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Kategorie: Island

Faszination Island

Es gibt Orte auf der Erde zu denen wir uns hingezogen fühlen. Bei mir ist das Island. Ob Island zu Skandinavien gehört ist umstritten. Aber die Botschaft des Inselstaates in Berlin teilt sich ein Gebäude mit Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland.

Als Michelle mich fragte ob ich bei ihrer Blogparade über die Faszination Skandinavien mitmachen möchte habe ich mich gefreut: Ich konnte mich ausgiebig mit meinem Lieblingsland beschäftigen.

Inhaltsübersicht

  • In diesem Artikel erzähle ich Dir was ich an Island besonders schätze
  • Ich beantworte die Frage für wen Island das richtige Reiseland ist
  • Du bekommst außerdem einen Einblick in die Kultur und Besonderheiten des Landes
  • Abgerundet wird der Artikel mit vielen Tipps

Island rief mich immer wieder

Bevor ich zum ersten Mal in Island war hatte ich so ziemlich jede Dokumentation gesehen, die es gab. Jahrelang kam jedes Mal wenn ich den Fernseher anmachte etwas über Island. Als mir das auffiel, begriff ich: Da muss ich hin. Ich hatte vorher keinerlei Kontakte zu diesem Land.

Ich wusste, dass ich Island langsam entdecken wollte. Über viele Ecken bekam ich Kontakt zu einer Isländerin, die mit kleinen Gruppen in Island unterwegs war. Als ich die Reise losging kam mein drittes Kind gerade in den Kindergarten und mein Mann übernahm für zwei Wochen meine Familienpflichten.

Der Islandvirus ist unheilbar

Als ich vom Flugzeug aus zum ersten Mal auf Island heruntersah, hatte ich Tränen in den Augen. Der Islandvirus hatte mich voll erwischt. Der ist unheilbar und bringt mich dazu, immer wieder hinzufahren. Ich war jetzt viermal dort, davon zweimal mit meiner Familie, die ich erfolgreich angesteckt habe.

Vom Glück der Langsamkeit

Viele Touristen düsen in 7 bis 10 Tagen auf der Ringstraße einmal rund um die Insel. Sie haken so die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die in Island Naturschönheiten wie Wasserfälle, Berge oder Tiere (z.B. Wale oder Papageientaucher) sind, im Schnelldurchlauf ab.

Ich rate von solch einer Tour ab. Das Land ist so überwältigend und liefert so viel Input, dass Du Dir Zeit zum Verarbeiten und zum Entdecken gönnen solltest. Es lohnt sich.

Ist Island ein passendes Reiseziel für Dich?

Die Reaktionen auf Island sind sehr unterschiedlich. Island polarisiert: Entweder Du liebst es oder Du hasst es.

Island ist nicht geeignet für Dich wenn Du

  • Wärme und immer blauen Himmel brauchst: Selbst im Sommer gehören Mütze und Handschuhe zur Grundausrüstung
  • Keinen Wind magst
  • Im Urlaub kein Auto oder Bus benutzen willst

Island ist das richtige Reiseziel für Dich, wenn Du

  • Keine Angst vor Regen und Kälte hast
  • Die Natur liebst
  • Pferdenarr bist
Island Pferde werden getrieben

Islandurlaub mit der Familie

Wir haben uns Häuser an verschiedenen Orten gemietet und von dort aus die Gegend erkundet. Es gibt  auch viele gute AirBnB´s. Eine günstigere Möglichkeit ist Camping. Dazu sollten Du und Dein Gepäck wasserfest sein.

Island ist teuer

Eine Reise nach Island ist eine Investition. Günstige Flüge sind bei rechtzeitiger Buchung ab 350 € zu haben. Autos, Gästehäuser, Camper das alles kostet viel Geld. Auch das Einkaufen ist teuer – ganz geschweige von den Restaurants.

Island mit kleinem Budget

Ich bin trotzdem nach Island gefahren als kein Geld für eine Reise da war: Ich habe dort gearbeitet. Über Facebook habe ich eine Frau kennengelernt, die jemanden gesucht hat, der mit ihr Workshops für Frauen in den Westfjorden macht. Da habe ich ganz laut „Hier“ gerufen.

Viele Pferdeliebhaber arbeiten im Sommer auf den vielen Pferdehöfen im Land. Aufgrund des Touristenbooms gibt es auch jede Menge Jobs für Servicepersonal. Es gibt Jobbörsen auf Facebook und im Internet.

Als Familie waren wir bisher im März und im Mai in Island weil im Sommer die Autos und Unterkünfte noch viel teurer sind.

Die Hauptstadt Reykjavík

Hallgrimmkirche in Reykjavik in der Mitternachtssonne. Ein Traum.
Hallgrimskirche in der Mitternachtssonne

Die Hauptstadt von Island hat 120.000 Einwohner. Zwei Drittel der 320.000 Isländer wohnen in ihrem Umkreis. Die Stadt hat viel zu bieten: Es gibt einen hübschen Stadtkern und man kann sich günstig mit Verpflegung eindecken. Den Zauber von Island kann ich dort aber nicht finden.

Beim ersten Besuch mit Familie habe ich meinem Lieben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gezeigt. Am nächsten Tag wollten alle gleich weiterfahren und beim zweiten Mal haben wir dort gar nicht angehalten.

Das geht nicht jedem so. Ein Bekannter von mir fährt jedes Jahr im November zum mittlerweile sehr bekannten Iceland Airwaves Festival.

Das wahre Island

findet man auf dem Land: Auf der Halbinsel Snaefellsnes, den Westfjorden, dem Norden oder dem Osten. Kleine Dörfer und die weite Landschaft kann man dort ausgiebig genießen und sieht oft stundenlang keine anderen Menschen.

Was ich an Island liebe

  • Die Weite, die klare Luft und die Natur. Es gibt überall Freiluft-Schwimmbäder.
  • Frischen leckeren Fisch bekommt man in jedem Supermarkt.
  • Ich kann hier wunderbar zur Ruhe kommen und Ballast loslassen. Das ist für mich Erholung pur.
Mein Liebelingswasserfall in Island sind die Hraunfossar.
Hraunfossar, mein Lieblingswasserfall

Meine persönlichen Highlights

  • Stundenlang im Gras oder auf einem Lavabrocken sitzen und einfach nur sein
  • Killerwale in der Mitternachtssonne vom Strand aus beobachten
  • Bekanntschaft mit Elfen machen

Zukunftsmusik: Was ich in Island noch vorhabe

  • Nordlichter sehen
  • Das Hochland erkunden
  • Wieder Seminare geben

Wenn die Kinder groß sind möchte ich zusammen mit meinem Mann ein paar Monate im Jahr in Island leben und arbeiten. Deswegen lerne ich seit 4 Jahren Isländisch. Das ist nicht einfach, macht mir aber viel Spaß. (Bild). Momentan bin ich auf Kinderbuchniveau.

Isländische Kultur

Isländer sind Kämpfer

Die Isländer haben seit der Besiedlung durch die Wikinger ums Überleben gekämpft. Ihr Land ist karg. Erst seit der Erwärmung durch den Klimawandel kann dort Getreide wachsen. Die heißen Quellen werden erst seit knapp hundert Jahren zum Heizen für Schwimmbäder und Gewächshäuser genutzt.

Durchsetzungsstärke

Isländer leben heutzutage neben dem Tourismus noch hauptsächlich vom Fischfang. Von 1952 bis 1975 haben sie zur Sicherung ihrer Fischereigründe die Fangzonen eigenmächtig immer weiter ausgedehnt. Es gab dadurch viele Auseinandersetzungen mit den europäischen Nachbarn, die 1972 im berühmten Kabeljaukrieg mit Großbritannien endeten.

Gestelle mit tausenden von Trockenfisch auf Island
Fisch hängt zum Trocknen

Anpassungsfähigkeit

Isländer arbeiten viel und haben oft mehrere Jobs. Sie haben gelernt zu improvisieren. Wenn das Wetter mal wieder Kapriolen schlägt passen sie sich an. Es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig. Dadurch hat sich eine Kultur des: Kommst Du heute nicht kommst Du morgen etabliert. Auf Isländisch heißt das: Þetta reddast. Die Übersetzung lautet: Das wird schon. Ausländische Unternehmen bringt es oft zur Verzweiflung, wenn Abmachungen und Termine wieder nicht eingehalten werden.

Aber das Wetter war gerade gut und man hat der Familie auf dem Bauernhof geholfen oder man musste den Schneepflug fahren, um die Straße wieder passierbar zu machen. Wenn man in Island etwas organisieren will muss man viel Geduld mitbringen.

Kreativität

Die Winter in Island sind lang und dunkel. Vielleicht sind deswegen so viele Isländer Künstler. Mir kommt es vor als ob dort jeder Autor, Musiker oder bildender Künstler ist. In einheimischen Wohnungen findet man vielleicht deswegen auch so viele Originalkunstwerke. Um von ihrer Kunst zu leben, müssen die Isländer in Ausland reisen. Der einheimische Markt ist viel zu klein.

Reisen erweitert den Horizont

Während der langen dänischen Herrschaft konnte nur in Dänemark studiert werden. Dänisch ist immer noch – zusammen mit Englisch – die erste Fremdsprache in den Schulen. Auch heute kannst Du etliche Isländer in Kopenhagen treffen.

Viele Isländer wohnen und arbeiten zumindest für ein paar Jahre im Ausland. Nicht umsonst bedeutet ein isländisches Wort für dummzuhause geblieben“. (heimskur). Den eigenen Horizont erweitern kann nur, wer auch mal von der Insel runterkommt.

Tipps

Island ist begehrt

Island ist in den letzten Jahren populär geworden. Der goldene Zirkel (Gullfoss, Geysir und Þingvellir), die Wasserfälle im Süden und die warmen Quellen sind jetzt auch außerhalb der Sommermonate gut besucht. Oft stapeln sich dort die Busse. Anschauen solltest Du Dir diese Orte trotzdem. Fahre azyklisch und meide die Zeiten von 10.00 -17.00 Uhr, wenn die meisten Busse unterwegs sind.

Die berühmte blaue Lagune hat sich zu einer überteuerten Touristenfalle entwickelt. Es gibt zum Glück genug Alternativen: Fast jedes Dorf hat ein Schwimmbad, in dem sich die Einheimischen zum Klönen treffen.

Das Schwimmbad in Þingeyri (Westfjorde) – mit Aussicht

Hör auf die Isländer

Einheimische Rettungskräfte riskieren immer wieder ihr Leben um Touristen aus brenzligen Situationen retten. Wenn abgeraten wird Auto zu fahren, dann solltest Du das auch lassen. Wir können uns die extremen Wetterbedingungen dort nicht vorstellen. Im Sturm werden Autos wirklich von der Straße gepustet!

Lass Dich bei der Reiseplanung von Islandexperten beraten

Gute Reisebüros geben Euch ausführliche Tipps für die Reise, für Kleidung etc. Ich kann Dir Contrastravel empfehlen. (Das ist unbezahlte Werbung.) Sie sind spezialisiert auf Nordlandreisen und ich kenne sie als zuverlässig und kompetent. Sie haben mir bei den Vorbereitungen zu unserer letzten Reise geholfen und sind im forum anders reisen organisiert, das Wert auf nachhaltigen Tourismus legt.

Buchtipps für Islandfans und solche die es werden wollen

Jetzt in Coronazeiten hast Du vielleicht Zeit und Lust von und über Island zu lesen

Island ist mein Sehnsuchsort

Wenn Du die Natur liebst, Dir die Unwägbarkeiten des Wetters nichts ausmachen und Du Dich gut vorbereitest ist ein Islandurlaub ein unvergessliches Erlebnis. Mir haben die Islandreisen bei entscheidenden Schritten in meiner persönlichen Entwicklung geholfen. Auch darum liebe ich dieses Land und werde immer wieder hinfahren.

Ich arbeite als Heilpraktikerin und Expertin für Energiearbeit. Nicht umsonst finden sich auf meinen Visitenkarten, meiner Webseite, Blog, meiner privaten Facebookseite und in meiner Praxis Bilder von Island:

Übersicht Praxis
Blick in meine Praxis mit dem großen Islandbild

Es hat mir sehr viel Freude gemacht gedanklich einmal wieder in die Weite und die klare Luft Islands zu reisen.

Weitere Artikel von mir über Island findest Du hier:

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© Inge Schumacher

Bilder: privat

Was Island mit Loslassen zu tun hat

Island ist mein Lieblingsland. Die saubere Luft und der starke Wind machen es einfach für mich, Ballast loszulassen. Ich kann mich entspannen und in Ruhe die Prioritäten in meinem Leben sortieren. Hier gibt es ein paar Interna zum Schmunzeln. Viel Spaß beim Lesen.

Beruflich  – ich bin Heilpraktikerin und auf geistiges Heilen spezialisiert – wie privat ist Loslassen für mich ein zentrales Thema. You can read this article in English here.

In Island weht der Wind Überflüssiges einfach weg

Jeder Mensch hat Orte an denen er sich besonders wohl fühlt. Der eine fühlt sich zu einer Insel im Mittelmeer hingezogen und der nächste ist Südamerikafan. Zum kurzen Wiederaufladen fahren mein Mann und ich gerne von Hamburg aus an die Ostsee. 3 bis 4 Stunden am Meer sind für uns wie eine Woche Urlaub.

Island ist für meine Familie und mich ein besonderer Wohlfühlort. Hier können wir alle gut loslassen und auftanken. Die Klarheit und Weite der Landschaft unterstützt uns dabei: Einfach da sein genügt. Dieses Mal waren wir zwei Wochen im Norden von Island unterwegs.

Loslassen ist eine andauernde Aufgabe für mich

Wie aktuell das Thema Loslassen ist, zeigte sich schon bei unserer Abreise am Flughafen.

Wir waren spät dran und suchten den Schalter zum Einchecken. Ich schaute meine große Tochter an, die in ihrer leichten Übergangsjacke hinter uns her rannte und mir entgleisten die Gesichtszüge. Sie hatte ihre Winterjacke nicht mit. O je! Es ist Ende April und wir fahren in ein Land, in dem es um diese Zeit noch schneit.

Schon war ich mittendrin im „Mama Worry Modus“. Zuerst habe ich mir die Schuld gegeben, nicht zum 3. Mal gecheckt zu haben, ob sie auch wirklich die richtige Jacke dabei hat. Bei allen anderen Familienmitgliedern habe ich das getan und sogar mit meinem Mann lange über die Vorzüge regenabweisender Kleidung verhandelt.

Erst im Flugzeug habe ich mich wieder beruhigt. Theoretisch weiß ich, dass ich nicht immer für alles in meiner 5-köpfigen Familie die Verantwortung übernehmen kann oder will. Wie man sieht arbeite ich noch an der praktischen Umsetzung.

Als wir am nächsten Tag feststellten, dass die mittlere Tochter die zu kleinen Winterschuhe vom Vorjahr eingepackt hatte, habe ich nur noch gelacht.

Das Jackenproblem der einen Tochter haben wir mit mehreren Schichten Pullovern gelöst. Zum Glück spielte das Wetter mit, so dass die Füße der zweiten Tochter zwar kalt, aber nicht durchweicht wurden.

Hier passt der oft zitierte isländische Spruch Þetta reddast! Das wird schon gut gehen!

Die Isländer sind ein ziemlich entspanntes Volk. Sie sind spontan und sehen Termine eher als lockere Verabredungen. Das sorgt manchmal für Schwierigkeiten z. B. in der Tourismusbranche. Ich weiß, dass deutsche Reiseunternehmen froh sind, wenn sie es auf der isländischen Seite mit zuverlässigen deutschen Auswanderern zu tun haben.

Wir durften in diesem Urlaub auch die positiven Auswirkungen dieser Lockerheit erleben als die Hilfe für unseren platten Reifen schon am selben Abend kam anstatt erst am nächsten Morgen, wie angekündigt. Unser freundlicher Retter meinte, ihm wäre gerade langweilig gewesen.

Die Isländer kochen zwar leckeren Kaffee und ein wenig Lockerheit schaue ich mir gerne bei ihnen ab. Ich halte sie aber nicht für die idealen Vorbilder für das Loslassen, denn die isländische Mentalität ist nicht wirklich kompatibel mit unserer.

Loslassen setzt Energien frei

Wenn wir Dinge loslassen, wird der Platz frei, den diese beanspruchen. Das gilt für Gegenstände genauso wie für nicht Materielles. Das bedeutet nicht nur, dass wir dann mehr Zeit haben, sondern dass wir wieder offen sind für Neues.

Ende 2016 habe ich die Zusammenarbeit mit meiner isländischen Freundin losgelassen. Wir haben zusammen Seminare für Frauen in den Westfjorden von Island angeboten. Als ich mit ihr darüber sprach, war sie froh, dass ich den ersten Schritt gemacht habe. Sie ist jetzt Mitte 60 und möchte es ruhiger angehen lassen.

Ich freue mich schon auf künftige Projekte in Island und lerne weiter Isländisch. In diesem Urlaub konnte ich schon kleine Gespräche mit Einheimischen führen.

Das Joint Venture hat mich anscheinend viel mehr Energie gekostet als mir bewusst war, denn plötzlich kam ich mit meinen Projekten viel schneller voran. 2017 habe ich zwei Blogs gestartet, den englischen über die Märchendimension und diesen hier über meine Arbeit als Heilpraktikerin und Themen aus der Persönlichkeitsentwicklung. Auch habe ich seitdem deutlich mehr nationale und internationale Klienten.

Der Islandurlaub ist für mich ein guter Anlass für eine gründliche Inventur. Abseits vom Alltag nehme ich mir die Zeit anzuschauen was ich momentan so mit mir herumtrage und was ich davon loslassen möchte. Im Alltag bin ich mir oft nicht bewusst was ich so alles festhalte.

Mein 8 jähriger Sohn mit Islandcap vor einem Fjord
Mein 8-Jähriger mit Islandcap

Meine Kinder loszulassen fällt mir oft schwer

Meine älteste Tochter war sehr ängstlich. Beim ersten Gespräch im Kindergarten stellte ich zu meiner großen Erleichterung fest, dass die Erzieher mit mir am gleichen Strang zogen. Wir arbeiteten zusammen daran sie sanft an ihre Grenzen zu führen. So habe ich gelernt, wie hilfreich es ist, einen Teil der elterlichen Verantwortung abzugeben.

Eine andauernde Lernaufgabe ist für mich die Klassensituation meines Jüngsten. Er kam in eine chaotische 1. Klasse mit vielen schwierigen Kindern. Die Schulleitung war nicht in der Lage Abhilfe zu schaffen und ich hatte Sorge, dass mein ruhiges sensibles Kind unter die Räder kam. Zum Glück ging es meinem Sohn in dieser Klasse trotz allem gut, denn die Lehrerin hat es geschafft, ihm ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Sie konnte sich wegen der Klassensituation jedoch nicht so um seine Leseprobleme kümmern, deshalb unterstütze ich ihn, in Absprache mit ihr, so gut es geht zu Hause.

Mein Sohn hat in seiner Klasse wundervolle Freunde gefunden. Ich übe trotzdem immer noch meine Sorgen um ihn loszulassen.

Weg mit den inneren Begrenzungen!

Nur, wenn wir sehr aufmerksam sind gelingt es uns Dinge zu identifizieren, mit denen wir uns unbemerkt selbst begrenzen. Erst wenn wir sie kennen können wir sie loslassen.

Mir wurde das kurz vor meinem 50. Geburtstag klar. Mein Mann fragte mich, was ich am liebsten tun würde, denn ich hatte keine Lust auf eine große Feier. Am liebsten würde ich am Meer picknicken, antwortete ich. Im selben Moment als ich das sagte war da eine innere Stimme, die meinte, das ginge nicht. Im Februar sei es doch viel zu kalt an der Ostsee. Da spürte ich, dass ich auf eine total überflüssige innere Begrenzung gestoßen war. Ich war erschrocken über die Erkenntnis, dass ich mich anscheinend immer noch ständig selbst begrenze.

Mein Mann und ich haben also an meinem Geburtstag bei 4°C am Ostseestrand gepicknickt. Dieses Erlebnis habe ich zum Anlass genommen mein nächstes Lebensjahrzent unter das Motto „Weg mit meinen inneren Begrenzungen“ zu stellen. Seither achte ich viel mehr auf diese leise Stimme und überlege, ob und wann ich ihr folge. Ich habe seitdem schon viele kleinere und größere innere Begrenzungen identifiziert.

Loslassen in meiner Heilpraktiker-Praxis

Bei meiner Arbeit als geistige Heilerin ist Loslassen ein zentrales Thema. Ich helfe meinen Klienten zu verstehen was sie gerade festhalten und warum, damit sie es anschließend  loslassen können. Danach überlegen wir oft gemeinsam, wie alte Muster verändert werden können.

Kurz vor meinem Urlaub bekam ich einen Anruf von einer Klientin, die seit ihrer Behandlung bei mir sehr müde war. Ich konnte feststellen, dass nach der Behandlung  viele Dinge losgelassen hat, die ihr nicht mehr dienten. Warum machte sie das so müde?

Wenn wir Dinge loslassen auf die wir uns lange gestützt haben, fehlen sie uns erst einmal. Es ist so als ob wir aus dem Fundament unseres Hauses einige tragende Steine herausnehmen: Die ganze Konstruktion kann dann vorübergehend etwas instabil werden. Wir brauchen dann mehr Energie, um sowohl das Gleichgewicht zu halten als auch neue Steine einzufügen. Ich habe das schon selbst oft erlebt und man sollte dann gut auf sich aufzupassen und sich nicht überfordern.

Meine Klientin war also so müde, weil sie dabei war, Grundsätzliches loszulassen. Ich habe mich sehr über ihren Anruf gefreut, denn er zeigte mir, dass sie alleine weiter arbeitete. Sie ist auf dem Weg mehr zu dem Menschen zu werden, der sie sein möchte. Für mich gibt es nichts Schöneres als sie dabei zu begleiten.

Regenbogen über dem Dettifoss in Island
Regenbogen über dem Dettifoss

Unseren Autopiloten erkennen

Eingefahrene Gewohnheiten bewirken, dass wir nicht selbst steuern, sondern auf dem Beifahrersitz durch unser Leben gefahren werden. Dieser Autopilotenmodus bringt uns aber nicht unbedingt dahin wo wir hinwollen, sondern dahin wo wir früher hingefahren sind. Ein wenig mehr Bewusstsein im Alltag bringt sehr viel, um die alten eingefahrenen Spuren zu erkennen und neue Wege einzuschlagen. Ich finde dieses Thema so wichtig, dass ich hierzu einen eigenen Blogbeitrag geschrieben habe.

Humor hilft mir beim Loslassen

Was passiert, wenn wir lachen? Heftiges Lachen lockert unseren gesamten Körper. Nicht nur die Gesichtsmuskeln geraten in Bewegung sondern Verspannungen im Bauch und der Muskulatur lösen sich. Ärger und Verkrampfungen haben dann keine Chance mehr sich festzusetzen und wir können sie viel einfacher loslassen.

Gerade in meinem Beruf ist Humor äußerst hilfreich. Mich selbst nicht allzu ernst zu nehmen erdet mich. Mein Humor hilft mir auch dabei, die subjektiven Eindrücke, die ich durch meine Energiearbeit bekomme kritisch zu hinterfragen. In meiner Praxis soll und darf gerne gelacht werden.

Weniger Struktur gibt mir mehr Freiheit

Seit ich das erste Mal in Island war habe ich viel Grundsätzliches in meinem Leben verändert. Früher hat es mir Sicherheit gegeben viel zu planen; ich war die Königin der Listen. Mir ist nach und nach bewusst geworden, dass ich diese Strukturen nicht mehr so brauchte und wie sehr sie mich eingeschränkt haben. Ich sehnte mich nach mehr Kreativität und Spontanität in meinem Leben.

Heute nutze ich Listen und Strukturen bewusster, um meinen Alltag effizient zu gestalten und mir damit Freiräume zu schaffen, die ich mit Kreativität und Überraschungen füllen kann. Seitdem ich meine festen Strukturen gelockert habe, vergesse ich auch mal etwas, was früher sehr selten vorgekommen ist. Es fällt mir heute noch manchmal schwer das zu akzeptieren.

Ich lege meine Ziele jetzt nicht mehr detailliert fest und überlege auch nicht mehr dauernd wie ich sie am besten erreiche. Ich lebe viel mehr im Hier und Jetzt und überprüfe anhand meiner inneren Kompassnadel regelmäßig ob ich noch auf dem richtigen Weg bin.

Das bringt zwar mehr Unsicherheit mit sich, aber meine Lebensqualität hat sich dadurch deutlich erhöht. Ich mache heute auch im Alltag viel mehr das, was mir Spaß macht. Die Dinge, die meiner Meinung nach erledigt werden müssen mache ich auf eine Art und Weise, die mir mehr entspricht. Meine Familie unterstützt mich dabei.

Bevor ich ein aufwendiges Zeitmanagement implementiere ist es doch viel effizienter, die Prioritäten zu sortieren und Überflüssiges einfach wegzulassen.

Loslassen ist sehr befreiend und ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Energie das freisetzen kann. Eine regelmäßige Inventur und Bewertung der persönlichen Prioritäten empfehle ich daher jedem, idealerweise an einem Wohlfühlort.

Ich vor dem Fjord in Island im Schneidersitz

Fotos: privat

Zum Loslassen habe ich zwei weitere Artikel geschrieben:

© Inge Schumacher

© 2022 Inge Schumacher

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