Warum ist Präsenz so wichtig? In der Gegenwart stellst du die Weichen für dein Leben und kannst deine Realität aktiv gestalten.

Es hat lange gedauert, bis ich gelernt habe, diesen Schlüssel zu nutzen und mehr im Hier und Jetzt zu leben.

Warum ist Präsenz wichtig? Das Labyrinth-Beispiel

Situation: Du bist mitten in einem Maislabyrinth und hast keine Ahnung, wie du wieder herauskommen sollst.

  • Es bringt nichts, sich zu ärgern, dass du hineingegangen bist (Vergangenheit).
  • Es hilft dir auch nicht, Angst zu haben, dass du nie wieder herausfindest (eventuelle Zukunft).
  • Das Einzige, was hilft, ist jetzt den Ausgang zu suchen.

Um den Weg raus aus dem Labyrinth zu finden, hilft Achtsamkeit. Dann hörst du die Menschen, die näherkommen und die dir helfen können. Du siehst die Leiter, die um die nächste Ecke steht und mit deren Hilfe du dir einen Überblick verschaffen kannst. Du nimmst vielleicht sogar die Lücke im Labyrinth wahr, die eine Abkürzung nach draußen ist.

Es gibt mehr Möglichkeiten im Jetzt, die du nicht wahrnehmen kannst, wenn du Angst hast und damit in einer ungewissen Zukunft oder unbefriedigenden Vergangenheit bist.

Das bedeutet: Wenn du präsent bist, wirst du nicht von Künftigem oder Vergangenem abgelenkt und kannst deine gesamte Energie bündeln.

Präsenz hilft raus aus dem Stress

Im Stress stehen wir unter Anspannung. Wir sind das so gewohnt, dass wir diese Anspannung oft nicht bewusst wahrnehmen.

Wenn du präsenter bist, bist du nicht mehr getrieben von dem, was du heute alles noch auf dem Zettel hast (Zukunft). Dann passiert etwas Magisches: dein Denken, Fühlen und Handeln haben die Chance, eins zu werden und aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Präsenz ist also die Voraussetzung dafür, dass du mitbekommst, was gerade los ist. Du reflektierst dein Verhalten und kannst es gegebenenfalls verändern. Aber wie kommst du dahin?

Ich habe 4 Schritte identifiziert, die dir helfen präsenter zu werden.

Eine Frau sitzt auf einer Bank und hält ein Schild mit der Aufschrift "Presence" auf dem Schoß.

4 Schritte zu mehr Präsenz

1. Die Theorie: Interesse und Aufmerksamkeit sind geweckt

Als Erstes hat mich die Idee von mehr Präsenz fasziniert. Leichter das erschaffen, was ich möchte, das fand ich gut. Ich beschäftigte mich intensiver mit dem Thema, stöberte im Internet und las Bücher. Ich beschloss, dass ich präsenter werden wollte.

2. Die Momente, in denen es „Klick“ macht:

Erst, wenn es bei mir Klick gemacht hat, habe ich etwas wirklich verstanden. Im Klick-Moment bin ich aber immer noch in der Theorie.

Auf meinem Weg ins Hier und Jetzt brauchte ich viele Aha-Momente. Ich habe immer mehr kapiert, wie ich hätte anders handeln können, wenn ich präsenter gewesen wäre, zum Beispiel bei einem Streit in der Familie.

In immer mehr Streit-Situationen war ich präsenter und habe gestaunt, wie gut diese dadurch gelaufen sind. Ich habe dann nicht mehr automatisch reagiert, sondern überlegt, was für Lösungsmöglichkeiten es gibt.

3. Üben, üben, üben

Danach war ich bereit für Übungen. Ich wollte Präsenz bewusst in meinen Alltag integrieren. Aus der Theoriephase hatte ich einige Übungen mitgebracht. Du findest 5 Tipps in meinem Blogartikel: Wie dir im Hier und Jetzt Veränderung gelingt.

Ich habe viel ausprobiert und festgestellt, dass lange Übungen nichts für mich waren. Lange bevor Ergebnisse zu erwarten waren, langweilte ich mich und hörte auf.

Früher habe ich mich dann schlecht gefühlt und gedacht: Andere Leute schaffen das doch auch, du bist einfach nicht motiviert genug.

Heute weiß ich: Diese Übungen entsprechen mir einfach nicht. Ich habe gelernt, dass es auch für mich Wiederholungsmuffel Übungen gibt, die mir Spaß machen.

Die Frage: „Was tut mir jetzt gut?“ brachte für mich die Wende.

Sie wurde meine zentrale Übung. Ich habe mir diese Frage jeden Tag mehrmals gestellt. Immer dann, wenn ich gezögert habe, was ich als Nächstes tun sollte.

Auch die bewusste Atmung ist eine gute Methode, um dich schnell in die Gegenwart zu holen. Den Körper in deine Präsenzübungen einzubeziehen, ist sehr hilfreich.

4. Automatisierung:

Wir alle brauchen viele Wiederholungen, wenn wir etwas neu lernen, vom Radfahren bis zum Vokabeln lernen. Erst, wenn wir einen Prozess automatisiert haben, denken wir nicht mehr darüber nach.

Am Anfang fühlte sich die Frage „Was tut mir jetzt gut?“ ungewohnt an. Ich bekam zuerst oft wenig hilfreiche Antworten. Ich meinte zum Beispiel, ein Kaffee würde mir jetzt guttun, aber mein Bauch signalisierte mir dann, dass das nicht stimmte.

Langsam lernte ich, auf die kleinen leisen Impulse zu achten, die wir uns den ganzen Tag über geben, die in unserem lauten hektischen Leben aber leider oft untergehen.

So bin ich immer präsenter geworden.

Was sich bei mir durch Präsenz verändert hat

Heute schätze ich die kleinen Wunder und Begegnungen im Alltag viel mehr. Ich nehme auch die kleinen Impulse besser wahr, die ich mir selbst als Wegweiser schicke. Ich merke, wie ich mein Leben aktiv so forme, dass es zu mir passt.

Ich bin über lange Zeiträume hinweg viel zufriedener und innerlich viel ausgeglichener als früher. Früher habe ich vieles ernster und persönlicher genommen.

Diese Erkenntnisse gebe ich seit vielen Jahren weiter.

Die Klient:innen aus meinem Mentoring Programm berichten von

  • einfacherer Zielerreichung
  • mehr Klarheit
  • mehr innerer Ruhe
  • mehr Zufriedenheit

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Bilder: privat, depositphoto, Dall-E (KI)

© Inge Schumacher