Welchen Ballast schleppst du mit? Das Tragische ist, dass du das meist nicht merkst. Es ist dein Normal, Dinge mit dir herumzutragen, die du nicht mehr brauchst.
Um dem auf die Spur zu kommen, habe ich acht einfache Übungen zusammengestellt. Sie bringen dir Klarheit.
Ich schätze besonders Übungen, die den Körper einbeziehen. Das signalisiert deinem Gehirn, das Input auf allen Ebenen liebt, dass du es ernst meinst.
Loslassen ist Aufräumen im Inneren
Du räumst auf und putzt dein Zuhause, damit du dich wohlfühlst. Immer mehr Menschen werden sich bewusst, wie wichtig es für ihr Wohlbefinden ist, sich auch gut um ihr Inneres zu kümmern.
Dein Inneres profitiert ab und zu von einer Aufräumrunde. Es gilt zu hinterfragen, was du wirklich brauchst und was dir Platz und Energie raubt, die du anders sinnvoller nutzen kannst.
6 Dinge, die Übungen nachhaltig machen
1. Klarheit beim Loslassen
Eine Übung zwingt dich, konkret zu werden, denn das ist oft gar nicht so einfach. Das Schreiben mit der Hand sorgt für eine größere Klarheit als das Schreiben am Computer.
Größtmögliche Klarheit ist genau das, was du brauchst, wenn du etwas bewusst loslassen willst.
2. Butter bei die Fische (sagt man bei uns im Norden)
Du signalisierst dir mit einer Übung, dass du es ernst meinst. Um eine Gewohnheit dauerhaft zu verändern, brauchst du mindestens drei Wochen. So lange dauert es, bis sich dein ganzes Sein darauf eingestellt hat, dass du es wirklich ernst meinst. Du hast die Tendenz, in alte Gewohnheiten zurückzufallen. Das ist ganz normal. Da hilft es dranzubleiben!
3. Suche dir eine Übung, die zu dir passt
Die Übung, die du dir aussuchst, sollte Spaß machen. Es braucht nicht die schwerste, längste oder komplizierteste Übung zu sein. Im Gegenteil! Sei kreativ und wandele eine Übung ab, damit sie besser zu dir passt. Wichtig ist, dass du mit ihr ein Zeichen für einen Neuanfang setzt.
4. Sei konkret
Idealerweise formulierst du am Anfang ein Ziel, das du erreichen willst. Am besten legst du auch fest, wie oft du eine Übung machst. Dann kannst du deinen Erfolg besser überprüfen
5. Ganz wichtig: Schenke dir Anerkennung
Klopfe dir auf die Schulter! Feiere dich, wenn du eine Übung geschafft hast. Du hast eine Belohnung verdient! Damit verstärkst du die positiven Veränderungen, die du angestoßen hast.
6. Trauma blockiert
Traumata können verhindern, dass Gefühle von dir abperlen. Falls dich dieselben Gefühle immer wieder einholen, egal, was du versuchst, solltest du auf die Suche nach möglichen Traumata gehen und Traumatherapeut:innen hinzuziehen.

8 Übungen
1. Herausfinden, was du loslassen möchtest: Gewohnheiten hinterfragen
- Das aufschreiben, was dir besonders oft im Kopf herumgeht. Alles, was du oft wiederholst, ist wichtig für dich. Worum kreisen also deine Gedanken?
- Warum tust du etwas (Gedanken, Gefühle, Aktionen)? Was steckt möglicherweise dahinter? Versuche, dich nicht zu verurteilen.
- Passen diese Gewohnheiten noch zu dir?
2. Gefühle wahrnehmen reicht oft aus
Hier geht es um Selbsterkenntnis. Definiere so genau wie möglich, welche Gefühle du beobachten möchtest: Egal in welchem Kontext sie auftauchen: Job, Familie, Freundeskreis, Ängste: die wichtige Information ist die Stärke deiner Gefühle. Schau dir diese Gefühle an. Nimm sie bewusst wahr. Mehr nicht.
- Nimm eine Beobachterposition ein. Was fühlst du? Wo tut es weh? Hältst du das aus? Welche Gedanken kommen? Schreibe sie auf.
- Kannst du die Gefühle zulassen? Welche Impulse und Automatismen nutzt du, diese Gefühle zu unterdrücken?
- Versuche, dich nicht zu verurteilen. Denk daran: Alles, was du tust oder nicht tust, hat einen guten Grund.
- Wiederholung bringts. Merkst du wie die Gefühle langsam weniger stark werden? Beobachte die Gefühle, die kommen und nimm sie einfach wahr. Irgendwann lässt du diese Gefühle automatisch los.
- Lass die Emotionen zu und durch dich hindurchgehen, wenn du dafür bereit bist. Achte dabei auf dich.
- Sei dankbar für die Hilfe, die dir das Losgelassene war.
3. Loslass-Ritual: Aufschreiben und den Zettel zu Boden fallen lassen
Das, was du loslassen möchtest, möglichst konkret in einem bis 3 Worten auf einen Zettel schreiben, aufstehen, die Hand öffnen und das Papier loslassen. Sehe zu, wie es zu Boden fällt und beobachte deine Gefühle dabei. Wiederhole das mindestens 3 Mal. Wiederhole diese Übung in den folgenden Tagen.
4. Die Ballübung macht Loslassen greifbar
Nimm einen kleinen Gegenstand, z.B. einen Tennisball in deine Hand und drücke immer fester zu bis es anfängt unangenehm zu werden. Der Ball steht für ein Gefühl, einen Menschen etc., etwas das du loslassen möchtest. Die Hand symbolisiert dich.
Öffne die Hand und lass den Ball auf ihr herumrollen. Er klebt nicht an deiner Hand fest. Er gehört also nicht fest zu dir. Lass ihn fallen und beobachte dich und deine Gefühle dabei. Wiederhole die Übung.

5. Verbindungen lösen zu Menschen, die dir nicht guttun
- Stell dir die Verbindung bildlich als ein Band vor.
- Sei für die gemeinsame Zeit dankbar und verabschiede dich.
- Visualisiere, wie du das Band löst, es aufrollst und in die Tasche steckst.
- Wiederhole diese Übung einige Tage lang.
6. Verzeihe dir und anderen
- Schreibe auf: Woran muss ich immer wieder denken? Was genau tut weh?
- Ich kann andere Menschen nicht ändern, aber meine Reaktion auf einen anderen sehr wohl.
- Eines ist sicher: Du entscheidest immer so gut, wie du es in dem Moment kannst und der andere auch.
- Affirmation: Sage laut „Ich vergebe mir und ich vergebe dir“.
- Eine symbolische Handlung anschließen: Das Papier verbrennen oder vergraben oder loslassen (Übung 3).
7. Visualisiere das Loslassen
- Sieh zu, wie sich Loszulassendes auflöst: Stell dir vor, wie ein Block Eis auftaut und zu Wasser wird und übertrage das auf deine Situation. Mit dem Wasser kannst du jetzt eine Pflanze gießen. Wie sieht diese Pflanze aus?
- Stell dir Knoten in einem Seil vor, die du dort aufdröselst, wo dein Problem sitzt. Du kannst das auch sehr gut an einem realen verknoteten Garnknäuel üben.
- So tun also ob: Visualisiere, wie befreit du dich fühlst, wenn du losgelassen hast. Stelle es dir in allen Einzelheiten vor. Das ist ein psychologischer Trick, der wirklich hilft.
Wiederhole diese Visualisierungen mehrmals.
8. Entrümpeln
Aufräumen im Außen ist ein schönes Symbol für Loslassen im Inneren und kann dich erleichtern. Egal ob Auto, Kleiderschrank, Keller, Schreibtisch oder Handtasche entrümpelt werden.
Wenn ich den Impuls verspüre, Ordnung zu schaffen, ist es oft so, dass mein Inneres auch eine Aufräumaktion vertragen kann.
Viel Spaß beim Loslassen!
Diese Übungen gehören zu meinem Blogartikel über das Loslassen.
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Bilder: Dall-E, Pixabay
© Inge Schumacher


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