Mein zweites Buch ist bald fertig. Mein erstes Buch erschien 2024 und hat den Titel: „Jammern kannst du später“. Es zeigt ganz praktisch die kleinen Schritte, die den großen Unterschied zwischen einem Leben im Jammermodus und nachhaltiger Zufriedenheit ausmachen.

Warum ich Bücher schreibe

Das erste Buch war ein Experiment für mich. Ich war neugierig, ob ich dazu überhaupt imstande wäre, ein Buch fertigzustellen. Bis kurz vor Schluss habe ich daran gezweifelt. Ich habe das Buch für meine Klienten und alle anderen geschrieben, die ihr Leben selbstbestimmt gestalten wollen. In diesem Buch steckt die Essenz von 18 Jahren Arbeit.

Ein Buch zu schreiben war schwerer als gedacht

Ich habe mich bei meinem ersten Buch verschätzt. Blauäugig, wie ich war, dachte ich: „Ich schreibe seit sieben Jahren Blogartikel. Ein Buchschreiben kann auch nicht viel anders sein.“ Doch ich habe festgestellt, dass ein Buch zu schreiben etwas ganz anderes ist. Ich musste, und das ist mir erstaunlich schwergefallen, erst einmal meine Schreibstimme finden. Damit meine ich die Inge-Art, ein Sachbuch zu schreiben.

Das hatte zur Folge, dass ich dieses Buch dreimal umgeschrieben habe, weil die Sprache immer irgendwie nicht gepasst hat. Die Struktur blieb zwar die Gleiche, aber kein Satz auf dem anderen. Bei 75.000 Wörtern hat mich das einige Jahre lang beschäftigt. Umso schöner war es, das fertige Exemplar in den Händen zu halten.

Was ist meine Schreibstimme?

Klar, ohne Schnörkel oder Fachchinesisch, mit viel Beispielen und praxisnah. Das machte es mir leichter, auch wenn das Thema es in sich hatte. Meine Geschwister sind meine Erstleser und stärken mir zum Glück immer wieder den Rücken.

Hautnah und auf Augenhöhe

Als eine Korrekturleserin beim ersten Buch sagte: „Inge, ich höre dich beim Lesen sprechen.“ Da wusste ich: jetzt ist das Buch fertig.

Auch beim neuen Buch ist es so, dass die Leute, die mich kennen, mich sprechen hören. Mir geht es darum, nicht abgehoben über ein Thema zu referieren, sondern klar und praktisch den Leserinnen und Lesern das Thema nahezubringen. Das ist viel schwieriger als ich mir das anfangs vorgestellt habe.

Warum noch ein Buch?

Im letzten Sommer haben sich meine Eltern mit assistierten Suizid aus dem Leben verabschiedet. Ich war erstmal geschockt und wusste nicht, dass das in Deutschland erlaubt ist. Deswegen lautet der Titel des Buches: „Dürfen die das? Über den assistierten Suizid meiner Eltern“. Dieses Buch hat mich sozusagen ausgesucht.

Ich schreibe es als Tochter, als Begleitende und Hinterbliebene. Vor allem aber schreibe ich es, weil ich gemerkt habe, wie groß der Bedarf an ehrlichen, persönlichen und zugleich sachlichen Informationen zu diesem Thema ist. Nicht nur mir fehlten Wissen, Orientierung und vor allem authentische Erfahrungsberichte.

Nach dem Tod der Eltern führte ich zahlreiche Gespräche über assistierten Suizid. Fast immer ging es um ganz praktische Fragen:

  • Wie läuft so etwas ab?
  • Was bedeutet das für die Angehörigen?
  • Was ist rechtlich erlaubt?

Diese Gespräche bewegten mich dazu, einen Blogartikel zu schreiben. Die Resonanz war überwältigend. Innerhalb einer Woche wurde er über 3.000 Mal gelesen, der dazugehörige Beitrag auf LinkedIn ging viral. Viele Menschen meldeten sich bei mir mit ihren eigenen Geschichten, Fragen und Unsicherheiten.

Mir wurde klar: Dieses Thema betrifft weit mehr Menschen, als ich geahnt habe und es gibt einen großen Bedarf, darüber zu sprechen und sich auszutauschen.

Was mich antreibt, das zweite Buch zu schreiben?

Schreiben hilft mir, das Erlebte zu ordnen und zu verstehen. Dieses Buch ist deswegen auch Teil meines persönlichen Verarbeitungsprozesses. Gleichzeitig ist es mein Versuch, etwas weiterzugeben: Erfahrungen, Einsichten, Orientierung.

Dieses Buch ist für diejenigen, die sich mit einem assistierten Suizid auseinandersetzen: als Betroffene, als Angehörige oder aus persönlichem Interesse. Ich teile, was mir begegnet ist, welche Fragen auftauchten, welche Herausforderungen sich gestellt haben und was ich als hilfreich und belastend erlebt habe.

Ich habe gründlich recherchiert und herausgefunden, dass es ein Buch in dieser Form es noch nicht einmal ansatzweise gibt. Mein Buch ist also das, was ich mir als Begleitung gewünscht hätte.

Warum tue ich mir das an?

Kürzlich meinte eine Kollegin von mir, ihr Buch wäre ein teures Hobby. Das stimmt. Geld mit Schreiben verdienen, tun nur wenige Bestseller-Autorinnen und Autoren. Wir anderen investieren Zeit, Geld und richtig viel Aufwand in die Erstellung unserer Bücher und deren Vermarktung. Wir nehmen das auf uns, weil wir von unseren Projekten überzeugt sind. Das Schreiben macht mir gerade wieder riesigen Spaß.

Du musst es wirklich wollen

„Nebenbei“, also neben der normalen Berufstätigkeit, ein Buch zu schreiben ist eine Übung in Willensstärke, Organisationstalent und Prioritätensetzung. Die Motivation muss also stimmen.

Ich erlebe das gerade beim aktuellen Buch. Es geht erstaunlich schnell und problemlos voran. Meine Erfahrungen aus dem ersten Buch helfen mir natürlich. Aber ansonsten ist mein Handwerkszeug das Gleiche. Ich bin nicht disziplinierter als früher und mache mir auch nicht mehr oder weniger Druck. 

Was anders ist, ist das starke Gefühl, dass dieses Buch unbedingt geschrieben werden will. 
•    Ich weiß genau, warum dieses Buch in diese Realität muss.
•    Ich weiß, wofür und für wen ich es schreibe.
•    Und genau das trägt mich, auch an den Tagen, an denen es anstrengend ist.

Was ich daraus lerne: Je klarer das Warum ist, umso leichter kommst du ans Ziel. Das gilt für alle Projekte.

Was ich gelernt habe

Sich einfach auszudrücken und komplexe Sachverhalte gut rüberzubringen ist eine Kunst. Ich habe nicht geahnt, dass ich jeden Satz fünfmal anfasse, umstelle, schaue, ob er passt und wieder umschreibe. Bis die Erstleserinnen und -leser es zum Testen bekommen, ist es ein langer Prozess.

Wenn du das Buch „Dürfen die das, über den assistierten Suizid meiner Eltern“ jetzt bei mir für 18 Euro, portofrei, vorbestellst, kannst du gratis an meinem Workshop zum Thema im April teilnehmen.

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade: Ich schreibe ein Buch, weil…

Vielen Dank für die Inspiration, Stefanie K. Braun!

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Bilder: Privat

© Inge Schumacher