum, Veränderungen zuzulassen:

  • Das Loslassen des Alten, das nicht mehr zielführend ist.
  • Das Sich Öffnen für Neues

 Deswegen empfehle ich meinen Klienten mindestens 8 Wochen Begleitung.

Arbeitest Du ausschließlich mit Männern zusammen?

Die meisten Frauen schätzen meine Arbeit mit ihren Männern sehr, da sich Männer leider immer noch zu selten in der Partnerschaft öffnen. Sie freuen sich, dass ich mit meiner Arbeit einen Beitrag zur mentalen Gesundheit der Männer leiste.

Ich ziehe allerdings aufgrund meiner persönlichen Erfahrung und eigenen Identität vor allem Väter an. Es kommen auch einige Frauen zu mir, aber 90 Prozent meiner Klienten sind männlich. Das freut mich sehr!

Wie begreifst Du Deine eigene Vaterrolle?

Die Vaterrolle ist für mich von immenser Bedeutung, da ich selbst ohne Vater aufgewachsen bin. Das Bewusstsein meiner Vaterrolle hat sich mit der Trennung neu weiterentwickelt. Unter anderem habe ich nach 43 Jahren nicht nur Kontakt zu meinem Vater aufgebaut, sondern sogar eine sehr herzliche Beziehung zu ihm aufgebaut.

Eine Trennung bzw. eine Patchworkfamilie ist ein wunderbares Übungsfeld für persönliche Entwicklung. Ich liebe es, Vater zu sein und mich persönlich weiterzuentwickeln und anzuerkennen, dass ich nicht perfekt sein muss. Ich darf Fehler machen und daraus lernen. Idealerweise spreche ich mit meiner Frau darüber, damit wir uns nicht nur als Individuen, sondern auch als Paar weiterentwickeln können.

Wie wichtig ist Bewusstsein und sich selbst kennen in Deiner Arbeit?

In meiner Arbeit als Coach ist es von Vorteil, die Erfahrungen meiner Klienten nicht nur nachvollziehen zu können, sondern auch selbst erlebt und gefühlt zu haben und so eine echte Verbindung herstellen zu können. Genauso hilfreich ist es, dass ich den Weg, den sie noch vor sich haben, kenne und beschritten habe.

Für den Klienten bzw. alle Menschen ist es wichtig, die eigenen blinden Flecken und Trigger aus der Vergangenheit kennenzulernen, weil sie in der Regel das Handeln im Hier und Jetzt so beeinflussen, dass sie sich gefangen fühlen, ohne zu wissen, wo dieses Gefühl herkommt.

Wenn der Klient in dem Coaching Prozess selbst versteht und fühlt, wo diese Emotionen und Erfahrungen herkommen, kann das zu einem Aha-Effekt führen, weil er merkt, dass er die Vergangenheit nicht ändern, sondern nur annehmen kann.  Der Klient übernimmt so in der Gegenwart Verantwortung und kommt ins Handeln.

Sich selbst kennenzulernen, zu verstehen und anzunehmen schafft Dankbarkeit, inneren Frieden und fördert den Weg zu mehr Selbstliebe. Wenn ich mich selbst lieben kann, kann ich auch andere lieben. Und letzten Endes sehnen wir uns alle nach Liebe und glücklichen, erfüllten Beziehungen.

Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich Menschen auf diesem Weg begleiten darf.

Hier kannst Du Oliver Panzau treffen:

Oliver Panzaus Tipps

Ich schätze die Arbeit von folgenden Kolleginnen und empfehle ihre Arbeit und Literatur zu den Thema Trennung mit Kind gerne weiter:

Bücher:

  • Marianne Nolde: Eltern bleiben nach der Trennung
  • Ute Steffens: Mit Kindern durch die Trennung
  • Dorothea Behrmann – Trennungscoach und Autorin Die 7 Phasen des Loslassens

Hilfe speziell für Patchworkfamilien gibt es immer noch zu wenig. Das liegt auch daran, dass diese Familienmodelle rein statistisch schlecht erfasst werden können. Mit ihren Anliegen können Betroffene aber auch zu Familientherapeuten oder zu Familienzentren in ihrer Gemeinde gehen. Ich empfehle folgende Kolleginnen:

  • Katharina Grünewald – Familientherapeutin, Autorin und Podcasterin; Bücher: Glückliche Patchworkpaare, Glückliche Stiefmutter
  • Yvonne Dewies – Heilpraktikerin, Patchworkexpertin, Podcasterin
  • Marita Strubelt – Familiencoach und Autorin; Buch: Patchwork Power!

Mit Deinen Gefühlen umgehen

Gefühle sind die Basis Deines Lebens. Gefühle musst Du nicht lernen. Du hast sie von Geburt an. Manche liebst Du und um andere machst Du lieber einen großen Bogen.

Was sind Gefühle?

Gefühle sind Signale. Der Körper gibt dir mit einem Gefühl einen Hinweis: Schau hin, da passiert etwas, das wichtig für dich sein könnte. Du hast Gefühle, weil sie für dein Überleben sorgen. Sie machen dein Leben aber auch bunt und abwechslungsreich.

Emotionen lassen sich chemisch im Blut nachweisen. Kortikoide bei Angst und Stress, Adrenalin bei Aufregung, Endorphine bei Glück.

Sie verbinden Körper und Seele. Ist dein Körper krank, fühlst du dich schlecht. Ist Deine Seele krank, ist auch der Körper nicht fit.

Wie entstehen Gefühle?

Sie haben immer einen Auslöser. Entweder kommt der aus unserem Inneren oder von außen. Allein durch unsere Gedanken können wir Gefühle erzeugen.

Beispiel:

Sobald du dir vorstellst, in eine Zitrone zu beißen, spürst du eine körperliche Reaktion: Allein beim Schreiben dieses Satzes zieht sich bei mir der Mund zusammen. Deine Gedanken können Gefühle nicht nur auslösen, sondern auch ihre Intensität und ihre Dauer beeinflussen.

Auf einen lauten Knall reagieren wir schnell und automatisch. Blitzschnell prüfen wir, ob wir in Gefahr sind. Um wertvolle Reaktionszeit zu sparen, werden unsere höheren Gehirnfunktionen umgangen.

Zu den Gefühlen, die wir automatisch erzeugen, gehören solche, die biografisch fest in uns verankert sind. Wenn wir als Kind verinnerlicht haben, dass wir unwichtig sind, weil unsere Bedürfnisse nicht beachtet wurden, reagieren wir auf viele Reize von außen oft mit diesem bekannten Gefühl des „Nichtswertseins“. Wir sind uns des Automatismus nicht bewusst, verankern aber damit diese Emotion umso stärker in unserem Leben.

Gefühle sind dynamisch

Gefühle sind Energie in Bewegung. Sie dauern ein bis zwei Minuten, dann sind sie weg, wenn wir sie gehen lassen können.

Wir können immer nur eines haben

Wenn du Liebeskummer hast und dir heftig den Zeh stößt, dann fühlst Du nur noch den Schmerz in deinem Zeh. Klingt der Schmerz ab, kommt deine Aufmerksamkeit zum Liebeskummer zurück und du aktivierst dieses Gefühl wieder.

Gefühle sind nicht rational

Wenn du Höhenangst hast, weißt du, dass du diese Angst nicht einfach wegzurationalisieren kannst. Es gibt keinen Knopf, um sie auszuschalten. Sie ist einfach da. Auch wenn dein Verstand dir immer wieder sagt, dass die Brücke sicher ist, auf der du gerade stehst. deine Angst wird davon nicht kleiner.


Das trügerische Gefühl von Angstfreiheit


Manche meiner Klienten sind davon überzeugt, mit negativen Gefühlen wie Ängsten nichts zu tun zu haben. Das stimmt so nicht: Wenn die bewährten Strategien nicht wirken, kommen die Ängste zum Vorschein und werden dann oft ganz schnell unterdrückt.

Wir halten Gefühle fest, indem wir gegen sie ankämpfen

Irgendwann bricht der Damm und sie überschwemmen uns. Wir bekommen dann vielleicht sogar Angst vor der Explosion, die sich unkontrollierbar anfühlt und deswegen versuchen wir, unsere Gefühle erst recht möglichst wenig Raum zu geben.

Der Umgang mit Gefühlen will gelernt sein

An Kindern kannst du beobachten, wie sehr wir durch Gefühle beeinflusst werden: Für ein Kleinkind ist alles schrecklich und es weint bitterlich und zwei Minuten später läuft es lachend umher. Im Laufe unseres Erwachsenwerdens lernen wir Strategien, um unsere Gefühle zu verstehen und zu verarbeiten.

Leider haben die wenigsten Menschen meiner Generation Vorbilder, die ihnen beibrachten, wie wir konstruktiv und positiv mit Gefühlen umgehen. Das ist – meiner Meinung nach – eine Spätfolge der Nazizeit.

Beispiel

Ein Kollege von mir packte seine Kindheit in die Aussage: „Als Kind hatte ich mich immer still und unauffällig zu verhalten.“ Da hatten Gefühle keinen Platz und störten nur.

So bleibt uns nichts anderes übrig als den Umgang mit Gefühlen als Erwachsene lernen. Damit wir nicht dauerhaft Spielball unserer Gefühle bleiben und von einer automatischen Reaktion in die nächste taumeln, müssen wir uns mit unseren Gefühlen auseinandersetzen.  

Diese ist eine große Lernaufgabe. Folgende Fähigkeiten brauchen wir, um mit unseren Gefühlen umzugehen:

  • Gefühle wahrnehmen
  • sie aushalten
  • sie verstehen und einordnen
  • sie sozialverträglich mitteilen


1. Wahrnehmen

In sozialen Situationen ist es hilfreich, Gefühle zu verdrängen. Wir sollten sie trotzdem später reflektieren. Es reicht, sie einfach kurz wahrzunehmen. Wir brauchen nicht auf sie zu reagieren und etwas zu unternehmen. In dem Moment des Wahrnehmens lassen wir sie nämlich los und sie gären nicht weiter in unserem Unterbewusstsein.

Ich habe die APP Woebot ausprobiert. Der Bot, den Psychologen der Uni in Stanford programmiert haben, stellt Fragen und hilft so wahrzunehmen, was gerade gefühlsmäßig bei einem los ist. Eine derartige App kann dir helfen, dich daran zu gewöhnen, deine Gefühlslage regelmäßig unter die Lupe zu nehmen. Sie ersetzt natürlich keinen Therapeuten.

2. Aushalten

Du hast jeden Tag unzählige Gefühle. Dein Körper vermittelt sie dir. Dock doch mal kurz bei dir an.

Was fühlst du jetzt gerade?

  • den Stuhl, auf dem du sitzt
  • den Hunger kurz vor dem Mittagessen
  • den Druck deiner langen To-Do Liste

Diese Gefühle kannst du aushalten, ohne dass die Gefahr besteht, dass du dauerhaft aus dem Gleichgewicht gerätst. Bei intensiveren Gefühlen brauchst Du für die Reflexion eine sichere Umgebung, die dich auffangen kann.

3. Verstehen und einordnen

Um deine Gefühle zu verstehen, brauchst Du Abstand. Wütend auf einer Palme sitzend lässt es sich nicht gut reflektieren. Hilfreich sind dabei einfache Atemtechniken, die dir schnell wieder von der Palme herunterhelfen. Sie senken den Adrenalinpegel und die Herzfrequenz. Unten findest Du einige Atem-Apps, die ich ausprobiert habe.

Eine Palme am Strand steht für das Gefühl des Ausrastens

Bei mir hat es lange gedauert, bis ich Gefühle wahrnehmen und sie dann noch einordnen konnte. Eine Therapie hat mir dabei geholfen. Wir müssen nicht alles allein schaffen und dürfen uns Hilfe holen, wenn wir allein nicht weiterkommen.

4. Mitteilen

Sozialverträglich Gefühle mitteilen, die uns unter die Haut gehen, kann eine Herausforderung sein. Auch hier brauchst du erst einmal Abstand, um begreifen zu können was alles bei Dir los ist.

Offen mit deinen Gefühlen umzugehen und in einem wertschätzenden Umfeld über sie zu sprechen, bringt dich auf jeden Fall weiter. Scheue dich nicht, dir rechtzeitig professionelle Hilfe zu holen.

Wenn Gefühle nicht bewusst wahrgenommen werden, halten sie länger an.

Das wurde in einer Studie überprüft. Bei den Probanden, die Zeit bekamen, um ihre Gefühle zu reflektieren, hielten Gefühle deutlich kürzer an als bei denen, die durch Denkaufgaben daran gehindert wurden.

Wenn wir Gefühle unterdrücken, wird unser Körper belastet: Der Blutdruck erhöht sich und die Herzfrequenz steigt. Das kostet den Körper Energie und auf Dauer kann ihn das stark beeinträchtigen. Man vermutet deswegen, dass viele Herzkreislauferkrankungen und psychosomatische Erkrankungen die Folge von verdrängten Gefühlen sind.

Welche Erfahrungen hast du mit dem Umgang mit deinen Gefühlen gemacht?

Apps für bewusstes Atmen:

Breathe, Breath Ball, Calm (Englisch)

Bücher:

  • Andreas Knuf: Ruhe da oben
  • Gabor Maté: Vom Mythos des Normalen

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Privat, pixabay

© Inge Schumacher

Inspiration

Als ich eine Inspiration für einen neuen Blogartikel suchte kam sie in Form der Blogparade von Elke Schwan-Köhr. Zufall? Nein; erfolgreiche Suche nach Inspiration!

Inspirationen spielen eine wichtige Rolle in meinem Leben. Von vierundachtzig Blogartikeln haben immerhin vier das Wort Inspiration in der Überschrift. Ich habe Inspiration sogar als Kategorie auf meinem Blog. Jeden Monat veröffentliche ich außerdem auf meiner Webseite die Inspiration des Monats.

Ich verbinde viel Positives mit Inspiration

  • Spaß am Entdecken
  • Freiheit
  • Neues lernen
  • Offen für Überraschungen sein

Was bedeutet Inspiration für Dich?

Wie hältst Du von Inspiration? Verstehst Du darunter eine Eingebung, eine kreative Idee, einen unerwarteten Einfall, eine Erleuchtung?

Ich nehme Dich in diesem Artikel mit in meine Welt der Inspiration.

Inspiration eröffnet mir neue Wege

Vor meiner Karriere als Expertin für Energiearbeit war ich Meisterin der Planung. Ohne Plan und zielgerichtetes Handeln ging es nicht. Das hat mich durch mein BWL-Studium und die neun Jahre im Controlling gebracht.

Zwar habe ich auch früher gerne links und rechts des Weges geschaut, einen internationalen Studentenaustausch organisiert, viel gelesen und bin gereist. Das fiel für mich aber in die Rubrik „Hobby“ und hatte nichts mit „richtiger Arbeit“ zu tun.

Das sehe ich heute ganz anders. Mein individuelles Fortbildungsprogramm basiert zum Beispiel auf Inspirationen. Es gibt für mich als Expertin für Unsichtbares keinen Studiengang oder einen festen Plan. Es liegt einzig an mir wie ich mich weiterentwickele.

Inspirationen für meine Arbeit

Deswegen bin ich immer auf der Suche nach Inspirationen. Mit offenen Ohren und offenem Herzen lerne ich, was mir auf meinem Weg weiterhilft.

Viele Inspirationen kommen aus meinem sozialen Umfeld:

  • Die Klientin, die mir ein Buch empfiehlt
  • Meine Familie und Freunde, die Ideen weitergeben
  • Austausch mit Kollegen

Ich bekomme Inspirationen auch durch

  • Die Fragen meiner Klienten
  • Die Dinge, die in der Welt vor sich gehen
  • Was mir im Alltag begegnet

Indem ich bewusst durch meinen Tag gehe und meine Augen und Ohren offen halte sammele ich jede Menge Hinweise zu interessanten Themen. Was dann wirklich auf meinem Zettel landet sind die Sachen, die gerade passen und die mir Spaß machen.

Das ist ein Riesenunterschied zu einem festen Plan. Ich staune immer wieder wie gut dieses offene Lernen zu mir und meiner Arbeit passt.

Inspiration kostet nichts

Diese Art des Lernens hat noch einen anderen Vorteil: Sie kostet nicht viel Geld. Wenn ich ein Riesenbudget zur Verfügung hätte, hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht erst auf diese inspirationsgetriebene Art des Lernens eingelassen.

Natürlich mache ich auch (Online-)Kurse und bilde mich – z.B. in Traumaarbeit – fort. Die monetären Investitionen sind und bleiben aber überschaubar.

Auch das bedeutet Freiheit für mich. Ich sehe wie viel Geld manche Kollegen in teure Coachingausbildungen investieren und wie groß der Druck dann ist, das wieder reinzuholen. Das schenke ich mir.

Ich suche nicht nur nach Inspirationen, ich verschenke sie auch. Die Leser meines Blogs und meiner Webseite können sich regelmäßig Inspirationen bei mir abholen.

Inge vor dem Computer

Inspiration im Blog

Mit meinen Blogartikeln will ich zum Nach- und Weiterdenken inspirieren. Ich freue mich sehr, wenn meine Leser mir dann von ihren Aha-Momenten berichten.  

Inspiration bei der Energiearbeit

Der Dreh- und Angelpunkt der Arbeit mit meinen Klienten ist die Entwicklung von Bewusstsein. Sie kommen zu mir weil sie Informationen darüber brauchen was bei ihnen los ist und warum. Ich biete ihnen einen Strauß von Inspirationen an, aus dem sie sich heraussuchen können, was mit ihnen spricht.

Das finde ich deswegen wichtig weil wir alle so unterschiedlich sind. Es gibt kein Patentrezept für ein spezielles Problem. Lösungen sind immer individuell und müssen zum Einzelnen passen. Zu den Stärken, Möglichkeiten, dem aktuellen Grad des Bewusstseins. Meine Klienten entscheiden also selbst auf welcher Basis sie mit mir arbeiten.

Beispiel

Als eine hochsensible Klientin plötzlich schlecht geschlafen hat bin ich mit ihr in die Ursachenforschung gegangen. Wir haben herausbekommen, dass sie eng mit der Energie der Welt verbunden ist und die großen Veränderungen, die vor sich gehen deutlich spürt. Das interpretiert ihr Körper als Bedrohung und das hält sie wach. Mit dieser neuen Information konnte sie nachvollziehen was in ihr vorging und warum. Das ermöglichte ihr dann auch wieder besser schlafen.

Inspiration passt gut zu Intuition

Ich nutze meine Intuition schon lange bewusst. Trotzdem wundert mich immer wieder, wie hilfreich sie ist.

  • Der Impuls sich mit jemandem auszutauschen hat ein gemeinsames Projekt zur Folge
  • Eine aufmerksame Frage im richtigen Moment wird die Basis für einen interessanten Austausch

Meine Freizeit verbringe ich gerne spontan. Ich habe zum Beispiel keinen Plan wann was im Garten zu tun ist, sondern mache das vom Wetter und der Situation anhängig. Damit bin ich öfter im Hier und Jetzt und habe viel weniger „Muss-Aufgaben“ auf dem Zettel.

Für regelmäßige Aufgaben in Haus und Hof hilft mir dagegen Struktur. So ist bei uns der Donnerstag in der Regel mein Tag für den gründlichen Hausputz.

Ohne Inspiration wäre mein Leben langweiliger

Ich lasse mich überraschen von

  • Einem Online Kongress oder einem Podcast.
  • (Fach)-büchern
  • Fortbildungsangeboten

Wie sehr sich diese Gestaltung meines Lebens unterscheidet von meiner früheren Art zu leben und zu arbeiten wird mir beim Schreiben dieses Artikels wieder einmal bewusst.

Trotzdem arbeite ich mit Plänen, besonders bei größeren Projekten. Ich tracke die Zeit, die ich investiere: In meine Praxis, meine Hortarbeit und das Schreiben. Das gibt mir wertvolle Informationen darüber wo ich gerade stehe und bildet eine gute Grundlage für Entscheidungen. Ich nutze heutzutage Strukturen jedoch um mich zu unterstützen und lasse mich nicht, so wie früher, von ihnen begrenzen.

Inspirationen sind für mich zu einem wichtigen Teil der Gestaltung meines Lebens geworden.

Welche Rolle spielen Inspirationen in Deinem Leben?

Du hättest gerne mehr Informationen? Ruf mich unverbindlich an.

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Mirjam Kilter

© Inge Schumacher

Einfacher Entscheidungen treffen

Jeden Tag treffen wir Entscheidungen, oft unbewusst. Über die Kleidung, die wir tragen, unser Frühstück, den Weg zur Arbeit, den Umgang mit anderen Menschen. Im Alltag entscheiden wir spontan und auf Basis unserer Erfahrungen.

Das Wort Entscheidung leitet sich aus dem alten Wort für Schwertscheide ab. Zwei getrennte Holzplatten schützten ein Schwert. Dieses Bild zeigt, dass wir, wenn wir uns für etwas entscheiden uns gleichzeitig auch immer gegen etwas entscheiden müssen.

Im Alltag brauchen wir zum Glück nicht lange zu überlegen. Wir wissen, was passt und kennen die Konsequenzen unserer Entscheidungen.

Herausfordernd wird es dann, wenn wir etwas verändern wollen. Dann verlassen wir das Bekannte und betreten Neuland. Wir treffen Entscheidungen, deren Konsequenzen wir nicht absehen können.

Es fällt uns oft schwer diese Entscheidungen zu treffen. Erfahrung hilft da nicht weiter. Dann bekommen wir schnell Angst etwas falsch zu machen. In diesem Artikel findest Du Inspirationen und Beispiele, die schwierige Entscheidungen einfacher machen können.

Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung

Jungen Menschen haben es mit Entscheidungen besonders schwer. Eine Bekannte steht gerade vor der Frage, was sie nach dem Abitur und dem Freiwilligen Sozialen Jahr tun soll. Die Fülle an Möglichkeiten ist groß. Die Zeit für die Anmeldung für ein Studium ist verstrichen. „Ich weiß nicht, ob es das Richtige für mich ist“, vertraut sie mir an.

Ich versuche ihr zu vermitteln, dass sie nicht das ganzes Leben lang einen Beruf ausüben muss, wenn sie sich einmal für eine Ausbildung entschieden hat. Ja, sie stellt Weichen für die nächsten Jahre. Ihre Erfahrungen kann sie später aber auch in einem anderen Umfeld nutzen.

Es bringt nichts auf eine Eingebung für die einzig richtige Entscheidung zu warten. Sie wird ihr nicht einfach in den Schoß fallen.

Die meisten Entscheidungen sind nicht endgültig

Die wenigsten werden heutzutage alt in dem Beruf, den sie einmal gelernt haben. Das liegt zum einen an der rasanten technischen Entwicklung; zum anderen an den sich wandelnden Strukturen. Es gibt immer mehr Menschen mit einem „ungeraden“ Lebenslauf. Ich bin dafür ein gutes Beispiel.

Wir können Entscheidungen immer nur auf Basis der Informationen treffen, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Verfügung haben. Hinterher sind wir immer schlauer.

Seit mir das klar ist, habe ich viel weniger Angst davor falsche Entscheidungen zu treffen.

Beispiel

Ich habe mich damals für ein Betriebswirtschaftsstudium entschieden, weil ich studieren wollte, aber nicht wusste was. Dieses Studium eröffnete mir viele Möglichkeiten und ich habe es nicht bereut.

Meine große Tochter war nach dem Abitur ein Jahr in Kanada. Dass sie danach studieren wollte, war für sie klar. Sie studiert jetzt Allgemeine Ingenieurswissenschaften.

Meine zweite Tochter macht nächstes Jahr Abitur. Sie will dann ein Jahr nach Neuseeland. Studieren kommt für sie, Stand heute, nicht in Frage.

Was mir bei meiner Entscheidung geholfen hätte, wären bessere Informationen über mich selbst gewesen – mich also besser zu kennen. Das versuche ich meinen Kindern mitzugeben.

Je mehr wir über uns wissen, umso leichter können wir entscheiden

Mit etwas Wissen über sich selbst fallen Berufsentscheidungen einfacher. Berufsberatungen sind sinnvoll, wenn es darum geht Talente und althergebrachte Wege aufzuzeigen.

Wirklich Neues, das habe ich bei meinen Mädchen mitbekommen, kommt da meist nicht heraus. Was ein junger Mensch gerne tut, was ihn interessiert und begeistert – das muss er selbst wissen. Dabei hilft die Schule wenig.

Sinn-volle Tätigkeiten finden

Letzte Woche habe ich mich mit einem jungen Mann unterhalten, der gerade seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Er ist zweiundzwanzig. Als nächstes will er ein Stück den Jakobsweg gehen und dann in Kanada arbeiten. Was danach kommt, weiß er nicht. Meiner Meinung nach muss er das auch nicht.

Für ihn ist wichtig, dass eine Tätigkeit für ihn persönlich, aber auch für die Allgemeinheit sinnvoll ist. Dafür gibt es keine vorgezeichneten Wege. Das ist eine Herausforderung, weil er kein konkretes Ziel vor Augen hat. Er wird auf seinem Weg herausfinden müssen wohin es für ihn geht.

Ein rostiger Riegel an einer alten Holztür. Symbol für Blockade von Entscheidungen.

Was Entscheidungen behindert

1. Zu wenig Informationen

Viele Studenten geben das Studium oder eine Lehre auf, weil sie eine falsche Vorstellung davon haben. Hier helfen Praktika und Reinschnuppern. Ausprobieren und damit auseinandersetzen ist immer besser als reine Theorie.

Beispiel

Eine Freundin von mir hat sich sehr lange eine Katze gewünscht. Als sie eine Katze in Not aufnahm hat sie zu ihrer großen Überraschung festgestellt, dass sie das gar nicht mochte.

2. Innere Grenzen

Viele Entscheidungen treffen wir weil wir es so gewohnt sind. Dadurch begrenzen wir uns. Hier ist es hilfreich immer wieder zu hinterfragen warum wir etwas tun und ob die Art und Weise etwas zu tun noch zu uns passt.

3. Totschlagargumente

Totschlagargumente sind deswegen so beliebt, weil sie alle Aktivitäten in eine bestimmte Richtung blockieren. Folgende kennen wir bestimmt alle:

  • Das ist einfach so
  • Das haben wir immer so gemacht
  • Dafür ist kein Geld da

Diese Scheinargumente hindern uns sehr effektiv daran neue Wege einzuschlagen. Unser Gehirn will uns sowieso in den alten, vermeintlich sicheren, Bahnen halten. Es liebt sie gerade deswegen.  

Wenn meine Klienten mit dem Geld-Argument kommen schauen wir uns die Hintergründe genau an und stellen fest was wirklich dahinter steckt.

Beispiel:

Eine Klientin brauchte dringend eine Auszeit. Sie meinte, dass das nicht geht, weil sie kein Geld für ein Hotel hat. Nach unserem Gespräch hat sie andere Möglichkeiten gesucht und gefunden und zwei Wochen lang das Haus einer Freundin gehütet.

Wir haben meist viel mehr Möglichkeiten als wir ahnen. Wir müssen dafür aber erst die Dinge aus dem Weg räumen, die uns daran hindern sie zu sehen.

Eine Tür mit einem Herz durch das man den blauen Himmel sieht

Hilfreich für das Treffen von Entscheidungen ist

1. Informationen über sich sammeln

Je besser Du Dich kennst, umso leichter wird es Dir fallen Entscheidungen zu treffen. Du baust so immer mehr Vertrauen in Dich auf.

Beispiel:

Einem Klienten von mir wird gerade bewusst, dass er viel mehr Vertrauen zu sich selbst entwickelt hat. Er merkt das daran, dass er sich jetzt viel sicherer fühlt, wenn er Entscheidungen trifft. Er fühlt auch dann den festen Boden unter seinen Füßen, wenn er ins Unbekannte geht. Mit dieser Grundsicherheit ist es für ihn deutlich einfacher geworden Entscheidungen zu treffen.

2. Den Verstand austricksen

Indem Du die richtigen Fragen stellst kannst Du lästige Glaubenssätze umgehen. Diese Fragen können sein:

Was würde ich tun, wenn ich

  • Nicht scheitern könnte?
  • Nur noch ein Jahr (einen Monat/ eine Woche) zu leben hätte?
  • Finanziell völlig frei wäre?

So setzt Du Deine Scheinargumente und Schutzbehauptungen außer Kraft und kannst wertvolle Informationen über Dich selbst einsammeln. Am besten schreibst Du Dir die Antworten auf. Das bringt am meisten für die Entscheidungsfindung.

3. Inneres Wissen nutzen

Der O-Ring-Fingertest

Dieser Test kommt aus der Kinesiologie. Du bildest mit Daumen und Zeigefinger beider Hände zwei Ringe und schiebst diese ineinander wie zwei Kettenglieder. Halte die Finger fest zusammen.

Jetzt stelle Fragen. Der Test zeigt an, wenn eine Frage Stress in Dir auslöst: Dann werden die Finger schwach und der Ring öffnet sich. So gibt Dir Dein Körper Hinweise, denen Du nachgehen kannst. Probiere es einfach mal aus. Es macht Spaß.

Impulse, Intuition und Co.

Wir klinken uns immer automatisch in die Informationsfelder um uns herum ein. Das tun wir unbewusst. Das kannst Du für Deine Entscheidungsfindung nutzen. Es braucht ein wenig Übung, die kleinen Stimmen unserer Intuitionen und Impulse wahrzunehmen. Wenn Du mehr dazu wissen willst, ich habe Dir in der Überschrift die Blogartikel dazu verlinkt.

Entscheidungshilfen gibt es viele

Ich versuche erst gar nicht alle aufzuzählen. Das würde diesen Artikel sprengen. Auch hier ist das Wichtigste zu schauen, was für Dich passt.

Wenn Du Dich gut kennst und einigermaßen nett mit Dir umgehst hast Du die besten Voraussetzungen für das Treffen passender Entscheidungen.

Du stehst vor wichtigen Entscheidungen und brauchst Unterstützung? Ruf mich unverbindlich an.

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Pixabay

© Inge Schumacher

Seelen-Geflüster

Wir Menschen sind vielschichtige Wesen: Zu Persönlichkeitsentwicklung gehört für mich neben Verstand und Körper auch unser feinstofflicher Anteil. Diesen Teil von uns, der außerhalb der Grenzen von Zeit und Raum existiert, nenne ich Seele.

Deine Seele ist reine Energie


Wir können sie nicht anfassen oder sehen, weder wiegen noch messen. Wir spüren aber, dass sie da ist. Die Seele ist Teil unseres übergeordneten feinstofflichen Bewusstseins. Wir ahnen oft nur, dass wir so viel mehr sind als wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können.

Unsere Seele macht uns mehrdimensional und damit erst zu dem was uns als Menschen ausmacht. Sie gibt unserem Dasein Tiefe.

Deine Seele ist unsterblich

Wenn unser Leben zu Ende ist, dann geht unsere Seele dorthin zurück wo sie hergekommen ist, wo immer das sein mag. Ich glaube daran, dass sie dann mitnimmt, was sie hier erlebt und gelernt hat.

Warum ich das glaube? Es ist unlogisch für mich, dass alle Erkenntnisse, die wir hier gewonnen haben einfach verschwinden. Dafür ist der energetische Aufwand, den wir betreiben um hier geboren zu werden und zu leben viel zu groß. So ist unser Universum nicht aufgebaut. Energie verschwindet hier nicht einfach. Sie wird höchstens transformiert.

Warum bin ich hier?

Deine Seele ist der Teil von Dir, der immer wieder die Sinnfrage stellt. Er erinnert Dich daran, dass Du nicht zufällig hier bist; dass Dein Dasein einen Sinn hat. Deswegen fordert sie Dich immer wieder auf nach diesem Sinn zu suchen. In dem was Du tust und wohin Du Deine Zeit und Energie geht. Sie bringt Dich dazu nach Erklärungen dafür zu suchen warum Du hier bist.

Es ist wichtig, dass Du Dich um diese Fragen Deiner Seele kümmerst. Sonst hängst Du in der Luft und bist unzufrieden und unglücklich.

Das ist nicht so einfach weil es dabei um etwas geht, das Du mehr fühlst und ahnst.

Vielen Menschen hilft ihre Religion oder ihr Glauben die Antworten zu finden, die sie brauchen.

Mein Pastor aus der Gemeinde in der ich den Hort leite, erklärte letztens, den ultimativen Gottesbeweis gäbe es nicht. Es läuft letzten Endes darauf hinaus was jeder Einzelne von uns glaubt.

Auf jeden Fall ist es hilfreich, wenn wir es schaffen die Frage warum wir hier sind zu klären. Das schafft Sicherheit. Es gibt uns eine Basis um hier klarzukommen und ein für uns sinnvolles Leben zu führen.

Wenn wir wissen warum wir hier sind, haben wir es einfacher einen Weg zu finden, der passend für uns ist. Dann können wir

  • zu dem zu stehen was uns wichtig ist
  • das in unser Leben zu lassen was wir brauchen um glücklich zu sein
  • Vertrauen in uns selbst aufbauen

Meine Sinnfragen

Als junge Erwachsene hatte ich keine Ahnung, was ich auf dieser Erde sollte. Ich wurde katholisch erzogen, bin aber früh aus der Kirche ausgetreten, da diese Struktur für mich nicht passte. Jetzt arbeite ich in einer evangelische Gemeinde, die die Ideale an Menschlichkeit und Zusammenarbeit lebt, die mir auch wichtig sind. Ich fühle mich dort sehr heimisch. Irgendwie schließt sich so ein Kreis für mich.

Weil ich nicht wusste wo es für mich hingeht habe ich Betriebswirtschaft studiert. Das war eine Verlegenheitslösung. Ich hoffte, dass mir die Erfahrungen, die ich so sammele nützen würden. Es war die beste Entscheidung, die ich mit den Informationen, die ich damals hatte treffen konnte. Meine Fähigkeiten zum Strukturieren komplexer Probleme und mein Talent für Projektmanagement möchte ich nicht mehr missen.

Die Seele weist den Weg

Probleme bekam ich als ich als Unternehmensberaterin gearbeitet habe und jeden Montag in den Flieger gestiegen bin. Den Sinn dieser Arbeit habe ich schnell in Frage gestellt. Wofür habe ich das gemacht?

Meine Rolle als Mutter hat dagegen immer Sinn für mich gemacht. Kinder zu haben und großzuziehen gehört offensichtlich in mein Leben und ist gut für meine Seele. Trotzdem reichte mir auch das nicht.

Mit der Kindererziehung war ich nicht ausgelastet. Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass mein Gehirn auf Erbsengröße geschrumpft war und sinnlos im Hirnkasten herumkullerte. Ich hoffte, dass da noch mehr war. Ich hatte aber keine Ahnung was das sein sollte.

Meine Seele spürte, dass entscheidende Teile von mir noch unentwickelt waren. Damit beschäftigt habe ich mich aber erst durch meine Depression vor zwanzig Jahren. Diese Krankheit hat mich dazu gezwungen einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Zum ersten Mal musste ich mich mit dem auseinandersetzen, was ich nicht sehen konnte; von dem ich nur ahnte, dass es da war. Erst dadurch fand ich einen Weg, der mich zu meiner Arbeit als Expertin für Energiearbeit geführt hat.

Meine Seele hat bestimmt schon vor meiner Krankheit versucht mir zu zeigen, wohin mein Weg führen könnte. Ich kannte aber ihre Sprache nicht und habe sie deswegen nicht verstanden. So habe ich mich in eine Situation manövriert, die mir die Gelegenheit und Motivation gab, diese Sprache zu lernen.

Wie meine Seele mir half meine Berufung zu finden

Als meine Älteste vier Jahre alt war litt sie an Asthma. Sie hat ein Jahr lang jeden Tag Kortison inhaliert. Als die Ärzte sagten, das müsse sie nun ihr ganzes Leben lang tun, ging ich auf die Suche nach Alternativen. Auf diese Weise lernte ich eine Heilerin kennen, die unsere Allergien erfolgreich behandelte.

Diese sagte zu mir: Inge, das kannst Du auch. Das war neu für mich. Ich hatte mit Esoterik nichts am Hut. Energiearbeit und geistiges Heilen waren bis dahin für mich leere Worthülsen, die ich eher suspekt betrachtete.

Die Ergebnisse ihrer energetischen Behandlung haben mich überzeugt: Ich konnte wieder Kirschen und Nüsse essen. Mein Heuschnupfen war wie weggeblasen.
Daraufhin habe ich eine Ausbildung in Energiearbeit und den Heilpraktiker gemacht. Seitdem hatte ich nie wieder das Gefühl, dass etwas in meinem Leben fehlt. Dieser Weg passte also zu dem, wofür meine Seele hier war. Zu meinem Lebensthema. Was genau mein Lebensthema ist, kannst Du in diesem Blogartikel lesen.

Dein Lebensthema spiegelt Deine Seele

Mit meinen Klienten komme ich früher oder später auf die Frage warum sie hier sind. Diese Frage kannst Du ziemlich leicht beantworten, wenn Du Dir Dein Leben genau anschaust.

Dein Lebensthema zieht sich durch Dein gesamtes Leben, ob Du Dir dessen bewusst bist oder nicht. Um Dein Lebensthema zu finden stelle fest was immer wieder in Deinem Leben vorkommt. Nimm Dir zum Beispiel Deinen Lebenslauf vor. Auch das womit Du gerne Deine Zeit verbringst gibt Dir Hinweise. Wie Du auf diesem Weg Dein Lebensthema findest habe ich ausführlich in diesem Artikel beschrieben. Du kannst aber auch gerne ein Gespräch mit mir führen.

Blanko Schilder strecken sich in viele Richtungen

Wenn Du Dein Lebensthema kennst, kommst Du schnell dem Sinn Deines Lebens auf die Spur. Deine Seele schickt Dir immer wieder Hinweise für Wege, die für Dich infrage kommen. Es gibt nicht nur den einen richtigen Weg für Dich, sondern unendlich viele. Es braucht Übung, um diese Hinweise zu interpretieren. Bleibe locker. Wenn Du einmal auf der Suche bist, kannst Du sicher sein, dass Du passende findest, die Dir ein sinnvolles Leben ermöglichen.

So faszinierend wie die Beschäftigung mit unserer Seele ist, dürfen wir unseren Körper nicht vergessen, der uns mit allem versorgt was wir brauchen. Lange habe ich es versäumt ihm die Aufmerksamkeit zu geben, die er verdient.

Vergiss Deinen Körper nicht

Mein Körper ist für mich, die sich beruflich viel mit Energien auseinandersetzt besonders wichtig. Er hält mich in der Balance. Er erdet mich und bewahrt mich davor abzuheben.

Kümmern um meinen Körper bedeutet für mich auch, mich um meine Basis zu kümmern. Es hat lange gebraucht bis ich wirklich verstanden habe wie wichtig das ist. Das gut umzusetzen fällt mir immer noch schwer.

Ich versuche mir eine Umgebung zu erschaffen, die mich dabei unterstützt. Meine Familie sorgt zum Beispiel dafür mich auf dem Boden zu halten. Ich hätte früher sonst sicher die Tendenz gehabt in feinstoffliche Bereiche abzudriften. Denn auch hier, wie überall, braucht es Balance. Damit ich meine Energiearbeit gut machen kann, ist eine gute Bodenhaftung unerlässlich. Wenn Du mich kennst, weißt Du wie wichtig mir Pragmatismus ist.

Du kannst Dich auf Dich selbst verlassen

Deine drei wichtigsten Ratgeber hast Du immer bei Dir:

  • den Körper
  • den Verstand
  • Deine Seele

Mehr brauchst Du nicht um ein sinnvolles Leben zu führen. Wobei es egal ist was die anderen sagen. Der Sinn ergibt sich aus dem, was Du in diesem Leben lernen und erfahren möchtest.

Pflege Deine Seele

Erst wenn wir die Bedürfnisse unserer Seele berücksichtigen, sind wir in der Lage unser ganzes Potential zu nutzen.

Dieses Potential umfasst unser gesamtes Sein und sieht bei jedem von uns anders aus. Wir finden unseren Weg manchmal auf Umwegen – so wie ich. Das ist nicht verkehrt. Ich wusste lange nicht wo genau meine Talente lagen und was für mich sinn-voll war. Meine Seele hat mich mit ihren Impulsen so lange auf die Suche geschickt bis ich den Sinn gefunden habe.

Deine Seele bietet Dir einen Kompass nach dem Du Dich richten Kannst. Sie bietet mögliche Richtungen an, gibt aber nie konkrete Handlungsvorgaben. Sie zeigt Dir nur Möglichkeiten auf. Es liegt an Dir diese mit Leben zu füllen.

Fragst Du Dich warum Du hier bist? Brauchst Du Unterstützung dabei mehr über Dich herauszufinden? Nutze dazu gerne mein halbstündiges Kennenlerngespräch.

Focus Artikel zum Thema Seele

Fotos: Pixabay

© Inge Schumacher

Beziehung: Veränderung ist Herausforderung

Wenn wir an uns arbeiten, verändern wir uns oft stärker als wir denken. Wer diese Veränderungen am meisten mitbekommt und damit klarkommen muss sind unsere Partner.

Anlass für diesen Artikel sind meine lieben Klienten, die immer wieder vor Herausforderungen in ihren Beziehungen stehen weil sie sich verändern.

Persönlichkeitsentwicklung hat Nebenwirkungen

Je besser wir uns kennenlernen desto bewusster gehen wir durch die Welt. Wir sind zufriedener, weil wir das loslassen was nicht zu uns passt. Wir erreichen besser unsere Ziele weil wir klarer wissen wohin wir wollen und warum.

Dass unsere Entwicklung unsere Beziehungen beeinflusst ist eine Nebenwirkung mit der wir oft nicht rechnen, obwohl das eine logische Folge ist. Wir gehen davon aus, dass die Dinge so bleiben wie sie sind, obwohl wir sehr wohl wissen, dass das einzig Konstante im Leben die Veränderung ist.

Unsere Entwicklung hat Auswirkungen in allen Lebensbereichen. Über Auswirkungen auf die Arbeitswelt habe ich hier geschrieben.

Verantwortung übernehmen

Meine Klienten sind keine Jammerlappen. Sie übernehmen Verantwortung für sich und ihr Sein. Weil sie etwas verändern wollen und alleine nicht weiter kommen arbeiten sie mit mir. Sie investieren Zeit und Energie, um sich kennenzulernen und sich weiterzuentwickeln.

Freundschaften

Wenn wir uns weiter entwickeln hat das Auswirkungen auf unser soziales Umfeld. Freundschaften verändern sich oder stehen plötzlich auf dem Prüfstand.

Viele meiner Klienten machen an einem Punkt eine Inventur ihrer sozialen Kontakte . Sie merken zum Beispiel viel deutlicher welche Freundschaften sie viel Energie kosten und überdenken die, die ihnen nicht gut tun.

Ich habe bewusst Beziehungen zu den Menschen, die ich die „armen Opfer“ nenne einschlafen lassen. Das sind die, die immer den Umständen die Schuld geben, dass es ihnen nicht gut geht. Sie übernehmen keine Verantwortung für das, was in ihrem Leben passiert. Ich habe vergeblich versucht ihnen zu helfen und musste einsehen, dass sie das nur alleine können.

Togi und Inge 1992 in Yosimite

Beziehungen sind elementar

Tiefe emotionale Bindungen sind wichtige Grundlagen unseres Lebens. Der Drang enge Bindungen herzustellen ist in unseren Genen verankert. Wir brauchen auch als Erwachsene mindestens eine gute Bindung um uns wohl zu fühlen. Die Verbundenheit in einer Partnerschaft kann eine große Kraftquelle für beide Partner sein.


Unser Partner ist unsere Zuflucht. Wenn wir das Gefühl haben den Kontakt mit ihm zu verlieren, fühlen wir uns einsam und hilflos. Wir können dann Verlustängste bekommen. Das erklärt auch, warum Veränderungen in der Beziehung so starke Emotionen in uns hervorrufen.

Beziehung bedeutet Arbeit

Für mich ist eine Paar-Beziehung eine der größten Herausforderungen, die es überhaupt gibt. Ständig muss eine neue Balance gefunden werden, weil die Beteiligten oder äußere Umstände sich laufend verändern.

Mein Beispiel:

Mein Mann und ich uns in den letzten dreiunddreißig Jahren ziemlich parallel entwickelt haben: Mal ging der eine vorneweg, dann der andere. Unser Glück: Die Marschrichtung war die Gleiche. Das Schöne daran war, dass wir uns austauschen konnten. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, so dass es für uns beide leichter war uns weiterzuentwickeln. Wir konnten uns den Raum geben, den es dazu brauchte.

Trotzdem sind oft die Fetzen geflogen weil es oft schwer war eine neue Balance für unsere Beziehung zu finden. Das war und ist nicht einfach und bleibt eine ständige Herausforderung.

Problem: Wenn einer vorangeht

Paare, bei denen sich einer stark verändert haben es schwer: Da lebt man mit jemandem zusammen, den man plötzlich nicht wiedererkennt. Reaktionen und Situationen, die früher vorhersehbar waren sind es nicht mehr, weil der Partner sich – scheinbar ohne Grund – plötzlich anders verhält. Das sorgt für Verunsicherung.

Beispiel: Entwicklung lässt sich nicht zurückdrehen

Der Ehemann einer Freundin bat sie. „Kannst Du bitte mal eine Pause in Deiner Entwicklung machen? Ich komme nicht mehr mit“. Er sah, dass es ihr gut ging, aber er fühlte auch die Distanz, die zwischen ihnen entstand.

Meine Freundin erzählte mir, dass ihr in diesem Moment klar geworden ist, dass sie ihre Entwicklung nicht pausieren konnte und wollte. Sie hat ihrem Mann Zeit gegeben und ihn so gelassen wie er war. Die beiden haben sich so wieder zusammengefunden.

Beispiel: Beziehung auf dem Prüfstand

Bei zwei Klienten steht die Beziehung gerade auf der Kippe. In einer Beziehung gibt es kleine Kinder. Beide Frauen haben in den letzten Jahren viel an sich gearbeitet und sich dadurch verändert. Sie stellen fest, dass sie jetzt unzufrieden in ihren Beziehungen sind.

Interessanterweise stellen beide sich selbst die Frage: Wie konnte ich bisher mit dieser Beziehung zufrieden sein? Warum habe ich dieses oder jenes akzeptiert? War ich dumm? Nein, anders!

Sie waren andere Menschen bevor sie die Reise zu sich selbst angetreten haben. Ihre Persönlichkeit hat sich verändert. Sie haben eine andere Energie ausgestrahlt als jetzt und damit ihren Partner angezogen. Dieser Partner ist nicht plötzlich falsch. Es ist nicht seine Schuld, dass jetzt Verhaltensweisen stören, die früher in Ordnung waren. Er hat sich nicht verändert.

Meine Klienten machen ihrem Partner Vorwürfe, dass er sich nicht weiter entwickelt. Es ist schwer für sie, sich aus der Perspektive des Partners zu betrachten.

Der Partner muss unsere Veränderung nicht mitgehen. Hier braucht es viel Geduld und Akzeptanz auf beiden Seiten. Selbst wenn unsere Partner sich bemühen sich zu ändern, müssen sie die Gelegenheit haben, das auf ihre Art und Weise zu tun – so, wie es für sie passt. Das kann auch in eine ganz andere Richtung gehen als in die, die wir uns wünschen.

Vielleicht ist unsere Entwicklung dann der Anfang vom Ende der Beziehung. Ich rate meinen Klienten, nicht so schnell aufzugeben. Mir hilft in schwierigen Übergangszeiten mir bewusst zu machen, warum ich meinen Partner gewählt habe und was ich an ihm schätze. Diese Eigenschaften behält er, auch wenn ich gerade unzufrieden bin:

  • Es ist nie langweilig mit ihm
  • Sein Einsatz für die Kinder ist mir wichtig
  • Wir lachen viel miteinander

Beziehung ohne Garantie


Es gibt keine Garantie dafür, dass und wie lange eine Partnerschaft hält. Mit oder ohne Trauschein. Es war sehr befreiend für mich, das Bild vom „Es muss ewig halten“ loszulassen. Das konnte ich aber erst als ich mich mit mir selbst sicherer fühlte. Seit ich weiß: Ich werde mich nie im Stich lassen kann ich emotional besser auf eigenen Füßen stehen. Das kommt meiner Beziehung zugute.

Hilfe bei Beziehungs-Stress

Was Dich in Zeiten von Veränderung weiterbringt ist Akzeptanz und Achtsamkeit für die Gesamtsituation: Deine und die Deines Partners. Mach Dir die Dynamik klar, die Deine Entwicklung in die Beziehung bringt. Du störst das Gleichgewicht, das immer wieder neu ausgehandelt werden muss. Das verursacht Verunsicherung auf beiden Seiten.

Keine Panik: Verunsicherung ist ein Symptom für Veränderung, das muss nicht gleich das Ende der Beziehung bedeuten. Es bedeutet aber ein Verabschieden von alten Gewohnheiten.
Idealerweise hältst Du in einer solchen Situation die Kommunikationskanäle offen.

  • Erzähle von Dir
  • Höre Dir die Sicht Deines Partners an
  • Versuche so offen und ehrlich wie möglich zu sein

Beziehung in kleinen Schritten


Ich versuche mir im Alltag immer wieder bewusst zu machen, was für eine Leistung unsere Beziehung eigentlich ist. Wie schön es ist, dass dieser vertraute Mensch, der mir beim Frühstück gegenüber sitzt, mein Leben schon so lange teilt. Es ist ein Erfolg, diese Zeit gemeinsam durchgestanden zu haben, durch Dick und Dünn gegangen zu sein.

Was zählt ist jeder einzelne Tag, den wir im Hier und Jetzt teilen. Jeden Tag entscheiden wir uns beide bewusst wieder dafür Teil dieser Familie zu sein. Wir wissen beide nicht was morgen ist.

Ich gleiche mit meinem Mann meine und seine Ziele für die nächste Zeit und für unser gemeinsames Leben immer wieder ab. Für mich ist es wichtig, festzuhalten wofür wir stehen und wofür unsere Beziehung steht. Damit sie weiterhin in der Lage ist uns beide und unsere Kinder zu tragen.

Du brauchst Unterstützung? Ich schenke Dir ein halbstündiges Gespräch.

Bücher

  • Halt mich fest von Susan M. Johnson: Bindung als integraler Bestandteil unseres Lebens
  • Eva-Maria Zurhorst: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest
  • Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Privat und Pixabay

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