Seit dem Frühling 2020 ist Vieles anders. Nicht nur, dass wir uns ans Masken-Tragen gewöhnen mussten. Corona holt uns gerade kollektiv aus der Komfortzone. In diesem Artikel untersuche ich die Herausforderungen des neuen Normals.

Das neue Normal der Corona-Krise bedeutet Unruhe

Die weltweiten Ängste und Unsicherheiten bekommen wir alle mit. Sie beeinträchtigen unser Wohlbefinden, egal ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Die Unruhe in der Corona-Krise steckt uns leicht an.

Wir sitzen in einem Boot

Da wir mit allem verbunden sind, bekommen wir turbulente Energien auch aus weit entfernten Teilen der Erde mit. Egal ob es Überflutungen in China oder Brände in den USA sind. Auch das Leid der Flüchtlinge merken wir alle, auch wenn wir nicht direkt betroffen sind.

Die Unruhe fing schon vor Corona an

Anfang 2019 hatte ich die ersten Klienten, die mit unerklärbarer Unruhe und Niedergeschlagenheit zu mir kamen. Diese Menschen waren besonders sensibel gegenüber den Veränderungen unseres Planeten. Sie fühlten das Leid in unserer Welt und reagierten darauf.

Das neue Normal hat mich überrascht

Ich habe im März einen Artikel darüber geschrieben wie wir während der Corona Krise in unserer Mitte bleiben. Ich praktiziere die Tipps, die ich dort gebe. Trotzdem hat das neue Normal mich voll erwischt: Im August war ich müde und angespannt gleichzeitig.

Meine Symptome:

  • Es fiel mir schwer mich zu entspannen und zu meditieren
  • Ich war niedergeschlagen
  • Ich habe viel weniger gelacht
  • Ich fühlte mich antriebslos
  • Ich fiel in alte Gewohnheiten zurück

Ich merkte: Etwas ist nicht in Ordnung und ging auf die Suche nach der Ursache.

Ich bin langsam in die Anspannung reingerutscht. Ich habe mich an die Unruhe um mich herum gewöhnt und sie übernommen. Das war ein langsamer Prozess und darum kaum zu merken.

Das neue Normal ist anstrengend weil es andauert

Viele Kite surfera uf Fehmarn

Raus aus der Anspannung: Meine Strategie

Ich habe ein paar Tage lange eine Freundin an der Ostsee besucht um Abstand zu bekommen. Das Meer half mir zu mir selbst zu finden und ich kam deutlich ruhiger zurück.

Ich wende die Techniken und mein Wissen an, das ich hier im Blog teile: Ich versuche noch besser für mich zu sorgen und mir meiner Gefühle bewusster zu sein.

Das neue Normal: Wir fahren auf der Überholspur

Die Geschwindigkeit, in der wir unsere Realität erschaffen nimmt zu: Nicht nur Unternehmen müssen ihre Planungen laufend anpassen weil sie überholt sind.

Wir sollten uns den Grundregeln des Erschaffens unserer Realität mehr denn je bewusst sein und sie für uns arbeiten lassen.

Wir erschaffen mehr von dem, auf das wir uns konzentrieren

Das gilt für Positives wie für Negatives:

Wenn wir uns darauf konzentrieren, dass wir

  • keine Wahlmöglichkeiten haben
  • Angst haben
  • Jemand anderer Macht über uns hat und wir Opfer sind
  • wir nicht genug haben

Dann erschaffen wir mehr davon genauso schnell wie wenn wir uns auf positive Dinge konzentrieren wie:

Ich habe mich noch nicht an die neue Geschwindigkeit gewöhnt. Ich merke, wie mich die turbulenten Energien immer wieder zu Angst und Unsicherheit hin drängen.

Ich teste die Möglichkeiten des neuen Normals aus. Die meiste Energie brauche ich momentan, um „einfach nur“ in der Balance zu bleiben und handlungsfähig zu sein. Das ist mir am wichtigsten.

Warum ich vorsichtig bin

Wenn ich einmal auf der Überholspur bin, ist es momentan schwieriger anzuhalten und umzukehren als früher.

Anpassung an das neue Normal

Ich brauche Zeit um zu überlegen wo ich wirklich hinwill und welche Alternativen es gibt. Auch wenn es mich frustriert, wenn ich das Gefühl habe nicht vorwärts zu kommen.

Positive Beispiele für den Rückenwind im neuen Normal

  • Eine Freundin hat in Rekordzeit ein Sabbatjahr organisiert.
  • Viele Klienten machen Durchbrüche bei Themen, die sie lange mit sich herumgeschleppt haben.
  • Ich habe mir neue Klienten gewünscht und 2 Stunden später kam der Anruf.
  • Meine Tochter hat sich vorgenommen aktiver im Unterricht zu sein. Ihr fällt das leichter als früher.

Vorsicht: Die automatischen Reaktion auf Gefühle

Gefährlich ist momentan unsere automatische Reaktion auf Gefühle. Auf der automatischen Gefühlsautobahn erschaffen wir schnell mehr von dem auf das wir uns konzentrieren, zum Beispiel was fühlen, und nicht von dem, was wir eigentlich wollen.

Gefühle sind Signale unseres Körpers und unserer Seele

Sie sind dazu da uns aufmerksam zu machen und daher eine wichtige Informationsquelle. Aber mehr auch nicht.

Menschen in meiner Umgebung erschaffen im neuen Normal Extreme:

Beispiel: Ein schlimmer Unfall

Ein Klassenkamerad meiner Tochter hat sich mit Schwarzpulver zu 30% verbrannt und kam schwer verletzt im Krankenhaus.

Es fing damit an, dass er sein Mofa verliehen hatte und es dabei kaputt ging. Er musste sich einen Job suchen, um die teure Reparatur zu bezahlen. Kurz darauf wurde sein Fahrrad aus dem heimischen Garten gestohlen…

Seine Irritation war die Ursache für diese Ereigniskette. Er kam aus diesem Gefühl nicht mehr heraus und war sich nicht bewusst, was er in Gang gesetzt hatte.

Beispiel: Mein Sohn weigert sich zur Schule zu gehen

Er fühlt sich in seiner Klasse und mit den Lehrern wohl. Es gibt also keinen Anlass, außer dass er sensibel auf die turbulente Energie reagiert und einen ausgeprägten Dickkopf hat. Je länger es dauert, um so mehr steigert er sich in seine Gefühle hinein und umso schwerer fällt es ihm in die Schule zu gehen.

Er ist 11 Jahre alt und kann oft selbst nicht verstehen, warum und was er fühlt. Wir probieren alles, um ihm zu helfen mit seinen starken Gefühlen umzugehen. Oft leider vergeblich.

Manchmal bin ich deswegen am Ende meiner Kräfte. Es ist nicht einfach auch in dieser Situation in der Balance zu bleiben. Mein Mann und ich geben uns zum Glück gegenseitig Halt. Wir haben frühzeitig die Schule mit ins Boot geholt, so dass alle an einem Strang ziehen.

Dieses Thema wird uns wohl noch eine Weile begleiten und ist für mich ein Gradmesser für meine seelische Verfassung.

Die Flutsch-Energie des neuen Normals

Ich empfehle Dir Deine Resilienz zu pflegen, um mit der gesteigerten Geschwindigkeit besser fertig zu werden:

  • Beobachte Dich aufmerksam
  • Nimm Deine Gefühle wahr und lass sie gehen. Das Unterdrücken negativer Gefühle verstärkt diese
  • Starte den Tag mit positiven Gefühlen
  • Tausche dich aus und hole dir Unterstützung

Das neue Normal bedeutet viel Input

Hochsensible kennen das: Sie kämpfen ständig mit einem Zuviel an Reizen. Sie müssen lernen ihre Wahrnehmung so zu managen, dass sie nicht ständig überfordert sind. In turbulenten Zeiten können wir alle diese Fähigkeit gebrauchen.

Katzen wissen wie man chillt.

Wenn das neue Normal zu viel wird: Abgrenzung hilft

  • Schaff Dir Rückzugsräume, in Dir und in Deiner Umgebung
  • Energie puffern: Ich baue eine Schutzblase um mich herum auf, wenn es mir zu viel wird
  • Nutze Strukturen, die Dir helfen wie Natur: Spaziergänge, Garten
  • Schaffe positive Erlebnisse in der Familie
  • Austausch mit Gleichgesinnten gibt mir Kraft
  • Setze immer wieder klare Prioritäten um Überforderungen zu vermeiden

Das neue Normal – Wie lange noch?

Meiner Meinung nach ist die Corona-Krise nur der Anfang. Wir wollen unsere Welt verändern und das schaffen wir nur wenn es wirklich ungemütlich wird; noch ungemütlicher als jetzt. Je mehr wir inmitten der ganzen Veränderungen in unserer Balance sind desto weniger Extreme werden wir dabei erschaffen.

Brauchst Du Unterstützung im neuen Normal?

Fühlst Du Dich momentan wie im Schleudergang oder bist Du in einer Abwärtsspirale? Sprich mich für ein kostenloses Erstgespräch an.

Mehr Artikel von mir zu Corona findest Du hier:

Auf die Ohren:

Meine 5 Minuten Podcast Beiträge zu Corona

Angst ist wichtig
Angstbewältigung
Bleib in Deiner Mitte
Corona. wie gehe ich mit meinen Ängsten um
Eltern sein in Corona Zeiten

Fotos: Privat

© Inge Schumacher