Inge Schumacher

Der Blog für Deine Entwicklung

Porträt einer deutschen Isländerin

Ich habe Sylvaine Scharapenko bei der #ZeigewasDutust Challenge von Dagmar Recklies getroffen. Wir haben spontan beschlossen zu kooperieren. Sylvaine hat mich für ihren Podcast interviewt und ich habe ihr Fragen zu Island und ihrem Leben dort gestellt, die sie mir in diesem Artikel beantwortet.

Du bekommst hier ein authentisches Blitzlicht aus ihrem Leben in Island.

Wie hängen Ziegenkäse und Deutschland zusammen?

Weil meine Tochter keine Kuhmilch vertrug, habe ich das Pony gegen eine kleine Ziegenherde getauscht. Weil es irgendwann zu viel Milch war, die wir nicht mehr trinken konnten und wollten, fing ich an Käse zu machen. Weil es irgendwann zu viel Käse war baute ich eine Milchküche und verkaufte den Käse. So kam ich zu einer Ziegenkäserei. Das war vor meiner Auswanderung noch in Deutschland.

Warum bist Du in Island gelandet und nicht irgendwo im sonnigen Süden?

In Island fühle ich mich lebendig. Ich mag diese Gegensätze, das Raue. Ich wollte nicht irgendwo an einem Strand liegen, ich wollte arbeiten, mich spüren, meine Energie freilassen, kämpfen. Ich habe in Island das Gefühl, dass mir die Menschen auf Augenhöhe begegnen. Außerdem mag ich diesen latenten Schwefelgeruch. Ich fühlte mich sofort zu Hause.

Wie war das Auswandern nach Island mit Kind?

Die Verantwortung, die auf meinen Schultern lastete, war enorm. Ich habe jede Nacht geweint. Meine Tochter war damals zehn Jahre alt und musste ja hier zur Schule gehen und sich verständigen. Sie fand das erste Mal in ihrem Leben Schule ganz gut.

Sie sagte nach dem ersten Tag: „Mama die Lehrer hier mögen Kinder.“

Wir hatten eine Abmachung: Nach hundert Tagen setzen wir uns hin und – egal welcher Druck von außen auf uns lastet,- wir entscheiden beide gleichberechtigt ob wir bleiben oder gehen. Wir blieben.

Ist Isländisch schwierig zu lernen?

Für mich gestaltet sich das Lernen dieser Sprache als schwierig. Es fängt damit an, dass meine Zunge und die Wangen und der Mund trainiert werden müssen die verschiedenen Laute auszusprechen. Dann gibt es diese Tage, an denen ich denke, jetzt habe ich etwas begriffen und oh nein, da gibt es in diesem Fall eine Ausnahme von der Ausnahme.

Isländisch ist älter als jede Grammatik, dessen bin ich sicher!

Hinzu kommt, dass die Isländer wissen, dass ihre Sprache schwierig ist. Da sie bei mir sofort hören, dass ich nicht Muttersprachler bin, wechseln sie sofort ins Englische. Das kann ich übrigens auch nicht. Es fehlt mir an Gelegenheit zu sprechen. Ich bin also angehalten mich durch zu kämpfen. Das tue ich, mal mit weniger und mal mit mehr Erfolg.

Was bezeichnest Du als Kraftort?

Ich war schon einige Male in Island und energetisch ist dort sehr viel los.

In Island habe ich Orte entdeckt, die mir eine unglaubliche Energie geben. Hier verbinde ich mich zum Beispiel sofort mit Mutter Erde, mit meinen Ahnen oder mit anderen Wesen. Ich glaube, es sind Tore zu mir selbst.

Sie erfüllen mich augenblicklich mit Energie. Das sind Prozesse, die nicht gut erklärbar sind. Vom Gefühl, ein bisschen zu vergleichen mit Reiki. Es wird warm und durchströmt mich. Manchmal fließen sofort die Tränen – aber eher so erleichternd.

Die Isländer nennen Elfen Huldufólk, die Versteckten.

Hast Du Erfahrungen mit Elfen? Etliche Isländer glauben an sie und bauen Straßen um sogenannte Elfenburgen herum.

Es ist irrig von Glauben zu sprechen.

Elfen sind ganz normal.

So wie ein Baum in Deutschland ein Baum ist, so ist in Island eben eine Elfe eine Elfe. Sie sind überall und einfach da. Und sie sind nicht nett mit Flügeln oder klein und niedlich. Sie werden auch wütend. Warum nicht?

Natürlich sind sie wütend, wenn jemand eine Straße durch ihr Haus bauen will. Ich habe dafür und für alle Aktionen, die dem folgen, vollstes Verständnis.

Ich lebe auf einem Elfenhügel.

Wir sind also Nachbarn und helfen uns gegenseitig. Ich habe Respekt vor ihnen und sie sind sehr geduldig mit mir. Sie sind nicht gleich böse, wenn ich einen Fehler mache. Und ja, ich begegne ihnen manchmal. Wie gesagt, wir leben nebeneinander und miteinander.

Was sind Troll-Sagas und was fasziniert Dich daran?

Ich fing an, die Troll-Sagas als Sprachübung und als Vervollständigung meiner Guidings zu übersetzen. Trolle gehören genauso zu Island wie Elfen.  Die Trolle haben Island schon seit jeher bevölkert und sich auch mit den Menschen vermischt.

In den Troll-Sagas werden Geschichten erzählt mit genauen Ortsangaben und Namen. Auch fasziniert mich, wie klar aufgezeigt wird, dass Trolle und christliche Priester durchaus miteinander auskamen.

Der christliche Glaube und das Wissen um Elfen und Trolle schließt sich in Island nicht aus. Das ist spannend. Ich lernte im Geschichtsunterricht in der Schule, dass die Christianisierung der Welt blutig und rasch vor sich ging. Aber es gibt auch andere Beispiele. Die Slawen in Thüringen lebten zum Beispiel 300 Jahre lang mit den christlichen Franken nebeneinander, obwohl sie vielen alten Göttern huldigten. So ist das auch in Island.

Man kann Dich für Nordlichterfahrten buchen

Da ist Deine Ausbildung als Meteorologin sicher hilfreich.

Ja, Nordlichter sind wunderbar. Natürlich kann ich hier Nordlichter sehen, wenn ich vor die Tür gehe und etwas Glück habe.

Mich als Guide zu buchen ist klug weil ich mich den ganzen Tag vorbereite und mit dem Wetter, den Wolken und den vorherrschenden Bedingungen beschäftige. Ich schaue nach geeigneten Plätzen und fahre nachts das Auto sicher dorthin. Ich erkenne nachts rechtzeitig den Beginn eines Nordlichtertanzes. Dann wecke ich Dich und es geht los. Es bedeutet, dass Du Dich auf die schönen Dinge konzentrieren kannst. Ich bin im Endeffekt nur diejenige die sie Dir zeigt, die Dich aufmerksam macht, Dich hinführt.

Du strickst wundervolle Islandpullover, Handschuhe und Mützen. Kann man die kaufen?

Ja, ich habe in Hellissandur auf Snæfellsnes das kleinste Atelier in Island. Wenn ich das Schild „Offen“ aufgeklappt habe, dann bin ich dort und stricke oder arbeite an anderer Kunst. Du kannst mir gerne über die Schulter schauen, mit mir schwatzen und einkaufen. Ich freue mich auf jeden Fall über Deinen Besuch.

Links

Sylvaine veranstaltet Fahrten für Frauen zu Kraftorten in Island und arbeitet im Sommer als Guide.

Weitere Artikel von mir über Island findest Du hier:

Bilder: Sylvaine Scharapenko

Mit Deinen Gefühlen umgehen

Gefühle sind die Basis Deines Lebens. Gefühle musst Du nicht lernen. Du hast sie von Geburt an. Manche liebst Du und um andere machst Du lieber einen großen Bogen.

Was sind Gefühle?

Gefühle sind Signale. Der Körper gibt Dir mit einem Gefühl einen Hinweis: Schau hin, da passiert etwas, das wichtig für Dich sein könnte. Du hast Gefühle, weil sie für Dein Überleben sorgen. Sie machen Dein Leben aber auch bunt und abwechslungsreich.

Emotionen lassen sich chemisch im Blut nachweisen. Kortikoide bei Angst und Stress, Adrenalin bei Aufregung, Endorphine bei Glück.

Sie verbinden Körper und Seele. Ist Dein Körper krank, fühlst Du Dich schlecht. Ist Deine Seele krank ist auch der Körper nicht fit.

Wie entstehen Gefühle?

Sie haben immer einen Auslöser. Entweder kommt der aus unserem Inneren oder von außen. Allein durch unsere Gedanken können wir Gefühle erzeugen.

Beispiel:

Sobald Du Dir vorstellst, in eine Zitrone zu beißen, spürst Du eine körperliche Reaktion: Allein beim Schreiben dieses Satzes zieht sich bei mir der Mund zusammen. Deine Gedanken können Gefühle nicht nur auslösen, sondern auch ihre Intensität und ihre Dauer beeinflussen.

Auf einen lauten Knall reagieren wir schnell und automatisch. Blitzschnell prüfen wir, ob wir in Gefahr sind. Um wertvolle Reaktionszeit zu sparen werden unsere höheren Gehirnfunktionen dabei umgangen.

Zu den Gefühlen, die wir automatisch erzeugen gehören solche, die biografisch fest in uns verankert sind. Wenn wir als Kind verinnerlicht haben, dass wir unwichtig sind weil unsere Bedürfnisse nicht beachtet wurden, reagieren wir auf viele Reize von außen oft mit diesem bekannten Gefühl des „Nichtswertseins“. Wir sind uns des Automatismus nicht bewusst, verankern aber damit diese Emotion umso stärker in unserem Leben.

Gefühle sind dynamisch

Gefühle sind Energie in Bewegung. Sie dauern ein bis zwei Minuten, dann sind sie weg, wenn wir sie gehen lassen können.

Wir können immer nur eines haben

Wenn Du Liebeskummer hast und Dir heftig den Zeh stößt, dann fühlst Du nur noch den Schmerz in Deinem Zeh. Klingt der Schmerz ab, kommt Deine Aufmerksamkeit zum Liebeskummer zurück und Du aktivierst dieses Gefühl wieder.

Gefühle sind nicht rational

Wenn Du Höhenangst hast, weißt Du, dass Du diese Angst nicht einfach wegzurationalisieren kannst. Es gibt keinen Knopf, um sie auszuschalten. Sie ist einfach da, auch wenn Dein Verstand Dir immer wieder sagt, dass die Brücke sicher ist, auf der Du gerade stehst. Deine Angst wird davon nicht kleiner.


Das trügerische Gefühl von Angstfreiheit


Manche meiner Klienten sind davon überzeugt, mit negativen Gefühlen wie Ängsten nichts zu tun zu haben. Das stimmt so nicht: Wenn die bewährten Strategien nicht wirken, kommen die Ängste zum Vorschein und werden dann oft ganz schnell unterdrückt.

Wir halten Gefühle fest, indem wir gegen sie ankämpfen

Irgendwann bricht der Damm und sie überschwemmen uns. Wir bekommen dann vielleicht sogar Angst vor der Explosion, die sich unkontrollierbar anfühlt und deswegen versuchen wir unseren Gefühle erst recht möglichst wenig Raum zu geben.

Der Umgang mit Gefühlen will gelernt sein

An Kindern kannst Du beobachten, wie sehr wir durch Gefühle beeinflusst werden: Für ein Kleinkind ist alles schrecklich und es weint bitterlich und zwei Minuten später läuft es lachend umher. Im Laufe unseres Erwachsenwerdens lernen wir Strategien um unsere Gefühlen zu verstehen und zu verarbeiten.

Leider haben die wenigsten Menschen meiner Generation Vorbilder, die ihnen beibrachten wie wir konstruktiv und positiv mit Gefühlen umgehen. Das ist – meiner Meinung nach – eine Spätfolge der Nazizeit.

Beispiel

Ein Kollege von mir packte seine Kindheit in die Aussage: „Als Kind hatte ich mich immer still und unauffällig zu verhalten.“ Da hatten Gefühle keinen Platz und störten nur.

So bleibt uns nichts anderes übrig als den Umgang mit Gefühlen als Erwachsene lernen. Damit wir nicht dauerhaft Spielball unserer Gefühle bleiben und von einer automatischen Reaktion in die nächste taumeln, müssen wir uns mit unseren Gefühlen auseinandersetzen.  

Diese ist eine große Lernaufgabe. Folgende Fähigkeiten brauchen wir, um mit unseren Gefühlen umzugehen:

  • Gefühle wahrnehmen
  • sie aushalten
  • sie verstehen und einordnen
  • sie sozialverträglich mitteilen


1. Wahrnehmen

In sozialen Situationen ist es hilfreich, Gefühle zu verdrängen. Wir sollten sie trotzdem später reflektieren. Es reicht, sie einfach kurz wahrzunehmen. Wir brauchen nicht auf sie zu reagieren und etwas zu unternehmen. In dem Moment des Wahrnehmens lassen wir sie nämlich los und sie gären nicht weiter in unserem Unterbewusstsein.

Ich habe die APP Woebot (Englisch) ausprobiert. Der Bot, den Psychologen der Uni in Stanford programmiert haben, stellt Fragen und hilft so wahrzunehmen, was gerade gefühlsmäßig bei einem los ist. Eine derartige App kann Dir helfen, Dich daran zu gewöhnen Deine Gefühlslage regelmäßig unter die Lupe zu nehmen. Sie ersetzt natürlich keinen Therapeuten.

2. Aushalten

Du hast jeden Tag unzählige Gefühle. Dein Körper vermittelt sie Dir. Dock doch mal kurz bei Dir an.

Was fühlst Du jetzt gerade?

  • den Stuhl, auf dem Du sitzt
  • den Hunger kurz vor dem Mittagessen
  • den Druck Deiner langen To-Do Liste

Diese Gefühle kannst Du aushalten, ohne dass die Gefahr besteht, dass Du dauerhaft aus dem Gleichgewicht gerätst. Bei intensiveren Gefühlen brauchst Du für die Reflexion eine sichere Umgebung, die Dich auffangen kann.

3. Verstehen und einordnen

Um Deine Gefühle zu verstehen, brauchst Du Abstand. Wütend auf einer Palme sitzend lässt es sich nicht gut reflektieren. Hilfreich sind dabei einfache Atemtechniken, die Dich schnell wieder von der Palme herunter helfen können. Sie senken den Adrenalinpegel und die Herzfrequenz. Unten findest Du einige Atem-Apps, die ich ausprobiert habe.

Eine Palme am Strand steht für das Gefühl des Ausrastens

Bei mir hat es lange gedauert bis ich Gefühle wahrnehmen und sie dann noch einordnen konnte. Eine Therapie hat mir dabei geholfen. Wir müssen nicht alles alleine schaffen und dürfen uns Hilfe holen, wenn wir alleine nicht weiterkommen.

4. Mitteilen

Sozialverträglich Gefühle mitteilen, die uns unter die Haut gehen, kann eine Herausforderung sein. Auch hier brauchst Du erst einmal Abstand, um begreifen zu können was alles bei Dir los ist.

Offen mit Deinen Gefühlen umzugehen und in einem wertschätzenden Umfeld über sie zu sprechen bringt Dich auf jeden Fall weiter. Scheue Dich nicht, Dir rechtzeitig professionelle Hilfe zu holen.

Wenn Gefühle nicht bewusst wahrgenommen werden, halten sie länger an.

Das wurde in einer Studie überprüft. Bei den Probanden, die Zeit bekamen, um ihre Gefühle zu reflektieren, hielten Gefühle deutlich kürzer an als bei denen, die durch Denkaufgaben daran gehindert wurden.

Wenn wir Gefühle unterdrücken, wird unser Körper belastet: Der Blutdruck erhöht sich und die Herzfrequenz steigt. Das kostet den Körper Energie und auf Dauer kann ihn das stark beeinträchtigen. Man vermutet deswegen, dass viele Herzkreislauferkrankungen und psychosomatische Erkrankungen die Folge von verdrängten Gefühlen sind.

Welche Erfahrungen hast Du mit den Umgang mit Deinen Gefühlen gemacht?

Apps für bewusstes Atmen:

Breathe, Breath Ball, Calm (Englisch)

Bücher:

  • Andreas Knuf: Ruhe da oben
  • Gabor Maté: Vom Mythos des Normalen

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Privat, pixabay

© Inge Schumacher

Diversität leben, aber wie?

Alles, was wir nicht kennen, kann uns schaden. Deswegen sind wir grundsätzlich misstrauisch bei Andersartigkeit. Diversität, also Vielfalt, drückt oft genau auf diesen Knopf. Diese Reaktion ist bei uns seit Urzeiten eingebaut. Dafür ist unser Reptiliengehirn verantwortlich, der älteste Teil unseres Gehirns.

Wir gehen instinktiv auf Abstand und schützen uns, wenn wir auf etwas Unbekanntes stoßen. Das hat uns seit der Steinzeit am Leben erhalten, macht es uns aber in der globalen Wirklichkeit von heute schwer. Wir werden ständig konfrontiert mit Diversität.

Zum Glück haben wir Menschen die Möglichkeit unsere höheren Hirnregionen, die rationales Denken ermöglichen, dazu zuschalten.

Eine weiße Schaufensterpuppe trägt eine scharze Atemschutzmaske

Diversität in Corona-Zeiten

Die Corona Pandemie zeigt besonders deutlich das Chaos, das beim Aufprall von unterschiedlichen Weltanschauungen entstehen kann. Die Angst vor dem potenziell tödlichen Virus war so groß, dass sie rationale Überlegungen vielfach außer Kraft gesetzt hat.

In meiner Praxis hatte ich mit sowohl mit Impfgegnern als auch mit Impfbefürwortern zu tun. Die einen hatten Angst vor dem Virus und empfanden Ungeimpfte als lebensbedrohlich. Die anderen hatten Angst vor der Impfung oder lehnten sich auf gegen den Zwang, der auf sie ausgeübt wurde.

Ich habe in dieser Zeit mit vielen Klienten an ihren Glaubenssätzen gearbeitet und ihnen erklärt, was Angst mit uns macht: Dass wir eben nicht mehr rational denken können, wenn wir unser Leben in Gefahr sehen. Mit einer Gefahr, die wir mit den bloßen Augen nicht wahrnehmen können, lässt sich zusätzlich schwer umgehen.

Wir mussten uns auf die Aussagen, der Ärzte und Wissenschaftler verlassen, die so eine Situation auch noch nicht gesehen hatten. Das ist natürlich beängstigend! Und gerade deswegen ein wunderbares Beispiel für die Schwierigkeit andere Sichtweisen zu akzeptieren.

Diversität hat das Potential zur Spaltung

Die Impfdiskussion spaltete Freundeskreise und Familien. Der Graben ging oft so tief, dass er nicht mehr zu überwinden war. Die eigene Entscheidung und Vorgehensweise wurde von vielen als als alternativlos gesehen. Deswegen gab es keinen Verhandlungsspielraum und Kompromisse waren unmöglich. Das waren beste Voraussetzungen für bittere Auseinandersetzungen.

Beide Seiten befanden sich im Ausnahmezustand und verurteilten die jeweils andere als unverantwortlich. Beiden Seiten war es nicht möglich, Empathie für die andere zu empfinden. Ursache waren die starken Gefühle, die im Spiel waren.

Auf Reaktion folgte Gegenreaktion und sehr schnell eskalierte die Situation. Es wurde unendlich viel Energie auf beiden Seiten verbraucht und viel Leid verursacht. Das war weder zielführend noch hilfreich. Es trennte nur noch mehr. Die Gräben in unserer Gesellschaft, die sich da aufgetan haben sind immer noch vorhanden.

Die Spaltung der Gesellschaft halte ich für gefährlich

Das finde ich besorgniserregend. Nur gemeinsam sind wir stark. Wenn wir in Gruppen zerfallen, sind wir viel leichter zu manipulieren. Wir sind verwundbarer und eher bereit Dinge zu tun, die wir sonst nicht tun würden.

Dem kannst Du entgegenwirken, in dem Du Dich in Akzeptanz übst. Du kannst andere akzeptieren, auch wenn Du nicht damit einverstanden bist, was ein Anderer tut oder denkt. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Das gelingt aber nur, wenn Du in der Lage bist, Dir bewusst zu sein, was gerade passiert: Dann, wenn Du den bewussten Atemzug tust und Distanz zwischen Dich und Deine Gefühle bringst. Das Verletzt fühlen, weil der eine etwas sagt, das nicht okay ist und die automatische Reaktion des Zurückschlagens stoppst du so.

Das ist die hohe Kunst der Akzeptanz: Nicht einzusteigen, auf die Gefühlsachterbahn, auch wenn es wirklich hoch hergeht und nicht mitzumachen bei den gegenseitigen Beschuldigungen.

Erst dann hast Du die Chance Kommunikationskanäle zu öffnen, die sich durch die aufgeladene Situation verschließen.

Signalworte für Glaubenssätze, die Du Dir in diesem Zusammenhang anschauen kannst sind „müssen“ und „sollen“. Diese Wörter drücken spezifische Erwartungen aus, wie ein Gegenüber sich zu verhalten hat.

Beispiele dafür, dass Glaubenssätze unterwegs sind, sind Aussagen wie:
• Sie muss doch einsehen, dass…
• Er darf doch nicht…
• Aber das kann nicht sein…

Außerdem alles, was eine starke Begrenzung aufzeigt

  • Die einzige Lösung ist…
  • Nichts anderes kann…
  • Keinesfalls …

Bleibe stark

Verstehe mich nicht falsch. Akzeptanz ausstrahlen bedeutet nicht, dass Du Dich klein machen und nachgeben sollst! Auf keinen Fall!

Stärke und Akzeptanz passen sehr gut zusammen. Bleib stark und mache Dich nicht klein! Um Akzeptanz auszudrücken brauchst Du Deine Stärke und Deine Kraft, um in der Balance zu bleiben.

Klarheit der eigenen Position ist von Vorteil

Dazu braucht es einen präsenten Menschen, der sich kennt und sich selbst akzeptiert. Deine Sicht zu kennen und zu vertreten ohne Dein Gegenüber bekehren zu wollen, das ist das Geheimnis. Das geht nur mit einem Miteinander auf Augenhöhe. Langfristig kannst Du so viel mehr bewirken als Du glaubst.

Vorurteile sind eine Folge mangelnder Informationen

Weil das, was uns fremd ist, schwer für uns zu verstehen und zu akzeptieren ist, bin ich ein großer Fan des internationalen sich Kennenlernens.

Wenn wir uns international, auf unterster Ebene, gut genug kennen, dann ist die Gefahr, dass wir aufeinander schießen – mit gegenseitigen Anschuldigungen oder Waffen – immer kleiner.

Ich durfte als 16jährige ein Auslandsjahr in den USA verbringen. Das hat mir gezeigt wie groß diese Welt ist und mir die Augen für andere Kulturen geöffnet.

Es gibt eine Vielzahl toller Austauschprogramme. 2015 hatten wir drei Monate lang eine Französin bei uns. Anschließend ging meine große Tochter für drei Monate nach Frankreich. Sie erlebte, wie nett sie dort aufgenommen wurde. Das wird sie ihr Leben lang nicht vergessen.


Beispiel: Unterschiede akzeptieren lernen

Als meine Tochter in die Grundschule kam, suchte ich eine Geh-Gemeinschaft für sie. Ich fand eine pakistanische Familie, die bei uns um die Ecke wohnte. Die Mutter trug ein Kopftuch. Meine Tochter sagte: Mama, ich mag nicht mit ihr gehen. Ich habe Angst vor ihr, sie sieht so anders aus. Ich gab ihr den Rat: Schau ihr in die Augen. Dann kannst Du sehen, was für ein Mensch sie ist.
Als diese Mutter dran war, unsere Kinder abzuholen erzählte meine Tochter, sie wäre fast den ganzen Weg rückwärts gelaufen um dieser Frau immer wieder in die Augen zu sehen. Was immer diese davon gehalten hat, es hat funktioniert. Sie hatte von da an keine Berührungsängste mehr.


Meiner Tochter hat das Abwehrgefühl, das durch das unbekannte Kopftuch ausgelöst wurde überwunden, indem sie sich mehr Informationen geholt hat.


Du hast in vielen Situationen die Chance hinter die Fassade zu schauen. Nutze sie.

Akzeptanz erleichtert es mit Diversität umzugehen

Wenn Du Akzeptanz als Türöffner nutzen möchtest, musst Du vorher Deine eigenen Hausaufgaben gemacht haben:

Um andere zu akzeptieren musst Du Dich erst einmal selbst akzeptieren. Es reicht schon, wenn Du damit anfängst.

Der Weg zur völligen Selbstakzeptanz kann langwierig und mühsam sein. Ich merke das täglich bei mir selbst. Freue Dich über jeden Deiner Fortschritte. Das wunderbare ist: Je mehr Du Dich akzeptierst umso leichter fällt es Dir andere zu akzeptieren. Das passiert automatisch.

Ich bin der Überzeugung, dass wir nur mit gegenseitiger Akzeptanz tragfähige weltweite Netzwerke aufbauen können. Diese Netzwerke brauchen wir dringend, um die Herausforderungen, die auf uns zukommen zu bewältigen. Diversität muss nicht trennen. Sie muss alltäglich werden.

Nutze mein kostenloses Kennenlerngespräch, um mehr über Deinen Weg zu mehr Selbstakzeptanz zu erfahren.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Und wird sehr unterschiedlich ausgelegt. Jedes Unternehmen behauptet mittlerweile nachhaltige Produkte zu produzieren und etwas für die Umwelt zu tun. Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich? 

Das Bundesentwicklungsministerium definiert Nachhaltigkeit so

„Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Dabei ist es wichtig, die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – wirtschaftlich effizient, sozial gerecht, ökologisch tragfähig – gleichberechtigt zu betrachten. Um die globalen Ressourcen langfristig zu erhalten, sollte Nachhaltigkeit die Grundlage aller politischen Entscheidungen sein.“

Das hört sich prima und ziemlich utopisch an. Die von mir recherchierten Definitionen haben eines gemeinsam: Nachhaltiges Handeln ist das Gegenteil von kurzfristigem Denken.

Wie wir alle wissen liegen Anspruch und Wirklichkeit noch weit auseinander. Wie ich im Artikel über den Klimawandel erklärt habe, fällt es uns schwer, ohne direktes Feedback der Konsequenzen unseres Handelns zu handeln. Wir sind es gewohnt, auf eine Aktion unsererseits die Auswirkungen zumindest ein wenig zu spüren. Dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind und sind motiviert weiterzumachen.

Durch langfristige Projekte hangeln wir uns indem wir Zwischenziele definieren, die wir abhaken können. Mit Nachhaltigkeit haben wir viel zu wenig Erfahrung und sind schlicht überfordert damit erreichbare Ziele zu formulieren, geschweige denn sie zu erreichen. Das Ziel: Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad halte ich für längst überholt. Die Nachhaltigkeits-Debatte wird deswegen oft zu einer Farce. Was die Klimakonferenz in Ägypten gerade wieder dokumentiert hat. Als ausgelutschtes Buzzword nutzt Nachhaltigkeit keinem mehr.

Dazu passt der Aufkleber unten, den ich von einer TEDx Veranstaltung zu Nachhaltigkeit in Hamburg mitgebracht habe. Er hängt an unserem schwarzen Brett zu Hause.

Ein Aufkleber auf meiner Pinnwand mit dem Schriftzug: Sustainable as Fuck.

Können wir Nachhaltigkeit auf globaler Ebene überhaupt?

Keine Ahnung. Ich habe den Eindruck, dass immer noch jeder sich selbst der Nächste ist. Ländergrenzen scheinen da oft unüberwindlich zu sein.

Vieles müsste radikal anders gemacht werden. Das jetzt anzugehen und durchzusetzen würde jede Regierung aber sofort aus dem Amt heben, weil die Akzeptanz eines Großteils der Bevölkerung dafür noch fehlt. Da die Regierungen das natürlich wissen, passiert entsprechend wenig. So lange bis es nicht mehr anders geht.

Diese Schwierigkeiten sind für mich aber noch lange kein Grund nicht zu probieren Nachhaltigkeit zu leben so gut es eben geht. Bange machen gilt nicht. Ich sehe keine Alternative dazu, denn jeder Einzelne von uns hat die Verantwortung für sein Tun. Mit dem Finger auf andere zeigen ist nicht zielführend: Wie oft höre ich: „Die Politik, die Industrie, die Nachbarn, sollen doch mal endlich…“. Das sind Ausreden, die nur weiter den Status Quo zementieren.

Nachhaltigkeit im Alltag

Ich suche mir Dinge, die mir Spaß machen und meine Kreativität herausfordern wie:

  • Plastik sparen
  • Gebrauchte Kleidung tragen
  • Tauschen in der Nachbarschaft

In Bezug auf Nachhaltigkeit sind die verschiedenen sozialen Netzwerke sehr hilfreich. Ich bin ein Fan von nebenan.de. Katzenfutter, das unsere Katze partout nicht essen will landet so nicht im Müll. Die Quitten von unserem Baum kommen in dankbare Hände.

Das Gute an der Nachhaltigkeitsdebatte ist, dass unser Bewusstsein geschärft wird. Langsam nimmt eine Gegenbewegung zum blinden Konsumieren und Wegschmeißen Fahrt auf.

Nachhaltigkeit im Beruf

Ich unterstütze seit fünfzehn Jahren meine Klienten mit Energiearbeit. Immer wieder kamen Klienten mit dem gleichen Problem zu mir.

Beispiel: Schlecht Schlafen

Eine Klientin konnte wegen ihres nächtlichen Gedankenkarussells nicht schlafen. Es drehte sich um ihren erwachsenen Sohn, der ihr große Sorgen machte. Nachdem wir gearbeitet hatten, schlief Sie drei Nächte lang prima, dann fing alles wieder von vorne an.

Sie war nicht die einzige, bei der unsere gemeinsame Arbeit nicht lange anhielt. Ich überlegte, wie meine Arbeit nachhaltiger wirken könnte. Die Ursache für das Zurückfallen in alte Muster war, dass sich die Ausgangssituation meiner Klienten nicht verändert hat. Wenn sie weiterhin alles so machten wie bisher bestand die Gefahr, dass sie die gleichen Symptome wie vor unserer Arbeit produzierten.

So habe ich angefangen mit meinen Klienten über nachhaltige Veränderung zu sprechen. Ich gebe ihnen kleine Hausaufgaben, die es ihnen leichter machen, andere Entscheidungen zu treffen und sich anders zu verhalten. Ohne es zu merken bin ich so in den Bereich der Persönlichkeitsentwicklung gerutscht und entwickele mich auch dort immer weiter.

Im Beispiel mit dem schlechten Schlaf ging es um die Themen Verantwortung und Loslassen. Meine Klientin hat in kleinen, für sie machbaren Schritten ihre Verantwortung für ihr erwachsenes Kind losgelassen. Daraufhin konnte sie wieder deutlich besser schlafen.

Nachhaltigkeit bedeutet für mich Hilfe zur Selbsthilfe

Ein Erfolgserlebnis ist für mich, wenn ich mich überflüssig mache. Ich möchte keine Abhängigkeiten erzeugen, sondern setze auf Selbstermächtigung. Meine Klienten bekommen von mir Werkzeuge und Inspirationen, mit denen sie alleine weiterarbeiten können. So durfte ich schon vielen Starthilfe für nachhaltige Veränderung gegeben.

Das ist auch der Grund warum ich selten von mir aus Folgetermine mit meinen Klienten vereinbare. Sie sollen die bewusste Entscheidung treffen mit mir zu arbeiten und sich über ihre Motivation und Ziele klar sein. Das ist eine gute Basis für die gemeinsame Arbeit.

Ich freue mich sehr über die Entwicklung meiner Klienten. Viele von ihnen docken in unregelmäßigen Abständen bei mir an um Bilanz zu ziehen und sich spiegeln zu lassen wie weit sie gekommen sind. Und auch um sich neue Impulse abzuholen.

Uns fällt es natürlicherweise schwer, die eigene Entwicklung zu sehen. Feststellen können wir das am besten, wenn wir in altbekannten Situationen merkbar anders reagieren als vorher. Das ist dann ein Unterschied, der uns auffällt. Ansonsten verläuft unsere persönliche Entwicklung meist unter unserem Radar. Das liegt daran, dass wir uns in der Regel organisch weiterentwickeln.

jede Zusammenarbeit profitiert von echter Wertschätzung gedruckt auf einer Runde von drei Leuten

Nachhaltigkeit im Zwischenmenschlichen

Heute habe ich mich mit einem Coaching-Kollegen ausgetauscht. Für uns beide ist das Arbeiten auf Augenhöhe total wichtig.

Wie ich in meinem Artikel Mitgefühl statt Mitleid geschrieben habe, sind menschliche Verbindungen und Austausch dann am fruchtbarsten, wenn wir uns gegenseitig respektieren.

Wunderbar fand ich die Rückmeldung einer introvertierten Blogleserin, die sich von mir dazu hat inspirieren lassen, mit den Kassierern an der Supermarktkasse bewusst in den Austausch zu gehen. Sie hat seither viele interessante Gespräche gehabt und jede Menge Spaß an ihrem Experiment. Auch das empfinde ich als das Leben von nachhaltigem Miteinander und gegenseitiger Wertschätzung.

Was bedeutet Nachhaltigkeit ganz konkret für Dich?

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Privat, pixabay

© Inge Schumacher

Unten: Link zum Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung

6 Tipps für ein stressfreies Weihnachten

Weihnachten ist ein mit Erwartungen überfrachtetes Großereignis. Du musst aber nicht in Stress und Hektik ersticken.

Weihnachten ist nichts für Weicheier

In keiner anderen Zeit prallen so viele Erwartungen aufeinander wie an Weihnachten. Wochenlang bereiten uns Medien und Werbung auf das Fest des Friedens und des Schenkens vor: In sanftem Kerzenlicht wird im Rahmen der glücklichen Großfamilie gegessen und Geschenke ausgetauscht über die sich alle Beteiligten außerordentlich freuen.

Obwohl ich mir schon lange dieses Drucks bewusst bin, der jedes Jahr aufgebaut wird, tappe ich gerne in diese Erwartungsfalle.

Realitätscheck

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Großfamilie mit vielen verschiedenen Menschen, die alle unterschiedliche Leben führen, blind verstehen?

Hand aufs Herz. Wie sind Deine Erwartungen für dieses Weihnachten?

Meine Weihnachts-Erfahrungen

In meiner Kindheit gab es an Weihnachten immer Stress. Meine Mutter war von den ganzen Vorbereitungen, die sie meist alleine gestemmt hat, völlig fertig und entsprechend gereizt. Mein Vater fühlte sich für Weihnachten und Haushalt nicht zuständig.

Als wir vier Kinder klein waren, waren wir total aufgeregt und kaum zu bändigen. Ich habe mich als Älteste verantwortlich für den Familienfrieden gefühlt, was  eine große Überforderung war. Je älter ich wurde desto größer wurde meine Abneigung vor diesem Fest .

Weihnachten entschärfen

Seit über 30 Jahren bin ich mit meinen Mann zusammen. Wir haben drei Kinder. Ich hatte also viel Zeit um mit meiner eigenen Familie Weihnachten zu üben. Mittlerweile ist es für uns alle ein ziemlich entspanntes Fest. Für mich war das ein langer, oft nicht einfacher, Lernprozess.

Hier sechs Tipps, die sich bei mir bewährt haben:

1. In der Vorweihnachtszeit den Fuß vom Gas nehmen

Wenn die Vorweihnachtszeit anstrengend ist, dann ist das keine gute Voraussetzung für ein entspanntes Weihnachten. Seit ich mehr arbeite, gibt es weniger Weihnachtskekse und die Wohnung ist auch nicht mehr so ordentlich. Meine Kinder bekommen keine selbst gebastelten Adventskalender mehr.

Ab Kind Nr. 3 fühle ich mich auch nicht mehr dafür zuständig, in der Schule zu backen. Da dürfen jetzt mal andere ran. Zuerst hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Aktivitäten beschränkt habe. Jetzt sehe ich das als gute Investition in ein entspanntes Weihnachten.

2. Weniger Geschenke sind mehr

Ich habe gute Erfahrungen mit einer Begrenzung beim Schenken im Familien- und Freundeskreis gemacht. Die Erwachsenen in beiden Familien – mein Mann und ich haben beide drei Geschwister – verzichten schon lange auf Geschenke.

Ich gehe nicht gerne einkaufen und habe deswegen eine Liste mit Ideen, die ich im Laufe des Jahres fülle. Geschenke in der letzten Minute sind für mich Stress pur; deswegen vermeide ich das.

Hier ist Dein individuelles Wohlgefühl entscheidend. Ich habe Freunde, die einen riesengroßen Spaß daran haben in letzter Minute kreative Ideen für Geschenke zu produzieren.

Ich fertige jedes Jahr vier Advenstkränze an

3. Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation

Das allerwichtigste ist das Transparenz über die individuellen Erwartungen. Was wollen alle am Fest Beteiligten? Die Kinder, die Eltern, die Großeltern, die Geschwister und die Freunde.

Welche Erwartungen hat wer und welche davon wollen wir umsetzen? Es ist gar nicht einfach, konkrete Erwartungen zu formulieren, da wir gerade zu Weihnachten oft ziemlich schwammig sind. Dieses unterschwellige „Ihr wisst doch…“ ist nicht hilfreich. Aussprechen bringt Klarheit, auch für die Redner.

Wenn Familienmitglieder nicht offen kommunizieren und behaupten, dass ihnen alles recht ist, nur weil sie einem einen Gefallen tun wollen, geht das nach hinten los.

Die Erwartungsklärung war ein Prozess, der einige Jahre gebraucht hat. Es hat sich gelohnt: Mit steigender Transparenz der einzelnen Erwartungen ist unser Weihnachtsfest immer entspannter geworden.

4. Reflexion: Wie kann Weihnachten stressfreier werden?

Besonders als Eltern mit Kindern solltest Du Dir über die eigenen Zielvorstellungen klar sein. Hier einige Fragen, die helfen können:

  • Was lief bei den letzten Weihnachtsfesten gut und was nicht? Warum?
  • Wie sind liebe familieninterne Rituale? Wie wichtig sind sie den einzelnen Familienmitgliedern und dienen sie allen noch?
  • Prioritäten setzen, was ist für uns Weihnachten am allerwichtigsten? (Bei mir ist es Stressfreiheit.)

Automatismen erkennen und abstellen

Gerade Weihnachten meinen wir, dass wir Traditionen nicht sterben lassen dürfen weil unser Fest dann gleich mitstirbt – was natürlich Unsinn ist. Wie so oft gibt es mehr Möglichkeiten als wir denken.

Nur weil es immer eine Gans am 1. Weihnachtstag gab, muss das in diesem Jahr nicht genauso sein. Wenn es ohne Gans nicht geht, kannst Du sie auch bei einigen Restaurants bestellen.

Die Hauptvoraussetzung für kreative Ideen und andere Lösungen ist, dass Du offen für neue Gedanken bist. Das bist Du aber nur, wenn Dur Dir bewusst bist, dass wir an Weihnachten noch mehr im Autopiloten-Modus fahren als sonst.

Wenn ich merke, dass mich etwas stresst, veranstalte ich mit meinem Mann eine Kreativitäts-Session, in der wir gemeinsam überlegen was ich anders machen kann.

Ich schaue durch einen fertig gestellten Adventskranz

5. Planung vor Weihnachten

Weihnachten tut Struktur gut. Je mehr Personen beteiligt sind zu mehr Planung rate ich. Diese Planung sollte aber viele Freiräume beinhalten, damit nicht so schnell Druck oder Hektik aufkommt.

Die Freiräume, also das, was nicht drin steht sind bei der Planung  für Weihnachten am wichtigsten.

Wie grob oder wie detailliert Deine Planung ist, kommt auf Deine Präferenzen an. Hier ein paar Strukturierungs-Möglichkeiten:

  • Eine Übersicht über die Beteiligten: Wer ist wann wo?
  • Ein Essensplan: Wer ist zuständig für was? Was kann wann vorbereitet werden?
  • Zeit für individuelle oder gemeinsamen Pausen, z.B. einen Film ansehen, spazieren gehen, spielen.

Ich habe gelernt, an den Weihnachtstagen möglichst keine Experimente zu machen. Entspannend ist eher das, was man kennt. Brettspiele zu spielen, obwohl man das sonst nie macht, ist zum Beispiel keine gute Idee.

Kinder brauchen besonders viel Freiraum

Kleine Kinder haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne und können sich noch nicht lange selbst beschäftigen. Ich rate davon ab, ein großes Essen zu planen, das ihnen wenig Freiraum gibt. Stress ist dann vorprogrammiert.

Größere Kinder können gut in die Vorbereitungen einbezogen werden und Verantwortung für Aufgaben übernehmen. Meine Kinder greifen mir in dieser Zeit gerne unter die Arme. Auch hier gilt für mich als Chefplanerin: Klar zu sein ist das Allerwichtigste!

6. Nur Du bist für dich verantwortlich

Jeder muss dafür sorgen können, dass es ihm gut geht. Das gilt auch und besonders an Weihnachten. Diese Verantwortung lässt sich nicht delegieren.

Meine Kinder merken meist vor mir, dass ich gestresst werde und fragen mich, was los ist. Dank dieses Frühwarnsystems und kann dann sofort reagieren und Druck herausnehmen.

Was tut Dir gut?

  • Trau Dir aus alten Strukturen auszubrechen, wenn sie Dich belasten!
  • Entziehe Dich dem Trubel und fahr weg, wenn Dir alles zu viel wird.
  • Binde Deine Familie ein bei den Vorbereitungen und delegiere. Dann musst Du damit leben, dass Dinge anders gemacht werden als Du es tun würdest. Eine gute Übung in Akzeptanz!
  • Ganz wichtig: Du bist nicht dafür verantwortlich, was Andere denken.

Wenn es trotzdem eskaliert

  • Hole Dir Hilfe beim Runterfahren des Stresslevels.
  • Nimm wahr, was Stress-Auslöser für Dich sind und merke sie Dir für nächstes Weihnachten.
  • Erwarte nicht, dass nur, weil Du in diesem Jahr ein paar Sachen änderst, kein Stress mehr entsteht.

Die Weihnachtszeit ist immer wieder ein Test für mich, der mir zeigt, welche Fortschritte ich im letzten Jahr in meiner persönlichen Entwicklung gemacht habe.

Ein selbst gebasteltes Lebkuchenhaus

Mein Angebot für ein entspanntes Weihnachtsfest:

Die Themen, an denen Du gerade arbeitest, kommen oft gerade  in der Weihnachtszeit hoch. Hol Dir Hilfe. Ich biete ein Energiearbeits-Coaching an, um Dich zu unterstützen.

Wenn Du in Hamburg wohnst kannst Du live mit Peter Weinberger und mir in unserem Self- Coaching Workshop: Von Werten, Wahnsinn und Wehmut in der Weihnachtszeit am 8.12. 2022 ab 19.00 Uhr an einem entspannten Weihnachten arbeiten. Anmeldung über Self-Coaching Hamburg bei Meetup oder Eventbrite.

© Inge Schumacher

Der Innere Monolog

Die Stimme im Kopf haben wir alle: Das Gemurmel ist schon so lange da wie wir denken können. Wir identifizieren uns damit: Wir denken, der Innere Monolog spiegele unsere Persönlichkeit. Wir meinen, dass da unser wahres Ich mit uns spricht. Das ist ein Trugschluss.

Als ich mit Ende zwanzig meinen ersten Yogakurs machte, ließ der Lehrer uns den inneren Monolog beobachten. Erst viel später habe ich begriffen wie wichtig das Bewusstsein für dieses ständige Zwiegespräch für unser Lebensgefühl und unser Sein ist.

Glaube nicht alles was Dein Innerer Monolog sagt

Erst bei der Arbeit an meiner eigenen Selbstakzeptanz schaute ich mir meinen inneren Monolog genauer an und stellte fest wie negativ er war. Das Schlimmste war, ich glaubte, was ich dachte.

Ich konnte in Echtzeit verfolgen, wie ich mich ständig abwertete und auszankte. So wie ich es nie mit anderen Menschen tun würde. Das ging so:

  • Du bist einfach zu dumm, doof, blöd
  • Schon wieder Mist gebaut; war ja klar
  • Das musste ja schief gehen
  • Keiner hilft Dir, weil Du es nicht wert bist
ein giftig grünes Kreisch Emoji ein Symbol für Innere Monolog

Kurz, ich habe wenig Positives in meinem inneren Monolog gefunden. Sich selber loben? Fehlanzeige! Eigenlob stinkt, habe ich als Kind gelernt.

Was ist dieser innere Monolog eigentlich?

Als Babys und Kleinkinder lernen wir die Welt durch soziale Interaktionen kennen. Unsere Bezugspersonen erklären und zeigen uns immer wieder wie zum Beispiel Bauklötze aufeinander gestapelt werden. Dieses Verbalisieren von Handlungsschritten übernehmen wir. Wir beginnen unser Spiel bald laut zu kommentieren.

An diese Phase erinnere ich mich bei meinen Kindern genau. Der Monolog wird zuerst laut geführt und später immer mehr internalisiert. Wir benutzen dazu die Sprache, die wir kennen. Taube monologisieren also in Zeichensprache.

Verbale Selbstinstruktion

Der Innere Monolog hilft uns uns zu konzentrieren, wenn wir komplizierte Dinge vorhaben. Zum Beispiel als Fahranfänger: Am Anfang gehen wir die einzelnen Schritte bewusst durch: Bremsen, Kupplung treten, Gang einlegen, Gas geben, lenken…

Er wird auch als innerer Dialog bezeichnet, weil wir oft mit uns selbst reden.

Beispiel für einen inneren Dialog:

  • „Ich bin noch müde, ich will noch liegenbleiben.“
  • „Du musst aber zur Arbeit. Also los!“
  • Seufzer. „Okay.“

Wir kommentieren laufend unser inneres Geschehen. Gefühle, Eindrücke, Entscheidungen alles wird ständig mit uns selbst verhandelt. Der innere Monolog umfasst alle unsere bewussten und unbewussten Gedanken und Gefühle.

Und das ist gut so. Indem wir unsere Gefühle benennen, machen wir sie greifbar. Unser Verstand hilft uns damit uns in der Welt zurechtzufinden und sie zu verstehen.

Nutze den Inneren Monolog bewusst

Der innere Monolog ist das Sprachrohr unseres Verstandes. Du erinnerst Dich? Der Verstand ist der Teil von uns, der uns aus Energiespargründen gerne im Autopilotenmodus hält. Unsere Gehirn verbraucht viel Energie. Automatismen sind daher willkommene Energiesparer. Sie dienen uns aber nicht, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Dann müssen wir sie unterbrechen.

Wenn wir unserem inneren Monolog bewusst zuhören, merken wir in welchem Film wir gerade stecken.

Dann sind wir präsent und haben die Möglichkeit die immer gleichen Wiederholungen unseres Verstands auf die wir immer gleich reagieren zu unterbrechen.

Wir brauchen unseren Verstand, um Informationen zu sammeln und neu zu sortieren. Er hilft uns dabei einen Schritt zurückzutreten und uns und unsere Situation einzuschätzen. Er hilft uns wichtige Fragen zu beantworten wie:

  • Was ist gerade los?
  • Was sind meine Gefühle?
  • Worauf reagiere ich?
  • Will ich das eigentlich?
  • Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?

Unser Verstand ist kreativ. Mit ihm können wir neue Probleme und Herausforderungen lösen. Wir dürfen ihn ruhig herausfordern, in dem wir ihn dazu ermuntern, Neuland zu erkunden.

Selbstreflexion: Eine Frau schaut sich im Spiegel an. So kann der Innere Monolog aussehen.

Selbstreflexion ist ein tolles Tool

Nutze Deinen Verstand zur Selbstreflexion so oft Du kannst. Wenn wir auf unseren gewohnten Bahnen mit Scheuklappen im Automatikmodus rumlaufen, dann verpassen wir viele spannende Momente in unserem Leben. Wir bleiben dann im negativen „Ich bin nicht genug“-Mangeldenken des inneren Monologs gefangen.

Nutze den Input Deines Verstandes wie die Ratschläge einer guten Freundin. Du hörst sie Dir an und überlegst, ob sie für Dich passen oder nicht.

Glaube Deinem Verstand nicht alles! Ich staune immer wieder wie viel Schwach-Sinn mein Hirn verzapft.

Zähme Deinen Inneren Monolog

Selbstreflexion ist ein Prozess, der Zeit, Übung und Geduld braucht. Geduld ist nicht gerade meine Stärke. Ich falle gerne in mich selbst verurteilende Automatismen zurück und dann verurteile ich mich hinterher auch noch dafür. Das ist absurd, oder?

Ich habe mich einfach zu lange mit meinem negativen inneren Monolog identifiziert und mich fertig gemacht als dass ich von heute auf morgen das Ruder um 180 Grad herumreißen könnte. Im Gegensatz zu früher merke ich aber immer öfter, wenn ich mich wieder fertig mache.

Ich merke so, wenn ein Glaubenssatz aus der Kindheit zum Beispiel: Der Teller wird leer gegessen auf mich wirkt und kann daran arbeiten.

Mein innerer Monolog ist oft noch ziemlich kritisch. Ich kann mich jetzt aber deutlich mehr freuen über die vielen Dinge, die  in meinem Leben gut laufen. Es fällt mir leichter sie überhaupt zu bemerken als früher. Das gibt mir mehr Selbstbewusstsein und ich vertraue mir dadurch immer mehr.

Beispiel positiver Innerer Monolog

Eine Klientin baut immer mehr Selbstvertrauen auf seit sie sich ihrer persönlichen Stärken und Talente bewusster ist. Sie läuft viel wacher durchs Leben, berichtete sie. Vieles veränderte sie für sich so zum Positiven. Zum Beispiel wird sie in ihrem Job viel mehr wertgeschätzt als früher.

Auf meine Frage, ob sie sich selbst auch mehr schätzt antwortete sie, dass sie deutlich positiver über sich denkt als früher.

Um dahin zu kommen müssen wir uns von außen betrachten können. Das bekommen wir hin, wenn wir präsent im Hier und Jetzt sind. Dazu reicht oft ein einziger Atemzug.

Übung: Atmen schafft Distanz

Jeden Tag gibt es viele kleine Situationen, die das Potential haben, Dich zu ärgern. Du hast also den ganzen Tag über genügend Startmöglichkeiten, solltest Du diese Übung vergessen haben.

Versuche, bei den ersten drei Gelegenheiten des Tages, wenn Du merkst, dass Deine Betriebstemperatur steigt und Dein innerer Monolog zu einer – vermutlich gut bekannten – Tirade ansetzten möchte, einige tiefe Atemzüge zu tun.

  • Dein Mann hat vergessen, den Müll an die Straße zu stellen -> Atme langsam ein und aus
  • Wieder hat keiner seinen Frühstücksteller in die Spülmaschine geräumt -> Atme langsam ein und aus
  • Jemand nimmt Dir die Vorfahrt auf dem Weg zur Arbeit -> Atme langsam ein und aus

Beobachte was in Dir passiert. Wiederhole die Übung.

Ich garantiere Dir, dass Du mehr Frieden in Dir und um Dich herum fühlen wirst. Du wirst außerdem mehr Energie haben für die Dinge, für die sich zu kämpfen wirklich lohnt.

Du möchtest mehr darüber wissen wie Du Deinen Inneren Monolog zähmst? Ruf mich doch einfach unverbindlich an.

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Pixabay

© Inge Schumacher

Klimawandel, na und?

Der Klimawandel fällt gerade hinten runter. Erst hat Corona ihn aus den Schlagzeilen verdrängt, jetzt der Krieg in der Ukraine.

Der Klimawandel stoppt deswegen nicht. Immer mehr Naturkatastrophen passieren. Aus dem Klimawandel wird langsam eine Klimakatastrophe.

Mittlerweile weiß die Mehrheit der Weltbevölkerung, dass das Weltklima aus der Balance ist

  • Der Meeresspiegel steigt
  • Die Temperaturen erreichen Rekordwerte
  • Die Gletscher schmelzen immer schneller
  • Nahrungsmittel werden knapper

Wie das alles zusammenhängt ist mittlerweile gut erforscht. Die große Frage ist:

Warum verändert sich so wenig?

Warum steht immer noch Kurzfristdenken ganz oben auf unserer Agenda anstatt der Frage: Was können wir tun um den Planeten langfristig bewohnbar zu erhalten? Die Frage nach der Nachhaltigkeit unserer Zivilisation stellt sich immer mehr.

Bei jedem Startup und jedem neuen Produkt müssten wir uns fragen: Schadet es der Umwelt oder nützt es ihr? Das wäre ein Paradigmenwechsel, der unser Wirtschaftssystem nachhaltig verändern würde.

Haben wir zu wenig Angst um wirklich etwas zu verändern? Nehmen wir die Bedrohung als Kollektiv zu wenig wahr?

Klimawandel passiert weit weg

Es ist schwierig für uns auf etwas zu reagieren, dass nicht direkt vor unserer Haustür geschieht.

Wir sind darauf programmiert nach handfesten Beweisen für eine Gefahr zu suchen. Wir reagieren schneller auf etwas, das direkt vor unserer Nase passiert.

Ich stelle das auch bei mir fest. Ich fühle mich in Hamburg ziemlich sicher, obwohl unser Haus nur ca. 50 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Die Folgen des Klimawandels werden immer eindrücklicher:

  • die Überschwemmungen in Ahrweiler 2021
  • die Dürre dieses Sommers
  • die kranken Wälder

Warum ist das bei Corona anders?

Wir lieben Messbarkeit. Das macht Dinge für uns realer.

Wir bekämpfen das Virus durch Impfungen und Kontaktbeschränkungen. Das gibt uns das gute Gefühl, dass wir etwas bewirken können. Wir sehen, dass die Coronazahlen im Lockdown wieder sinken. Dieser Erfolg ist messbar und damit nachvollziehbar. Aktionen, deren Konsequenzen wir sehen vereinfachen das Umsetzen von Veränderungen. Egal wie sinnvoll sie langfristig sein mögen.

Das Risiko gemeinsam sehen

Menschen schätzen Risiken auf soziale Art und Weise ein. Wie merken wir, dass der Coronavirus eine ernste Gefahr ist? Die Medien haben es uns eingebleut und wir haben uns alle anders verhalten. Wenn meine Freunde und Familie eine Situation als ernst einstufen, dann nehme ich sie selbst auch eher ernst.

Aktionen zum Klimawandel

Wenn wir in unserem Leben etwas ändern erleben wir die positiven Auswirkungen auf unsere Umwelt nicht direkt:

Wenn wir

  • mit dem Fahrrad fahren anstatt mit dem Auto
  • weniger Verpackungen benutzen
  • mehr recyceln
  • weniger fliegen
  • mehr Produkte aus der Region kaufen

weiß unser Verstand zwar, dass wir einen Beitrag leisten. Uns fehlt aber das sofortige Feedback der Auswirkungen unserer Handlungen und damit die Motivation weiterzumachen.

Wir sehen nur: Es ändert sich nichts, egal was wir tun. Irgendwie versuchen wir uns selbst und uns gegenseitig trotzdem zu motivieren. Das ist mühsam.

Informationen über den Klimawandel fehlen

Die Nachrichtensendungen der öffentlich rechtlichen Sender sehe und höre ich regelmäßig. Viele Informationen über Klimaereignisse kommen da überhaupt nicht vor. Andere Themen sind anscheinend wichtiger.

Beispiel:

Die schlimmen Überschwemmungen in Vancouver im Osten Kanadas im November 2021 wurden mit keinem Wort in den Nachrichtensendungen erwähnt. Die Information habe ich durch einen Bekannten, der dort wohnt erhalten und dann im Internet gezielt nach Berichten gesucht.

Es kommt mir so vor als ob eine bestimmte Anzahl Totesopfern nötig ist damit überhaupt berichtet wird.

Brauchen wir mehr Angst vor dem Klimawandel?

Es scheint, dass wir alle ein höheres Angst-Level in Bezug auf Klimawandel brauchen um wirklich etwas zu verändern.

Es gibt keinen Plan

Eine Riesenaufgabe liegt vor uns, die wir nur in kleinen Schritten bewältigen können.

Text: 
Viele Leite an vielen Orte, die viele kleine Schritte tun können das Gesicht der Welt verändern. Afrikanisches Sprichwort
Afrikanisches Sprichwort

Wir alle haben keine Erfahrung mit dem Klimawandel. Es gibt keine erprobten Methoden und Lösungsmöglichkeiten für die vielen Probleme, die auf uns zukommen. Was funktioniert und was nicht müssen wir ausprobieren.

Bei Corona war es anfangs ähnlich. Die Regierung war überfordert, weil es keine Erfahrungswerte für eine derartige Situation gab. Eine Pandemie diesen Ausmaßes war neu. Es half, dass wir auf die bewährte Methode der Impfung zurückgreifen, die wir alle kannten.

Es gibt kein einfaches Rezept, um die Welt durch den Klimawandel zu steuern. Wir brauchen kreative Lösungen und wir müssen es aushalten zu experimentieren. Fehlschläge gehören bei der Lösung unbekannter Probleme einfach dazu. Meckern hilft da nicht, sondern weitermachen.

Vernetzung hilft

Keine Regierung kann diese Herausforderungen alleine bewältigen. Wir müssen uns international vernetzen und gemeinsam das Experimentieren üben. Nicht umsonst predige ich meinen Kindern, dass sie kein Abitur zu machen brauchen, aber unbedingt Englisch lernen sollen. Internationaler Austausch, insbesondere auf privater Ebene, kann bei der Bewältigung des Klimawandels den entscheidenden Unterschied machen.

Austausch hilft gegen Entmutigung

Mit meiner Energiebrille kann ich sehen, dass das was jeder Einzelne von uns tut sehr wohl Auswirkungen hat. Wir sind soziale Wesen und beeinflussen uns ständig gegenseitig. Jeder von uns inspiriert seine Umgebung – wenn auch unbewusst.

Im hektischen Alltag geht auch mir dieses Bewusstsein verloren. Ich vergesse mein Wissen dann, schwimme im Strom des Alltags und der Fehlinformationen und fühle mich verzweifelt und hilflos.

Deswegen tausche ich mich immer wieder mit meinem sozialen Umfeld aus. So wie heute mit Dir. So bekomme ich aktiv mit wie viele Leute etwas ändern. Das hilft prima gegen meinen Frust-Anwandlungen.

Viele bunte Kinder reichen sich die Hände über eine Erdkugel

Viele positive Beispiele

Dabei gibt es so viele Projekte und Initiativen, die Hoffnung geben:

Was meine Familie tut

Paprika und Chilli auf unserem Fensterbrett machen Spaß und schärfen das Bewusstsein für Lebensmittel.

In unserem Hochbeet experimentieren wir mit Gemüse.

Unser kleiner Quittenbaum hatte so viele Früchte, dass ich sie über einen Nachbarschaftsportal verschenkt habe. Dafür bekam ich Äpfel und anderes, was meine Nachbarn übrig hatten.

Wir unterstützen immer wieder Crowdfunding Projekte wie zum Beispiel Mikroplastikfilter für Waschmaschinen (Erklärung auf Englisch). So bekommen gute Ideen eine Chance außerhalb des herkömmlichen Bankensystems realisiert zu werden.

Das ist Nachhaltigkeit, die mir und meiner Familie Spaß macht. Wir leisten so unseren kleinen Beitrag.

Jungen Menschen haben es schwer

Besonders die 16 bis 30-jährigen sind gerade oft verzweifelt. Sie sind besonders frustriert weil sie wahrnehmen, wie schlecht es um die Erde steht und gleichzeitig erleben, dass wenig passiert. Das können sie – zu Recht – nicht verstehen.

Was macht Dir Hoffnung im Klimawandel?

Ich freue mich auf Deine positiven Beispiele in den Kommentaren.

Fotos: Privat, Beitragsbild: Pixabay

© Inge Schumacher

Inspiration

Als ich eine Inspiration für einen neuen Blogartikel suchte kam sie in Form der Blogparade von Elke Schwan-Köhr. Zufall? Nein; erfolgreiche Suche nach Inspiration!

Inspirationen spielen eine wichtige Rolle in meinem Leben. Von vierundachtzig Blogartikeln haben immerhin vier das Wort Inspiration in der Überschrift. Ich habe Inspiration sogar als Kategorie auf meinem Blog. Jeden Monat veröffentliche ich außerdem auf meiner Webseite die Inspiration des Monats.

Ich verbinde viel Positives mit Inspiration

  • Spaß am Entdecken
  • Freiheit
  • Neues lernen
  • Offen für Überraschungen sein

Was bedeutet Inspiration für Dich?

Wie hältst Du von Inspiration? Verstehst Du darunter eine Eingebung, eine kreative Idee, einen unerwarteten Einfall, eine Erleuchtung?

Ich nehme Dich in diesem Artikel mit in meine Welt der Inspiration.

Inspiration eröffnet mir neue Wege

Vor meiner Karriere als Expertin für Energiearbeit war ich Meisterin der Planung. Ohne Plan und zielgerichtetes Handeln ging es nicht. Das hat mich durch mein BWL-Studium und die neun Jahre im Controlling gebracht.

Zwar habe ich auch früher gerne links und rechts des Weges geschaut, einen internationalen Studentenaustausch organisiert, viel gelesen und bin gereist. Das fiel für mich aber in die Rubrik „Hobby“ und hatte nichts mit „richtiger Arbeit“ zu tun.

Das sehe ich heute ganz anders. Mein individuelles Fortbildungsprogramm basiert zum Beispiel auf Inspirationen. Es gibt für mich als Expertin für Unsichtbares keinen Studiengang oder einen festen Plan. Es liegt einzig an mir wie ich mich weiterentwickele.

Inspirationen für meine Arbeit

Deswegen bin ich immer auf der Suche nach Inspirationen. Mit offenen Ohren und offenem Herzen lerne ich, was mir auf meinem Weg weiterhilft.

Viele Inspirationen kommen aus meinem sozialen Umfeld:

  • Die Klientin, die mir ein Buch empfiehlt
  • Meine Familie und Freunde, die Ideen weitergeben
  • Austausch mit Kollegen

Ich bekomme Inspirationen auch durch

  • Die Fragen meiner Klienten
  • Die Dinge, die in der Welt vor sich gehen
  • Was mir im Alltag begegnet

Indem ich bewusst durch meinen Tag gehe und meine Augen und Ohren offen halte sammele ich jede Menge Hinweise zu interessanten Themen. Was dann wirklich auf meinem Zettel landet sind die Sachen, die gerade passen und die mir Spaß machen.

Das ist ein Riesenunterschied zu einem festen Plan. Ich staune immer wieder wie gut dieses offene Lernen zu mir und meiner Arbeit passt.

Inspiration kostet nichts

Diese Art des Lernens hat noch einen anderen Vorteil: Sie kostet nicht viel Geld. Wenn ich ein Riesenbudget zur Verfügung hätte, hätte ich mich wahrscheinlich gar nicht erst auf diese inspirationsgetriebene Art des Lernens eingelassen.

Natürlich mache ich auch (Online-)Kurse und bilde mich – z.B. in Traumaarbeit – fort. Die monetären Investitionen sind und bleiben aber überschaubar.

Auch das bedeutet Freiheit für mich. Ich sehe wie viel Geld manche Kollegen in teure Coachingausbildungen investieren und wie groß der Druck dann ist, das wieder reinzuholen. Das schenke ich mir.

Ich suche nicht nur nach Inspirationen, ich verschenke sie auch. Die Leser meines Blogs und meiner Webseite können sich regelmäßig Inspirationen bei mir abholen.

Inge vor dem Computer

Inspiration im Blog

Mit meinen Blogartikeln will ich zum Nach- und Weiterdenken inspirieren. Ich freue mich sehr, wenn meine Leser mir dann von ihren Aha-Momenten berichten.  

Inspiration bei der Energiearbeit

Der Dreh- und Angelpunkt der Arbeit mit meinen Klienten ist die Entwicklung von Bewusstsein. Sie kommen zu mir weil sie Informationen darüber brauchen was bei ihnen los ist und warum. Ich biete ihnen einen Strauß von Inspirationen an, aus dem sie sich heraussuchen können, was mit ihnen spricht.

Das finde ich deswegen wichtig weil wir alle so unterschiedlich sind. Es gibt kein Patentrezept für ein spezielles Problem. Lösungen sind immer individuell und müssen zum Einzelnen passen. Zu den Stärken, Möglichkeiten, dem aktuellen Grad des Bewusstseins. Meine Klienten entscheiden also selbst auf welcher Basis sie mit mir arbeiten.

Beispiel

Als eine hochsensible Klientin plötzlich schlecht geschlafen hat bin ich mit ihr in die Ursachenforschung gegangen. Wir haben herausbekommen, dass sie eng mit der Energie der Welt verbunden ist und die großen Veränderungen, die vor sich gehen deutlich spürt. Das interpretiert ihr Körper als Bedrohung und das hält sie wach. Mit dieser neuen Information konnte sie nachvollziehen was in ihr vorging und warum. Das ermöglichte ihr dann auch wieder besser schlafen.

Inspiration passt gut zu Intuition

Ich nutze meine Intuition schon lange bewusst. Trotzdem wundert mich immer wieder, wie hilfreich sie ist.

  • Der Impuls sich mit jemandem auszutauschen hat ein gemeinsames Projekt zur Folge
  • Eine aufmerksame Frage im richtigen Moment wird die Basis für einen interessanten Austausch

Meine Freizeit verbringe ich gerne spontan. Ich habe zum Beispiel keinen Plan wann was im Garten zu tun ist, sondern mache das vom Wetter und der Situation anhängig. Damit bin ich öfter im Hier und Jetzt und habe viel weniger „Muss-Aufgaben“ auf dem Zettel.

Für regelmäßige Aufgaben in Haus und Hof hilft mir dagegen Struktur. So ist bei uns der Donnerstag in der Regel mein Tag für den gründlichen Hausputz.

Ohne Inspiration wäre mein Leben langweiliger

Ich lasse mich überraschen von

  • Einem Online Kongress oder einem Podcast.
  • (Fach)-büchern
  • Fortbildungsangeboten

Wie sehr sich diese Gestaltung meines Lebens unterscheidet von meiner früheren Art zu leben und zu arbeiten wird mir beim Schreiben dieses Artikels wieder einmal bewusst.

Trotzdem arbeite ich mit Plänen, besonders bei größeren Projekten. Ich tracke die Zeit, die ich investiere: In meine Praxis, meine Hortarbeit und das Schreiben. Das gibt mir wertvolle Informationen darüber wo ich gerade stehe und bildet eine gute Grundlage für Entscheidungen. Ich nutze heutzutage Strukturen jedoch um mich zu unterstützen und lasse mich nicht, so wie früher, von ihnen begrenzen.

Inspirationen sind für mich zu einem wichtigen Teil der Gestaltung meines Lebens geworden.

Welche Rolle spielen Inspirationen in Deinem Leben?

Du hättest gerne mehr Informationen? Ruf mich unverbindlich an.

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Mirjam Kilter

© Inge Schumacher

Einfacher Entscheidungen treffen

Jeden Tag treffen wir Entscheidungen, oft unbewusst. Über die Kleidung, die wir tragen, unser Frühstück, den Weg zur Arbeit, den Umgang mit anderen Menschen. Im Alltag entscheiden wir spontan und auf Basis unserer Erfahrungen.

Das Wort Entscheidung leitet sich aus dem alten Wort für Schwertscheide ab. Zwei getrennte Holzplatten schützten früher ein Schwert. Dieses Bild zeigt, dass wir, wenn wir uns für etwas entscheiden uns gleichzeitig auch immer gegen etwas entscheiden müssen.

Im Alltag brauchen wir zum Glück nicht lange zu überlegen. Wir wissen, was passt und kennen die Konsequenzen unserer Entscheidungen.

Herausfordernd wird es dann, wenn wir etwas verändern wollen. Dann verlassen wir das Bekannte und betreten Neuland. Wir treffen Entscheidungen, deren Konsequenzen wir nicht absehen können.

Es fällt uns oft schwer diese Entscheidungen zu treffen. Erfahrung hilft da nicht weiter. Dann bekommen wir schnell Angst etwas falsch zu machen. In diesem Artikel findest Du Inspirationen und Beispiele, die schwierige Entscheidungen einfacher machen können.

Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung

Jungen Menschen haben es mit Entscheidungen besonders schwer. Eine Bekannte steht gerade vor der Frage, was sie nach dem Abitur und dem Freiwilligen Sozialen Jahr tun soll. Die Fülle an Möglichkeiten ist groß. Die Zeit für die Anmeldung für ein Studium ist verstrichen. „Ich weiß nicht, ob es das Richtige für mich ist“, vertraut sie mir an.

Ich versuche ihr zu vermitteln, dass sie nicht das ganzes Leben lang einen Beruf ausüben muss, wenn sie sich einmal für eine Ausbildung entschieden hat. Ja, sie stellt Weichen für die nächsten Jahre. Ihre Erfahrungen kann sie später aber auch in einem anderen Umfeld nutzen.

Es bringt nichts auf eine Eingebung für die einzig richtige Entscheidung zu warten. Sie wird ihr nicht einfach in den Schoß fallen.

Die meisten Entscheidungen sind nicht endgültig

Die wenigsten werden heutzutage alt in dem Beruf, den sie einmal gelernt haben. Das liegt zum einen an der rasanten technischen Entwicklung; zum anderen an den sich wandelnden Strukturen. Es gibt immer mehr Menschen mit einem „ungeraden“ Lebenslauf. Ich bin dafür ein gutes Beispiel.

Wir können Entscheidungen immer nur auf Basis der Informationen treffen, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt zu Verfügung haben. Hinterher sind wir immer schlauer.

Seit mir das klar ist, habe ich viel weniger Angst ein falsche Entscheidungen zu treffen.

Beispiel

Ich habe mich damals für ein Betriebswirtschaftsstudium entschieden, weil ich studieren wollte, aber nicht wusste was. Dieses Studium eröffnete mir viele Möglichkeiten und ich habe es nicht bereut.

Meine große Tochter war nach dem Abitur ein Jahr in Kanada. Dass sie danach studieren wollte, war für sie klar. Sie studiert jetzt Allgemeine Ingenieurswissenschaften.

Meine zweite Tochter macht nächstes Jahr Abitur. Sie will dann ein Jahr nach Neuseeland. Studieren kommt für sie, Stand heute, nicht in Frage.

Was mir bei meiner Entscheidung geholfen hätte, wären bessere Informationen über mich selbst gewesen – mich also besser zu kennen. Das versuche ich meinen Kindern mitzugeben.

Je mehr wir über uns wissen, umso leichter können wir entscheiden

Mit etwas Wissen über sich selbst fallen Berufsentscheidungen einfacher. Berufsberatungen sind sinnvoll, wenn es darum geht Talente und althergebrachte Wege aufzuzeigen.

Wirklich Neues, das habe ich bei meinen Mädchen mitbekommen, kommt da meist nicht heraus. Was ein junger Mensch gerne tut, was ihn interessiert und begeistert – das muss er selbst wissen. Dabei hilft die Schule wenig.

Sinn-volle Tätigkeiten finden

Letzte Woche habe ich mich mit einem jungen Mann unterhalten, der gerade seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Er ist zweiundzwanzig. Als nächstes will er ein Stück den Jakobsweg gehen und dann in Kanada arbeiten. Was danach kommt, weiß er nicht. Meiner Meinung nach muss er das auch nicht.

Für ihn ist wichtig, dass eine Tätigkeit für ihn persönlich, aber auch für die Allgemeinheit sinnvoll ist. Dafür gibt es keine vorgezeichneten Wege. Das ist eine Herausforderung, weil er kein konkretes Ziel vor Augen hat. Er wird auf seinem Weg herausfinden müssen wohin es für ihn geht.

Ein rostiger Riegel an einer alten Holztür. Symbol für Blockade von Entscheidungen.

Was Entscheidungen behindert

1. Zu wenig Informationen

Viele Studenten geben das Studium oder eine Lehre auf, weil sie eine falsche Vorstellung davon haben. Hier helfen Praktika und Reinschnuppern. Ausprobieren und damit auseinandersetzen ist immer besser als reine Theorie.

Beispiel

Eine Freundin von mir hat sich sehr lange eine Katze gewünscht. Als sie eine Katze in Not aufnahm hat sie zu ihrer großen Überraschung festgestellt, dass sie das gar nicht mochte.

2. Innere Grenzen

Viele Entscheidungen treffen wir weil wir es so gewohnt sind. Dadurch begrenzen wir uns. Hier ist es hilfreich immer wieder zu hinterfragen warum wir etwas tun und ob die Art und Weise etwas zu tun noch zu uns passt.

3. Totschlagargumente

Totschlagargumente sind deswegen so beliebt, weil sie alle Aktivitäten in eine bestimmte Richtung blockieren. Folgende kennen wir bestimmt alle:

  • Das ist einfach so
  • Das haben wir immer so gemacht
  • Dafür ist kein Geld da

Diese Scheinargumente hindern uns sehr effektiv daran neue Wege einzuschlagen. Unser Gehirn will uns sowieso in den alten, vermeintlich sicheren, Bahnen halten. Es liebt sie gerade deswegen.  

Wenn meine Klienten mit dem Geld-Argument kommen schauen wir uns die Hintergründe genau an und stellen fest was wirklich dahinter steckt.

Beispiel:

Eine Klientin brauchte dringend eine Auszeit. Sie meinte, dass das nicht geht, weil sie kein Geld für ein Hotel hat. Nach unserem Gespräch hat sie andere Möglichkeiten gesucht und gefunden und zwei Wochen lang das Haus einer Freundin gehütet.

Wir haben meist viel mehr Möglichkeiten als wir ahnen. Wir müssen dafür aber erst die Dinge aus dem Weg räumen, die uns daran hindern sie zu sehen.

Eine Tür mit einem Herz durch das man den blauen Himmel sieht

Hilfreich für das Treffen von Entscheidungen ist

1. Informationen über sich sammeln

Je besser Du Dich kennst, umso leichter wird es Dir fallen Entscheidungen zu treffen. Du baust so immer mehr Vertrauen in Dich auf.

Beispiel:

Einem Klienten von mir wird gerade bewusst, dass er viel mehr Vertrauen zu sich selbst entwickelt hat. Er merkt das daran, dass er sich jetzt viel sicherer fühlt, wenn er Entscheidungen trifft. Er fühlt auch dann den festen Boden unter seinen Füßen, wenn er ins Unbekannte geht. Mit dieser Grundsicherheit ist es für ihn deutlich einfacher geworden Entscheidungen zu treffen.

2. Den Verstand austricksen

Indem Du die richtigen Fragen stellst kannst Du lästige Glaubenssätze umgehen. Diese Fragen können sein:

Was würde ich tun, wenn ich

  • Nicht scheitern könnte?
  • Nur noch ein Jahr (einen Monat/ eine Woche) zu leben hätte?
  • Finanziell völlig frei wäre?

So setzt Du Deine Scheinargumente und Schutzbehauptungen außer Kraft und kannst wertvolle Informationen über Dich selbst einsammeln. Am besten schreibst Du Dir die Antworten auf. Das bringt am meisten für die Entscheidungsfindung.

3. Inneres Wissen nutzen

Der O-Ring-Fingertest

Dieser Test kommt aus der Kinesiologie. Du bildest mit Daumen und Zeigefinger beider Hände zwei Ringe und schiebst diese ineinander wie zwei Kettenglieder. Halte die Finger fest zusammen.

Jetzt stelle Fragen. Der Test zeigt an, wenn eine Frage Stress in Dir auslöst: Dann werden die Finger schwach und der Ring öffnet sich. So gibt Dir Dein Körper Hinweise, denen Du nachgehen kannst. Probiere es einfach mal aus. Es macht Spaß.

Impulse, Intuition und Co.

Wir klinken uns immer automatisch in die Informationsfelder um uns herum ein. Das tun wir unbewusst. Das kannst Du für Deine Entscheidungsfindung nutzen. Es braucht ein wenig Übung, die kleinen Stimmen unserer Intuitionen und Impulse wahrzunehmen. Wenn Du mehr dazu wissen willst, ich habe Dir in der Überschrift die Blogartikel dazu verlinkt.

Entscheidungshilfen gibt es viele

Ich versuche erst gar nicht alle aufzuzählen. Das würde diesen Artikel sprengen. Auch hier ist das Wichtigste zu schauen, was für Dich passt.

Wenn Du Dich gut kennst und einigermaßen nett mit Dir umgehst hast Du die besten Voraussetzungen für das Treffen passender Entscheidungen.

Du stehst vor wichtigen Entscheidungen und brauchst Unterstützung? Ruf mich unverbindlich an.

Dieser Artikel ist in der Blognacht meiner Lieblingsblogflüsterin Anna Koschinski entstanden.

Bilder: Pixabay

© Inge Schumacher

Seelen-Geflüster

Wir Menschen sind vielschichtige Wesen: Zu Persönlichkeitsentwicklung gehört für mich neben Verstand und Körper auch unser feinstofflicher Anteil. Diesen Teil von uns, der außerhalb der Grenzen von Zeit und Raum existiert, nenne ich Seele.

Deine Seele ist reine Energie


Wir können sie nicht anfassen oder sehen, weder wiegen noch messen. Wir spüren aber, dass sie da ist. Die Seele ist Teil unseres übergeordneten feinstofflichen Bewusstseins. Wir ahnen oft nur, dass wir so viel mehr sind als wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können.

Unsere Seele macht uns mehrdimensional und damit erst zu dem was uns als Menschen ausmacht. Sie gibt unserem Dasein Tiefe.

Deine Seele ist unsterblich

Wenn unser Leben zu Ende ist, dann geht unsere Seele dorthin zurück wo sie hergekommen ist, wo immer das sein mag. Ich glaube daran, dass sie dann mitnimmt, was sie hier erlebt und gelernt hat.

Warum ich das glaube? Es ist unlogisch für mich, dass alle Erkenntnisse, die wir hier gewonnen haben einfach verschwinden. Dafür ist der energetische Aufwand, den wir betreiben um hier geboren zu werden und zu leben viel zu groß. So ist unser Universum nicht aufgebaut. Energie verschwindet hier nicht einfach. Sie wird höchstens transformiert.

Warum bin ich hier?

Deine Seele ist der Teil von Dir, der immer wieder die Sinnfrage stellt. Er erinnert Dich daran, dass Du nicht zufällig hier bist; dass Dein Dasein einen Sinn hat. Deswegen fordert sie Dich immer wieder auf nach diesem Sinn zu suchen. In dem was Du tust und wohin Du Deine Zeit und Energie geht. Sie bringt Dich dazu nach Erklärungen dafür zu suchen warum Du hier bist.

Es ist wichtig, dass Du Dich um diese Fragen Deiner Seele kümmerst. Sonst hängst Du in der Luft und bist unzufrieden und unglücklich.

Das ist nicht so einfach weil es dabei um etwas geht, das Du mehr fühlst und ahnst.

Vielen Menschen hilft ihre Religion oder ihr Glauben die Antworten zu finden, die sie brauchen.

Mein Pastor aus der Gemeinde in der ich den Hort leite, erklärte letztens, den ultimativen Gottesbeweis gäbe es nicht. Es läuft letzten Endes darauf hinaus was jeder Einzelne von uns glaubt.

Auf jeden Fall ist es hilfreich, wenn wir es schaffen die Frage warum wir hier sind zu klären. Das schafft Sicherheit. Es gibt uns eine Basis um hier klarzukommen und ein für uns sinnvolles Leben zu führen.

Wenn wir wissen warum wir hier sind, haben wir es einfacher einen Weg zu finden, der passend für uns ist. Dann können wir

  • zu dem zu stehen was uns wichtig ist
  • das in unser Leben zu lassen was wir brauchen um glücklich zu sein
  • Vertrauen in uns selbst aufbauen

Meine Sinnfragen

Als junge Erwachsene hatte ich keine Ahnung, was ich auf dieser Erde sollte. Ich wurde katholisch erzogen, bin aber früh aus der Kirche ausgetreten, da diese Struktur für mich nicht passte. Jetzt arbeite ich in einer evangelische Gemeinde, die die Ideale an Menschlichkeit und Zusammenarbeit lebt, die mir auch wichtig sind. Ich fühle mich dort sehr heimisch. Irgendwie schließt sich so ein Kreis für mich.

Weil ich nicht wusste wo es für mich hingeht habe ich Betriebswirtschaft studiert. Das war eine Verlegenheitslösung. Ich hoffte, dass mir die Erfahrungen, die ich so sammele nützen würden. Es war die beste Entscheidung, die ich mit den Informationen, die ich damals hatte treffen konnte. Meine Fähigkeiten zum Strukturieren komplexer Probleme und mein Talent für Projektmanagement möchte ich nicht mehr missen.

Die Seele weist den Weg

Probleme bekam ich als ich als Unternehmensberaterin gearbeitet habe und jeden Montag in den Flieger gestiegen bin. Den Sinn dieser Arbeit habe ich schnell in Frage gestellt. Wofür habe ich das gemacht?

Meine Rolle als Mutter hat dagegen immer Sinn für mich gemacht. Kinder zu haben und großzuziehen gehört offensichtlich in mein Leben und ist gut für meine Seele. Trotzdem reichte mir auch das nicht.

Mit der Kindererziehung war ich nicht ausgelastet. Ich hatte zeitweise das Gefühl, dass mein Gehirn auf Erbsengröße geschrumpft war und sinnlos im Hirnkasten herumkullerte. Ich hoffte, dass da noch mehr war. Ich hatte aber keine Ahnung was das sein sollte.

Meine Seele spürte, dass entscheidende Teile von mir noch unentwickelt waren. Damit beschäftigt habe ich mich aber erst durch meine Depression vor zwanzig Jahren. Diese Krankheit hat mich dazu gezwungen einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Zum ersten Mal musste ich mich mit dem auseinandersetzen, was ich nicht sehen konnte; von dem ich nur ahnte, dass es da war. Erst dadurch fand ich einen Weg, der mich zu meiner Arbeit als Expertin für Energiearbeit geführt hat.

Meine Seele hat bestimmt schon vor meiner Krankheit versucht mir zu zeigen, wohin mein Weg führen könnte. Ich kannte aber ihre Sprache nicht und habe sie deswegen nicht verstanden. So habe ich mich in eine Situation manövriert, die mir die Gelegenheit und Motivation gab, diese Sprache zu lernen.

Wie meine Seele mir half meine Berufung zu finden

Als meine Älteste vier Jahre alt war litt sie an Asthma. Sie hat ein Jahr lang jeden Tag Kortison inhaliert. Als die Ärzte sagten, das müsse sie nun ihr ganzes Leben lang tun, ging ich auf die Suche nach Alternativen. Auf diese Weise lernte ich eine Heilerin kennen, die unsere Allergien erfolgreich behandelte.

Diese sagte zu mir: Inge, das kannst Du auch. Das war neu für mich. Ich hatte mit Esoterik nichts am Hut. Energiearbeit und geistiges Heilen waren bis dahin für mich leere Worthülsen, die ich eher suspekt betrachtete.

Die Ergebnisse ihrer energetischen Behandlung haben mich überzeugt: Ich konnte wieder Kirschen und Nüsse essen. Mein Heuschnupfen war wie weggeblasen.
Daraufhin habe ich eine Ausbildung in Energiearbeit und den Heilpraktiker gemacht. Seitdem hatte ich nie wieder das Gefühl, dass etwas in meinem Leben fehlt. Dieser Weg passte also zu dem, wofür meine Seele hier war. Zu meinem Lebensthema. Was genau mein Lebensthema ist, kannst Du in diesem Blogartikel lesen.

Dein Lebensthema spiegelt Deine Seele

Mit meinen Klienten komme ich früher oder später auf die Frage warum sie hier sind. Diese Frage kannst Du ziemlich leicht beantworten, wenn Du Dir Dein Leben genau anschaust.

Dein Lebensthema zieht sich durch Dein gesamtes Leben, ob Du Dir dessen bewusst bist oder nicht. Um Dein Lebensthema zu finden stelle fest was immer wieder in Deinem Leben vorkommt. Nimm Dir zum Beispiel Deinen Lebenslauf vor. Auch das womit Du gerne Deine Zeit verbringst gibt Dir Hinweise. Wie Du auf diesem Weg Dein Lebensthema findest habe ich ausführlich in diesem Artikel beschrieben. Du kannst aber auch gerne ein Gespräch mit mir führen.

Blanko Schilder strecken sich in viele Richtungen

Wenn Du Dein Lebensthema kennst, kommst Du schnell dem Sinn Deines Lebens auf die Spur. Deine Seele schickt Dir immer wieder Hinweise für Wege, die für Dich infrage kommen. Es gibt nicht nur den einen richtigen Weg für Dich, sondern unendlich viele. Es braucht Übung, um diese Hinweise zu interpretieren. Bleibe locker. Wenn Du einmal auf der Suche bist, kannst Du sicher sein, dass Du passende findest, die Dir ein sinnvolles Leben ermöglichen.

So faszinierend wie die Beschäftigung mit unserer Seele ist, dürfen wir unseren Körper nicht vergessen, der uns mit allem versorgt was wir brauchen. Lange habe ich es versäumt ihm die Aufmerksamkeit zu geben, die er verdient.

Vergiss Deinen Körper nicht

Mein Körper ist für mich, die sich beruflich viel mit Energien auseinandersetzt besonders wichtig. Er hält mich in der Balance. Er erdet mich und bewahrt mich davor abzuheben.

Kümmern um meinen Körper bedeutet für mich auch, mich um meine Basis zu kümmern. Es hat lange gebraucht bis ich wirklich verstanden habe wie wichtig das ist. Das gut umzusetzen fällt mir immer noch schwer.

Ich versuche mir eine Umgebung zu erschaffen, die mich dabei unterstützt. Meine Familie sorgt zum Beispiel dafür mich auf dem Boden zu halten. Ich hätte früher sonst sicher die Tendenz gehabt in feinstoffliche Bereiche abzudriften. Denn auch hier, wie überall, braucht es Balance. Damit ich meine Energiearbeit gut machen kann, ist eine gute Bodenhaftung unerlässlich. Wenn Du mich kennst, weißt Du wie wichtig mir Pragmatismus ist.

Du kannst Dich auf Dich selbst verlassen

Deine drei wichtigsten Ratgeber hast Du immer bei Dir:

  • den Körper
  • den Verstand
  • Deine Seele

Mehr brauchst Du nicht um ein sinnvolles Leben zu führen. Wobei es egal ist was die anderen sagen. Der Sinn ergibt sich aus dem, was Du in diesem Leben lernen und erfahren möchtest.

Pflege Deine Seele

Erst wenn wir die Bedürfnisse unserer Seele berücksichtigen, sind wir in der Lage unser ganzes Potential zu nutzen.

Dieses Potential umfasst unser gesamtes Sein und sieht bei jedem von uns anders aus. Wir finden unseren Weg manchmal auf Umwegen – so wie ich. Das ist nicht verkehrt. Ich wusste lange nicht wo genau meine Talente lagen und was für mich sinn-voll war. Meine Seele hat mich mit ihren Impulsen so lange auf die Suche geschickt bis ich den Sinn gefunden habe.

Deine Seele bietet Dir einen Kompass nach dem Du Dich richten Kannst. Sie bietet mögliche Richtungen an, gibt aber nie konkrete Handlungsvorgaben. Sie zeigt Dir nur Möglichkeiten auf. Es liegt an Dir diese mit Leben zu füllen.

Fragst Du Dich warum Du hier bist? Brauchst Du Unterstützung dabei mehr über Dich herauszufinden? Nutze dazu gerne mein halbstündiges Kennenlerngespräch.

Focus Artikel zum Thema Seele

Fotos: Pixabay

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