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Einfacher Entscheidungen treffen

Jeden Tag treffen wir Entscheidungen, oft unbewusst. Über die Kleidung, die wir tragen, unser Frühstück, den Weg zur Arbeit, den Umgang mit anderen Menschen. Im Alltag entscheiden wir spontan und auf Basis unserer Erfahrungen.

Das Wort Entscheidung leitet sich aus dem alten Wort für Schwertscheide ab. Zwei getrennte Holzplatten schützten früher ein Schwert. Dieses Bild zeigt, dass wir, wenn wir uns für etwas entscheiden uns gleichzeitig auch immer gegen etwas entscheiden müssen.

Im Alltag brauchen wir zum Glück nicht lange zu überlegen. Wir wissen, was passt und kennen die Konsequenzen unserer Entscheidungen.

Herausfordernd wird es dann, wenn wir etwas verändern wollen. Dann verlassen wir das Bekannte und betreten Neuland. Wir treffen Entscheidungen, deren Konsequenzen wir nicht absehen können.

Es fällt uns oft schwer diese Entscheidungen zu treffen. Erfahrung hilft da nicht weiter. Dann bekommen wir schnell Angst etwas falsch zu machen. In diesem Artikel findest Du Inspirationen und Beispiele, die schwierige Entscheidungen einfacher machen können.

Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung

Jungen Menschen haben es mit Entscheidungen besonders schwer. Eine Bekannte steht gerade vor der Frage, was sie nach dem Abitur und dem Freiwilligen Sozialen Jahr tun soll. Die Fülle an Möglichkeiten ist groß. Die Zeit für die Anmeldung für ein Studium ist verstrichen. „Ich weiß nicht, ob es das Richtige für mich ist“, vertraut sie mir an.

Ich versuche ihr zu vermitteln, dass sie nicht das ganzes Leben lang einen Beruf ausüben muss, wenn sie sich einmal für eine Ausbildung entschieden hat. Ja, sie stellt Weichen für die nächsten Jahre. Ihre Erfahrungen kann sie später aber auch in einem anderen Umfeld nutzen.

Es bringt nichts auf eine Eingebung für die einzig richtige Entscheidung zu warten. Sie wird ihr nicht einfach in den Schoß fallen.

Die meisten Entscheidungen sind nicht endgültig

Die wenigsten werden heutzutage alt in dem Beruf, den sie einmal gelernt haben. Das liegt zum einen an der rasanten technischen Entwicklung; zum anderen an den sich wandelnden Strukturen. Es gibt immer mehr Menschen mit einem „ungeraden“ Lebenslauf. Ich bin dafür ein gutes Beispiel.

Wir können Entscheidungen immer nur auf Basis der Informationen treffen, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Verfügung haben. Hinterher sind wir immer schlauer.

Seit mir das klar ist, habe ich viel weniger Angst ein falsche Entscheidungen zu treffen.

Beispiel

Ich habe mich damals für ein Betriebswirtschaftsstudium entschieden, weil ich studieren wollte, aber nicht wusste was. Dieses Studium eröffnete mir viele Möglichkeiten und ich habe es nicht bereut.

Meine große Tochter war nach dem Abitur ein Jahr in Kanada. Dass sie danach studieren wollte, war für sie klar. Sie studiert jetzt Allgemeine Ingenieurswissenschaften.

Meine zweite Tochter macht nächstes Jahr Abitur. Sie will dann ein Jahr nach Neuseeland. Studieren kommt für sie, Stand heute, nicht in Frage.

Was mir bei meiner Entscheidung geholfen hätte, wären bessere Informationen über mich selbst gewesen – mich also besser zu kennen. Das versuche ich meinen Kindern mitzugeben.

Je mehr wir über uns wissen, umso leichter können wir entscheiden

Mit etwas Wissen über sich selbst fallen Berufsentscheidungen einfacher. Berufsberatungen sind sinnvoll, wenn es darum geht Talente und althergebrachte Wege aufzuzeigen.

Wirklich Neues, das habe ich bei meinen Mädchen mitbekommen, kommt da meist nicht heraus. Was ein junger Mensch gerne tut, was ihn interessiert und begeistert – das muss er selbst wissen. Dabei hilft die Schule wenig.

Sinn-volle Tätigkeiten finden

Letzte Woche habe ich mich mit einem jungen Mann unterhalten, der gerade seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Er ist zweiundzwanzig. Als nächstes will er ein Stück den Jakobsweg gehen und dann in Kanada arbeiten. Was danach kommt, weiß er nicht. Meiner Meinung nach muss er das auch nicht.

Für ihn ist wichtig, dass eine Tätigkeit für ihn persönlich, aber auch für die Allgemeinheit sinnvoll ist. Dafür gibt es keine vorgezeichneten Wege. Das ist eine Herausforderung, weil er kein konkretes Ziel vor Augen hat. Er wird auf seinem Weg herausfinden müssen wohin es für ihn geht.

Ein rostiger Riegel an einer alten Holztür. Symbol für Blockade von Entscheidungen.

Was Entscheidungen behindert

1. Zu wenig Informationen

Viele Studenten geben das Studium oder eine Lehre auf, weil sie eine falsche Vorstellung davon haben. Hier helfen Praktika und Reinschnuppern. Ausprobieren und damit auseinandersetzen ist immer besser als reine Theorie.

Beispiel

Eine Freundin von mir hat sich sehr lange eine Katze gewünscht. Als sie eine Katze in Not aufnahm hat sie zu ihrer großen Überraschung festgestellt, dass sie das gar nicht mochte.

2. Innere Grenzen

Viele Entscheidungen treffen wir weil wir es so gewohnt sind. Dadurch begrenzen wir uns. Hier ist es hilfreich immer wieder zu hinterfragen warum wir etwas tun und ob die Art und Weise etwas zu tun noch zu uns passt.

3. Totschlagargumente

Totschlagargumente sind deswegen so beliebt, weil sie alle Aktivitäten in eine bestimmte Richtung blockieren. Folgende kennen wir bestimmt alle:

  • Das ist einfach so
  • Das haben wir immer so gemacht
  • Dafür ist kein Geld da

Diese Scheinargumente hindern uns sehr effektiv daran neue Wege einzuschlagen. Unser Gehirn will uns sowieso in den alten, vermeintlich sicheren, Bahnen halten. Es liebt sie gerade deswegen.  

Wenn meine Klienten mit dem Geld-Argument kommen schauen wir uns die Hintergründe genau an und stellen fest was wirklich dahinter steckt.

Beispiel:

Eine Klientin brauchte dringend eine Auszeit. Sie meinte, dass das nicht geht, weil sie kein Geld für ein Hotel hat. Nach unserem Gespräch hat sie andere Möglichkeiten gesucht und gefunden und zwei Wochen lang das Haus einer Freundin gehütet.

Wir haben meist viel mehr Möglichkeiten als wir ahnen. Wir müssen dafür aber erst die Dinge aus dem Weg räumen, die uns daran hindern sie zu sehen.

Eine Tür mit einem Herz durch das man den blauen Himmel sieht

Hilfreich für das Treffen von Entscheidungen ist

1. Informationen über sich sammeln

Je besser Du Dich kennst, umso leichter wird es Dir fallen Entscheidungen zu treffen. Du baust so immer mehr Vertrauen in Dich auf.

Beispiel:

Einem Klienten von mir wird gerade bewusst, dass er viel mehr Vertrauen zu sich selbst entwickelt hat. Er merkt das daran, dass er sich jetzt viel sicherer fühlt, wenn er Entscheidungen trifft. Er fühlt auch dann den festen Boden unter seinen Füßen, wenn er ins Unbekannte geht. Mit dieser Grundsicherheit ist es für ihn deutlich einfacher geworden Entscheidungen zu treffen.

2. Den Verstand austricksen

Indem Du die richtigen Fragen stellst kannst Du lästige Glaubenssätze umgehen. Diese Fragen können sein:

Was würde ich tun, wenn ich

  • Nicht scheitern könnte?
  • Nur noch ein Jahr (einen Monat/ eine Woche) zu leben hätte?
  • Finanziell völlig frei wäre?

So setzt Du Deine Scheinargumente und Schutzbehauptungen außer Kraft und kannst wertvolle Informationen über Dich selbst einsammeln. Am besten schreibst Du Dir die Antworten auf. Das bringt am meisten für die Entscheidungsfindung.

3. Inneres Wissen nutzen

Der O-Ring-Fingertest

Dieser Test kommt aus der Kinesiologie. Du bildest mit Daumen und Zeigefinger beider Hände zwei Ringe und schiebst diese ineinander wie zwei Kettenglieder. Halte die Finger fest zusammen.

Jetzt stelle Fragen. Der Test zeigt an, wenn eine Frage Stress in Dir auslöst: Dann werden die Finger schwach und der Ring öffnet sich. So gibt Dir Dein Körper Hinweise, denen Du nachgehen kannst. Probiere es einfach mal aus. Es macht Spaß.

Impulse, Intuition und Co.

Wir klinken uns immer automatisch in die Informationsfelder um uns herum ein. Das tun wir unbewusst. Das kannst Du für Deine Entscheidungsfindung nutzen. Es braucht ein wenig Übung, die kleinen Stimmen unserer Intuitionen und Impulse wahrzunehmen. Wenn Du mehr dazu wissen willst, ich habe Dir in der Überschrift die Blogartikel dazu verlinkt.

Entscheidungshilfen gibt es viele

Ich versuche erst gar nicht alle aufzuzählen. Das würde diesen Artikel sprengen. Auch hier ist das Wichtigste zu schauen, was für Dich passt.

Wenn Du Dich gut kennst und einigermaßen nett mit Dir umgehst hast Du die besten Voraussetzungen für das Treffen passender Entscheidungen.

Du stehst vor wichtigen Entscheidungen und brauchst Unterstützung? Ruf mich unverbindlich an.

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Pixabay

© Inge Schumacher

2 Kommentare

  1. Edith Leistner

    Liebe Inge,

    das mit dem O-Ring-Fingertest muss ich unbedingt einmal probieren. Davon habe ich noch nie etwas gehört.

    Natürlich erst, wenn bei mir eine Entscheidung anfällt. 😉

    Lieben Gruß
    Edith

    • Inge Schumacher

      Liebe Edith,
      bin gespannt von Deinen Erfahrungen zu hören!
      Herzliche Grüße
      Inge

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